Lisboa 2018

Lisboa 2018

Freitag, 26. Februar 2016

Ir(r)lands verzweifelter Versuch an die Erfolge anknüpfen zu können.

"We´ll live forever in the sunlight" Das war das irische Motto beim ESC in den 90-er Jahren. 4 Siege in den Jahren 1992 bis 1996 sprechen eine deutliche Sprache. Irland stand im Sonnenschein, stahl das anderen das Licht.

20 Jahre später sieht das anders aus. Der Rekordsieger steckt in einer tiefen Krise. Letzter Sieg vor 20 Jahren, letzter Top5- Platz vor 19 Jahren und die Quali fürs Finale haben sie nun auch schon 2 Mal in Folge verpasst. Kommt es dieses Jahr zum Hattrick? Nun, den Iren kann man auf jeden Fall keine Absicht unterstellen, denn Nicky Byrne versucht den Schmutz auf der irischen Seele wegzusingen, mit seinem Beitrag Sunlight. 

Der Name mag zwar manchem kein Begriff sein, dennoch wird man ihn das ein oder andere Mal schon im Radio gehört haben. 14 Nummer 1 Singles in Großbritannien schafft nicht jeder. Allerdings schaffte er das alles mit Hilfe seiner Boy-Group: Westlife. Ihr größter Hit ist Uptown Girl, der Onkel von Bruno Mars´ Uptown Funk, da es 2001 erschien.


Erinnerungen an bessere Zeiten gefällig?:

Nun versucht also der 37-jährige alles besser zu machen und Irland wieder ins rechte Licht zu rücken. Seine Erfahrung wird im sicherlich helfen und auch stimmlich mache ich mir keine Sorgen um ihn. Allerdings um das Lied.

Das Lied ist bestenfalls Mittelmaß. Es versucht radiotauglicher Pop zu sein, scheitert aber auf Grund seiner unspektakulären Refrains kläglich daran. Außerdem ist das Auto-Tune noch viel zu stark hörbar, fast schon peinlich hörbar. Seine Live-Stimme ist besser als in dieser Studioversion, das lässt hoffen. 

Hier Irlands Beitrag Sunlight:

Aber wie sind seine Chancen in Stockholm? Beginnen wir mit dem positiven: Im zweiten Halbfinale kann Großbritannien für Irland stimmen und die Stimme von Nicky ist wirklich gut. Da hören die guten Nachrichten allerdings auf. 

Das Lied verfügt über keine einprägsame Hookline und ist billig produziert. Dazu kommt, dass er im größeren Semifinale startet (19! Länder) und dabei noch in der ersten Hälfte. 

Er hat meiner Meinung nach keine Chance auf den Einzug ins Finale, obwohl er bei wiwibloggs sogar auf dem ersten Platz liegt! Nein, die Sonnenfinsternis wird für Irland weiter gehen und man kann nur hoffen, dass sie irgendwann einmal wieder die Sonne sehen....

Hier seine gesanglich gute, aber showmäßig nur solide Performance in der Ukraine:

Donnerstag, 25. Februar 2016

Unser Lied für Stockholm - Der Orakelspruch

Heute bestimmt der NDR zum zweiten Mal seinen Kandidaten für den 60. ESC. Dieses Mal allerdings mit der Hilfe der deutschen Rentnerfraktion in der ARD. Gestern fanden die Proben statt und nun steht auch die Startreihenfolge fest. Sie lautet folgendermaßen:

1. Ella Endlich: Adrenalin
2. Joco: Full Moon
3. Gregorian: Masters of chant
4.Woods of Birnam: Lift me up
5. Luxuslärm: Solange Liebe in mir wohnt
6. Keøma: Protected
7. Avantasia: Mystery of a blood red rose 
8. Alex Diehl: Nur ein Lied
10. Laura Pinski: Under the sun we are one

Die Starnummern sind ein nicht zu unterschätzender Faktor. So konnte zum Beispiel kein Act aus der ersten Starthälfte zwischen 2005 und 2013 den ESC gewinnen! Aber schauen wir mal, was der NDR nun wieder falsch gemacht hat. 

