Lisboa 2018

Lisboa 2018
Posts mit dem Label Zypern werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zypern werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 11. Mai 2016

Der Tag danach - Ein Rückblick auf das 1. Semifinale

Der Morgen danach ist nie schön, besonders nicht nach den Halbfinals des ESC´s. Nachdem ich im letzten Jahr sehr zufrieden mit den Qualifikanten war, hatte ich wohl ein etwas zu hohes Maß an Selbstsicherheit angehäuft. Und so fühle ich mich jetzt schon an das Jahr 2013 erinnert, indem im 1. Halbfinale Montenegro, Serbien und Österreich doch recht überraschend ausgeschieden sind. 

Um das mal kurz festzuhalten. In meiner Prognose ging es nicht um meine Meinung, sondern um ein Orakel, also unabhängig von meinem Geschmack. Ich hatte die Erwartung, dass sich diese 10 Acts qualifizieren würden:

1.) Russland

2.) Armenien

3.) Ungarn

4.) Bosnien

5.) Island

6.) Griechenland

7.) Malta

8.) Aserbaidschan

9.) Zypern 

10.) Kroatien

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

11.) Niederlande

12.) Tschechien

13.) Österreich

14.) Estland

15.) Finnland

16.) Moldawien

17.) Montenegro

18.) San Marino

Somit tauschen wir Bosnien, Island und Griechenland durch Tschechien, Niederlande und Österreich. 

Russland und Armenien werden wohl den Sieg unter sich ausgemacht haben, wobei mein Herz Armenien, und mein Kopf Russland sagt. Dazu werden sich Ungarn und Holland ebenfalls souverän qualifiziert haben. Letzteren hatte ich bei meiner Prognose ein knappes Ausscheiden in Aussicht gestellt, da ich einfach nicht glaube konnte, dass die Holländer mit dem selben Prinzip von 2014 erneut Erfolg haben. 

Die Qualifikation Österreichs war für mich im Vorfeld relativ unwahrscheinlich, da das Lied ja sehr aus dem Rahmen fällt und mir persönlich zu kitschig ist. Außerdem dachte ich, dass die Juroren es auch deshalb eher schlechter bewerten werden. Als Zoe dann aber auf den Bildschirm zu sehen war, deutete sich für mich an, dass sie es schaffen würde. Durch clevere Schnitte wirkte es dann doch gar nicht so rosa und stimmlich kann sowieso nur Kaliopi Zoe etwas beibringen. Somit habe ich kein Problem damit, dass sich Österreich qualifiziert hat, aber es haben andere Länder deutlich hochwertigere Produktionen ins Rennen geschickt.

Ira Losco aus Malta wird wohl auch einen relativ komfortablen Abstand zum 10. Rang haben, obwohl mich das Staging dann doch eher negativ überraschte. Das Opening mit ihrem Gesicht auf dem Boden war tatsächlich genial. Aber danach verliert sich irgendwie der Druck, das Voranpreschen in ihrer Stimme. Es erinnerte mich an Irland 2014, dass ja auch durch eine unglaublich schlechte Bühnenshow ausschied. Das Outfit von Ira war auch mehr als gewöhnungsbedürftig. Natürlich soll/darf sie ihren Babybauch zeigen, aber dass geht auch eleganter. Man muss ihn ja nicht wie Birgit (Estland 2013) unter einem großen weißen Etwas verstecken, aber diese geplatzte Goldtube hätte nicht sein müssen. 

Warum in den Proben Aserbaidschan so runter gemacht wurde kann ich auch nicht ganz verstehen. Das Staging ist für mich persönlich zu viel von Statik geprägt, gepaart mit zu vielen visuellen Eindrücken. Aber dennoch ein solides Gesamtpaket. Ihre Stimme? War im Rahmen, natürlich die schwächste des Abends, aber sie konnte Anschluss an die anderen halten. Auch wenn mich einige Zweifel befallen, dass eine Sängerin im Hintergrund manche Stellen für sie übernommen hat, gelang Aserbaidschan verdient ins Finale. 2013 und 2014 schafften sie das ja auch, aber da wurde ordentlich nachgeholfen. Wobei wir natürlich nicht wissen, ob das 2016 wieder der Fall ist. (Mit solchen Vorwürfen wurde bereits Malta in der Vergangenheit konfrontiert.)

Zypern könnte auf dem heißen Stuhl sitzen und sich als 10. qualifiziert haben. Rock kommt beim ESC eben nicht so gut an. Minus One war dazu live auch nicht wirklich überragend was dafür sorgte, dass ich sie nach ihrem Auftritt schon fast draußen sah. Der Umstand, dass Griechenland mit 2x 12 Punkten aushelfen konnte, kann das Zünglein an der Waage gewesen sein.

Kroatien hat es trotz des Kleids des Grauens geschafft, ins Finale einzuziehen. Respekt dafür! Angeblich wird sie das Kleid überarbeiten und auf etwas zurück gehen, was ihre Stimme in den Vordergrund stellt. Aber auch ihre Stimme war nicht so toll, wie wir sie schon gehört haben, nämlich etwas schief. Aber dennoch glaube ich, das Kroatien auf die linke Seite der Ergebnistafel kommen könnte.

Und dann natürlich noch die größte Überraschung: Tschechien! Die wohl langweiligsten 3 Minuten auf der ESC-Bühne werden mit dem Einzug ins Finale belohnt, na toll. Bitte nicht falsch verstehen, Gabriela kann unglaublich toll singen und eine Ballade muss nicht immer langweilig sein (siehe Israel), aber Gabriela hat es sich mit diesem Song einfach nicht verdient im Finale zu stehen. Für Tschechien freut mich das alles natürlich. Um auch noch etwas konstruktives zu sagen: Stylist rausschmeißen, sie sah aus wie 40. Bitte bitte ein anderes Kleid, es wirkt um die Hüfte einfach seltsam. Und etwas lächeln dürfte auch drin sein ;)

Aber nun zu den Schocks des Abends, die Ausscheider. Wir beginnen mal unspektakulär.

In Gedenken an Montenegro und Highway


In Gedenken an San Marino und Serhat



Ich schäme mich fast für diese Zeilen, aber so schlimm war es gar nicht. Seine Backgroundsängerinnen waren wirklich überraschend gut und auch Serhat performte wirklich gut. Anständig inszeniert war das ganze auch noch, also das Maximale aus diesem Song heraus geholt. Schön, dass Serhat so für den ESC in der Türkei geworben hat.

In Gedenken an Moldau und Lidia


Die beste stimmliche Leistung von Lidia wurde wie erwartet nicht mit dem Finaleinzug belohnt. Ihr Kleid war ebenfalls ganz schön und Lidia hatte den schönsten Tag in ihrem Leben und darum geht es ja. Der Astronaut hatte ja noch seine Akkreditierung unter seinem Anzug an, eine Panne? Wie auch immer, Moldau scheitert somit zum dritten Mal in Serie und man kann nur hoffen, dass Pasha (Sänger 2012, Komponist 2013, jeweils 11.) bald zurück kommt.  

In Gedenken an Finnland und Sandhja