Eigentlich nicht viel: Die Favoriten auf die Positionen 7-9 gesetzt und mit Ella beginnt jemand, der den konservativen ARD´ler nicht sofort verschreckt, sondern ihn an das böse ZDF erinnert, da dort ja nun die Helene Fischer Show läuft. Weiter geht´s dann mit Joco auf dem undankbaren zweiten Startplatz. Danach schon die Mönche, die dann doch relativ überraschend da vorne stehen. Schlecht für Sie, gut für mich, weil ich die überhaupt nicht leiden kann und die Chancen für sie dann doch noch kleiner werden. Danach kommt mit WoB, Luxuslärmgeschmuse und Keøma die Ruhe vor dem Sturm. Warum jetzt genau Pinski als letzte starten darf, ist mir nicht ganz klar. Der Abbau von Jamie ist ja dann doch etwas aufwändiger, ihrer hingegen kaum. Naja, das bringt mich aber auch schon zu meinem Orakelspruch:

Wenn es nach meiner persönlichen Meinung geht, sieht das Ranking nachher so aus: (In Klammern die verlorenen Positionen durch Inszenierung)

1. Avantasia (+2)
2. Keøma (+-0)
3. Laura Pinski (-2)
4. Ella Endlich (+3)
5. Joco (-1)
6. Alex Diehl (+3)
7. Jamie-Lee (+1)
8. WoB (-2)
9. Luxuslärm (-3)
10. Gregorian (-5)

Das ist aber egal, weil meine persönliche Meinung niemals so mit den Ergebnissen von nachher übereinstimmen wird. Daher hier mein Orakelspruch

1. Jamie Lee
2. Avantasia
3. Alex Diehl
4. Laura Pinski (Nur wegen der hammer Startposition und dem Kleid- und Effekteklau)
5. Gregorian
6. Ella Endlich
7. Luxuslärm
8. WoB
9. Joco
10. Keøma

Somit fährt Jamie Lee zum ESC für Deutschland und versucht die Kehrtwende zu meistern. Eine Einschätzung zum Sieger von heute Abend folgt....


Die Siegerin?!

Mittwoch, 24. Februar 2016

Unser Lied für Stockholm - Die erste und letzte Probe! Teil 2

Weiter geht´s am Probenmittwoch. Bisher war mein persönliches Fazit ausnahmslos positiv. Alle Acts die ich mag haben solide oder gute Leistung gezeigt. Die Mönche haben sich durch eine Schnapsidee bei der Inszenierung deutlich ins Aus geschossen, eine perfekte Probe aus meiner Sicht!








Weiter gehts mit Luxuslärm: Hatte mich wirklich riesig gefreut, als ich hörte, dass Luxuslärm dieses Jahr dabei ist. Endlichmal deutscher zeitgemäßer Rock! Dann kam ihr Beitrag "Solange Liebe in mir wohnt" und meine Hoffnung war dahin. Das Lied ist sehr textbezogen, dadurch leidet die Melodie und das Lied klingt nach nichts. Mir scheint das aber auch ein taktischer Wechsel zu sein: Die Zielgruppe der Jungen wird hier natürlich nicht erreicht, sie orientieren sich an 50+. Davon schauen natürlich mehr Menschen zu, also höhere Erfolgschancen. Der Beginn einer Neuausrichtung?

Die Kleidung passt zu diesem Eindruck und die gesamte Belichtung bestätigt diesen Eindruck ebenso. Der Background gefällt mir auch und ich glaube, dass er noch wesentlich besser im TV rauskommen wird.

Für Luxuslärm wird das nichts mit dem Reise nach Stockholm, aber sie werden nicht weiter traurig sein. Ihr Lied ist ja eine Auskopplung ihres neuen Albums, also kann man schon davon ausgehen, dass dieser Auftritt vor allem ein PR-Auftritt ist.

Bewertung auf einer Skala von -5 bis 5: +1





Jetzt kommt Keøma, ja praktisch DER Fanfavorit. Mich persönlich packt der Song nicht wirklich, vor allem nicht wenn ich ihn als deutschen Vertreter für den ESC im Kopf habe. Absolut radiotauglich, aber live schwer rüber zu bringen, außerdem schwierige Gesangspassagen und eine rapide Kürzung muss vollzogen werden. Vielleicht ja mit einer sensationellen Bühnenshow?

Leider nicht. Ihr goldenes Kleid ist gar nicht mein Geschmack. Der Hintergrund ist ein Meer/See, natürlich ohne Wellen, ganz flach passend zum Lied. Auch die Band im Hintergrund lässt falsche Schlüsse zu: Steigert sich das Lied noch? Wann kommt der Wechsel? Warum hat sie das an? Keine Fragen, die man bei Inszenierung haben will. Keøma hat sich nun endgültig verabschiedet, schade, aber es war immer klar, dass es nichts für den ESC ist.

Bewertung: -3





Avantasia ist die Nummer 8: Für viele der größte Konkurrent von Ghost. Verständlich, denn dieser Meat Loaf-Tribut Act, hat wirklich ein schönes Liedchen geschrieben. In der Inszenierung geht man kein Risiko ein: Flammen, Verstärker, Flammen, Rosen und noch mehr Flammen! Schöne aggressive Rotfärbung der Bühne: Hier passt alles! Sie enttäuschen nicht und Jamie muss sich langsam wirklich Gedanken machen: Denn die Rocker sitzen ihr im Nacken:

Bewertung: +2





Axel Diehl ist nun als Vorletzter dran, für mich persönlich könnte er da morgen um 23:00 Uhr auch noch stehen. Ich mag dieses Lied gar nicht, viel viel viel zu viel Kitsch. Normalerweise springe ich auf solche nur von der Gitarre begleiteten Lieder sofort an z.B. Belgien 2010 oder Pink bei Dear Mr. President, hier aber überhaupt nicht. Ich habe allerdings das Gefühl, dass das in Deutschland super ankommen könnte. Und Herr Diehl macht es nicht dumm. Mit Gitarre und Flügel auf der Bühne, der Hintergrund eine Übersetzung seiner Lyrics auf Englisch und Französisch und natürlich auch Deutsch. Dieser Hintergrund verwandelt sich (später?) in ein Mercedes Peacesymbol aus Kerzenlichtern, Kitsch, Kitsch, Kitsch. Nach diesen Bildern bin ich mir relativ sicher: Das hier kommt auch ins Superfinale, leider.

Bewertung: +4





Und Laura bildet den Absch(l)uss für heute. Der Ralph Siegel Sound hat mich überraschenderweise voll gepackt und ich hoffe auf eine sehr gute Probe ihrerseits. Ich glaube mit einer stimmlich sicheren Leistung und einer schönen Performance kann sie es bis in die Top5 schaffen und vielleicht sogar ein bisschen weiter.

NEIN! Nicht das Polina-Gedächtnis-Kleid! Was soll das Laura?! OK, ganz ruhig, die Zuschauer haben das bestimmt schon vergessen. Also innovativ, ist anders. Mir wirkt das ganze auch etwas zu Dunkel für ein Sonnenlied und die Projektionen auf dem Kleid sind auch schon vier Jahre alt, wurden zuletzt in Aserbaidschan gesichtet. Nein, das dürfte nichts werden.

Bewertung: -2

So das war´s! Morgen, wenn ich die Startreihenfolge kenne, werde ich den Ausgang für morgen orakeln. Wobei man dieses Jahr kein Meisterorakel sein muss, aber ich bekomme es bestimmt irgendwie hin, alles falsch zu machen...


Unser Lied für Stockholm - Die erste und letzte Probe! Teil 1



Tja, nun ist es also so weit: Deutschland gibt seinen Interpreten für den 60. Eurovision Song Contest in einem nationalen Vorentscheid bekannt, am Donnerstag. Bisher wurde viel gerätselt, ob Jamie Lee als klare Favoritin gewinnen kann. Heute fanden die öffentlichen Proben statt und nun wurde alles wieder auf den Kopf gestellt: Der übliche ESC-Wahnsinn. Die Startreihenfolge für heute hat viele erschreckt, nicht dass das die endgültige Reihenfolge ist! Favoritin Jamie als Erste und auf den beiden Schlusspositionen zwei ruhige Lieder. Anscheinend wird das jetzt aber noch getauscht, man kann es nur hoffen.







Also startet Jamie Lee den Probetag mit einigen Überraschungen. Zunächst einmal muss ich erwähnen, dass die Bühne wirklich gut ist, besser als die letzen Jahre. Bei Jamie verwandelt sich die Bühne in ein düsteren Wald bei Nacht. Dann steht da auf einmal dieser blaue kawaii Cupcake und singt etwas von Geistern- Na gut... Die Perücke die Jamie trägt ist, sagen wir mal auffällig und nicht wirklich passend zu der dunklen Atmosphäre. Jamie riskiert hier Perücke und Kragen, aber vielleicht ist es auch ein Erfolgsrezept: Jamie wird durch diesen Auftritt extrem polarisieren, das beste was einem Künstler passieren kann. Dadurch setzt sie sich von den anderen Teilnehmern ab. Klar ist das die Risikotaktik, aber ich mag dieses Risiko. Jamie bleibt natürlich die Topfavoritin, auch wenn ihr Vorsprung wahrscheinlich etwas geschmolzen ist.

Bewertung auf einer Skala von -5 bis 5: +3





Nun Ella Endlich, mit ihrem Beitrag: "Adrenalin". Sie trägt ein schwarzes, sehr offenherziges Kleid, dass mit Spinnenweben verbunden ist, na gut... Im Hintergrund Häuser und zwei halbnackte Männer hat ihr Budget auch noch hergegeben, neben zwei weiteren Tänzerinnen. Die Bilder dieser Probe haben nur das bestätigt, was ich schon bei dem Lied dachte: Ella versucht eine auf Helene (!) zu machen, was ihr natürlich gegen die Gottesgestalt nicht gelingt. Dennoch macht sie einen soliden Job, der für Stockholm nicht reichen wird, aber vielleicht den ein oder anderen neuen Fan anlocken kann.

Bewertung: +1




Nun Joco und Klaas mit ihrem chancenlosen Beitrag "Full moon". Solide ist das richtige Wort dafür. Joco haben sich Gedanken gemacht, wie sie ihre Performance nicht verhauen, gehen aber gar kein Risiko ein. Relativ statisch an Trommel und Keyboard, mit einem großen Mond ( schon wieder?)
im Rücken, sieht das alles ganz gut aus. Aber diese durchaus gelungene Szenerie änder nichts an der Tatsache, dass das Lied zu uneinprägsam ist. Das dürfte eigentlich nicht für das Superfinale reichen, aber blamieren werden sie sich damit nicht.

Bewertung: -1




Apropos blamieren: Das haben sich gerade die Mönche mit ihrem Epos "Masters of Chant". Hier reden wir übrigens von einem Superfinal-Anwärter. Ein dunkler Song bekommt ganz viel Licht. Die Mönche hätten man mystisch wirklich perfekt im dunkeln mit Fakeln und Blitzen inszenieren können, aber hier wirkt das wie auf einem Jason Derulo Konzert, Bunte Lichter überall. Ich konnte die Mönche sowieso noch nie leiden, dass machen sie ihren Fans dadurch auch leichter. Sie sind meine Favoriten auf die letzten Plätze.

Bewertung: -4




Und zum Schluss von Teil 1: Woods of Birnam. Dieser Beitrag gilt ja bei manchen als Dark horse, bei mir nicht. Die Bilder sehen solide aus und der Sänger hat auch sehbar Spaß, aber das Lied ist für mich zu schwach und eintönig. Aber er vermittelt eine spaßige, angenehme Atmosphäre. Dieser Beitrag ist ein überdurchschnittlicher Lückenfüller, mit dem Ausgang werden sie aber nichts zu tun haben. 

Bewertung: +2

Weitere 5 Beiträge proben heute noch.


Dienstag, 23. Februar 2016

Ein grausames Märchen - Albanien 2016

An den Feiertagen hab ich mir richtig den Bauch vollgeschlagen und das Jahr endete mit dem ersten Vorentscheid: Dem Festivali i Këngës. Einer der surrealsten Vorentscheide im Kalender, wegen seines frühen Zeitpunktes und, weil es ein eigenständiger Wettbewerb ist , dessen Ziel nicht unbedingt der ESC ist. Die Teilnehmer versuchen Albanien von sich zu überzeugen, der ESC ist nur das ë Tüpfelchen. Vielleicht wirkt deshalb das Festivali so altbacken und zählt daher nicht zu jedem Highlight-Kalender. Für mich ist es allerdings interessant, auch mal eine solche Seite kennen zu lernen.

Dieses Jahr hatte ich kurz in die Lieder hineingehört, das werde ich nie wieder machen. Albanische Lieder scheinen in einer Studioversion jeglichen Charme zu verlieren, bis auf das eher moderne "Asaj". Damit war dieses Jahr meine Stimmung am Gefrierpunkt, Freude auf den Vorentscheid war nicht mehr vorhanden. Trotzdem sah ich alle drei Shows und war positiv von der Qualität überrascht. Natürlich ist das Festivali nicht jedermanns Sache, mich packt das aber. Dieses Jahr kamen auch alle meine Favoriten ins Finale, was in Albanien eigentlich eine Seltenheit ist. 

Dieses Jahr hatte ich wieder einen riesigen Favoriten: Ihr Name ist Enxhi und ihr Lied war der Wahnsinn. Mir war ebenfalls klar, dass sie mit diesem modernen Song keine Chance bei den Juroren hat, das Publikum wird ja in Albanien vergessen. Eneda Tarifa empfand ich als eher unauffällig, trotz dieses Lieds. Bei mir persönlich lag sie auf dem 7. Platz, nicht gerade meine Favoritin.


Hier meine Favoritin:


Nun also das Märchen für Albanien. Was kann es reißen? In diesem Interview erklärte sie, dass sie beim ESC wahrscheinlich auf Englisch singt. NEIN! Das Lied lebt von der mystischen, lauten Atmosphäre, dazu trägt eine für die meisten unverstehbare Sprache extrem gut bei. Das wäre, als ob man Suus auf Englisch hätte singen sollen, damit die Message des Songs besser ankommt, aber ich glaube die Message kam deutlich genug an. 

Stimmlich packt sie das Lied, mehr aber auch nicht, da es eben auch ein sehr anspruchsvolles Lied ist. Daran wird es nicht scheitern. Bei der Bühnenshow vielleicht mit Minimalismus glänzen? Wir werden sehen, aber das Lied kann uns ähnlich überraschen wie Suus. Trotz der wahrscheinlichen Nachbarn-Hilfe, denke ich, dass es im aktuellen Zustand um die Quali zittern muss. Auf Englisch ist es chancenlos. 

Aber Märchen haben ja bekanntermaßen immer ein gutes Ende (Siehe 2009)

UPDATE 29.02.16 : Offenbar wurden meine Gebete nicht erhört, denn Eneda wird am 12.Mai eine neuabgemischte Version auf ENGLISCH veröffentlichen. Damit muss ich wohl Albanien von der potentiellen Finalteilnehmern streichen, schade!

Hier Eneda, bei der Performance ihres Siegerliedes

 

UPDATE 13.03.16: Gerade wurde die neue Version veröffentlicht, wie bereits angekündigt auf Englisch. Zunächst die gute Nachricht: Das Lied wurde auch noch etwas bearbeitet, sodass es nun gar nicht mal so schlimm klingt. Es wurde etwas vom Drama genommen und in einen gewissen R&B-Style abgewandelt. Also es ist besser als erwartet. Ihre Stimme wird live auch noch mal besser durchkommen, als in der Studioversion, so wie es schon im albanischen Vorentscheid war. Das Video sollte man allerdings nicht anschauen, das ist schrecklich und ich habe die Befürchtung, dass sie den Barbara Dex Award dieses Jahr an sie gehen könnte. Hoffentlich zieht sie nichts aus dem Video an.

Meine Prognose fürs Finale fällt nicht sehr märchenhaft aus: Ich glaube, dass sie sich die Seele aus ihrem Leibe singen kann, aber sie trotzdem scheitern wird. Nicht, weil sie nicht singen kann, sondern weil alle Magie durch den Sprachwechsel verloren gegangen ist und man sich solche taktischen Fehler nicht in einem so großen Semifinale leisten kann. 



Zoë für Österreich - Ein französischer Drogentrip

12.Februar 2016. Ganz Europa blickt auf Österreich, wer wird dieses Jahr für die Alpenrepublik antreten? Die Antwort ist überraschend und erwartbar zugleich: Zoë hatte sich bereits letztes Jahr aufgedrängt, aber gleich der Sieg ein Jahr danach? Also mir ging das etwas zu schnell.

 Der ORF hat zumindest vom Konzept her überzeugt. eine pseudointeraktive, gut durchproduzierte Show, in der die Jury völlig kontaktlos von dem Publikum saß und mehr oder weniger anonym ihre Punkte abgeben konnten. Da hat jemand aus dem maltesischen Vorentscheid gelernt. Was ich persönlich nicht gut fand war, dass die Jurypunkte sofort nach den Auftritten bekannt gegeben wurden, das hatte auf jeden Fall einen positiven Effekt auf Zoë und sorgte für eine gewisse Verzerrung. Allerdings wirklich gut fand ich, dass die Jury wirklich Kritik übte und nicht nur alles gelobt hat, insbesondere der Querverweis des Journalisten zur Brasilianerin mit Aliona Moon, fand ich sehr gut.

Aber genau das bringt mich zum nächsten Punkt. Die ganze Show wirke wie eine Best-of 2010-2015 Show, alles was kopierbar war, wurde kopiert. Bei fast keinen Act gab es eigene Ideen, bei manchen nur einen Remix aus Kleid von Polina und Hebebühne von Aliona. Das hat mich wirklich ein wenig aufgeregt.

Zur Qualität kann ich sagen, dass ich schlimmeres aus Österreich gewöhnt bin. Es waren viele Grundsolide Acts dabei, unter ihnen auch Zoë. Aber für mich gab es nur einen Ausreißer nach oben: Elly!
Das wäre ein wirklich schöner und erfolgsversprechender Beitrag gewesen. Modern und wirklich gut gesungen, das Publikum ging mit und sie hatte als jüngste die beste Bühnenperformance. Eventuell hat ihr die lange Note vor dem Tonartwechsel einige Stimmen gekostet, sie war aber trotzdem Welten besser. Naja, immerhin hat sie es ins Superfinale geschafft, ob sie aber jemals wieder einen so starken Beitrag haben wird? Leider bezweifel ich das, aber vielleicht hat Thomas G:son sie ja jetzt entdeckt und kann sie etwas fördern.

Aber zurück zu Zoë: Das Lied hat mich beim ersten Hören nicht umgehauen, der Background allerdings schon. Dieser Drogentriphintergrund muss weg, sonst wird das nichts! Das Lied, dessen unterschwelliger Europop mir sehr gefällt, ist auch grundsolide, nach mehrmaligen hören sogar sehr gut. Aber Französisch wurde nicht grundlos von Englisch abgelöst: Nur 2 1/2 Länder verstehen sie! Bei der eigenen Sprache ist ja das Verständnis vorhanden, aber warum singt Österreich nun in Französisch? Das Lied auf Englisch umzuschreiben - Nein, bei den Lyrics viel zu kitschig und dann auch zu unauffällig. Somit besitzt Sie etwas besonderes im Vergleich zu den anderen Ländern, was ja eigentlich immer ein Vorteil war.

Ihre Chancen in Wien schätze ich als problematisch ein. Es hängt nun sehr viel von der Inszenierung ab, die ja auch von der Jury kritisiert wurde. Sollte sie ein gutes Konzept haben, kann sie es ins Finale schaffen. Aber im Moment ist sie ein klassischer Platz 8-12 Song im Semifinale. Auf jeden Fall wird Zoë es spannend machen!




UPDATE 15.03.16: Heute wurde das offizielle Musikvideo veröffentlicht und Österreich verabschiedet sich leider nicht, von dieser ganzen Märchenwelt. Im Gegenteil, das Pink ist weg, aber der Kitsch hat sich vergrößert. Und auch im Video läuft sie gerade aus, was ein dramaturgisch genialer Schachzug! Einzig ihr Kleid und ihre neue Haarfarbe werten das Video auf. An der Qualichance hat sich also nichts geändert.


Montag, 22. Februar 2016

Lighthouse X - Dänemark beim ESC 2016

Am 13.Februar entschied sich unser nördlicher Nachbar Dänemark, eine dreiköpfige Hydra Boygroup nach Stockholm zu schicken. Lighthouse X mit dem Lied "Soliders of love", mehr Kitsch haben sie nicht in drei Worte bekommen. Dänemark war immer der größte Nutznießer, wenn Schweden den ESC gewann, denn in den Jahren 2000 und 2013 staubten sie jeweils in Schweden den Sieg ab. Dieses Jahr wäre der Hattrick drin gewesen, aber anscheinend wollen die Dänen, dass die Serie reißt. Das X wird übrigens wie ten ausgesprochen, nur damit man sich nicht völlig blamiert.

Der dänische Vorentscheid war im Vergleich zum letzten Jahr noch unterirdischer, da nun nicht einmal mehr Euroclub-Lieder im Finale waren, die Dänen lassen federn. Durch die superduper Regelung, dass Halbplayback erlaubt ist, konnten die drei Jungs sich nach Stockholm schleichen, aber dort müssen sie alles selbst singen. 

Aber nun zur Gruppe: Die drei haben bei ihrem Auftritt 0,0 Interaktion mit einander gezeigt. Da riecht man drei Kilometer gegen den Wind, dass sie keine Freunde sind, sondern Geschäftspartner. Der erste sieht aus wie Moland aus Norwegen und ich hatte mich schon auf eine schöne, kraftvolle Stimme gefreut, als dieser Typ kaum einen Ton lauter als die Windmaschine rausbekommen hat. Enttäuschend! Der zweite Typ sieht, wahrscheinlich durch die dünne Nase, sehr unsympathisch aus. Der Dritte darf erst in der Bridge ran, obwohl er mir den sichersten Eindruck macht, aber das kann auch am Halbplayback liegen. 

Das Lied ist so ziemlich das erwartbarste Etwas, seit den Backstreet Boys, für eine Boyband. Total eingängiger Chorus, Verse eher naja. Sowas habe ich schon tausende Male gehört, 0 Wiedererkennungswert. Die Dänen haben nichts aus ihren Fehlern letztes Jahr gelernt. ASM war eine Kopie der Beatles, sogar die eine Mikropassage, als sie zu zweit dran hangen. Nun wird aus Beatles Backstreet Boys und ich frage mich, wie Beratungsresistenz man sein kann. Aber bitte, manche lernen es eben nur auf die Tour. Das letzte Mal, dass Dänemark zwei Mal in Folge nicht im Finale stand war im Jahr 2003 & 2004. Anscheindend wollen die Dänen diesen Rekord eher brechen.

Fazit: Lighthouse X wird auf gar keinen Fall die dänischen Schwedensiege fortführen, da gehe ich Wetten ein. Wenn sich Lighthouse X stimmlich verbessern, an der Harmonik untereinander arbeiten und vielleicht etwas von dem Boyband-Charakter wegnehemn, dann kann das fürs Finale reichen, aber dann auch nur auf Platz X. Dänemark hat das Glück, dass viele wohlgesonnene Länder in ihrem Halbfinale warten (Norwegen, Deutschland, Uk, Belgien, Irland), also darf man ihre Qualifikation nicht abschreiben. Schade, dass man Dänemark dieses Jahr erneut zu den geschlagenen zählen muss, ein Land, dass doch sonst immer so erfolgreich war.

Hier noch einmal die Performance beim Dansk Melodi Grand Prix

Nur noch Mal zur Erinnerung: Solch ein Lied kam schon aus dem DMGP: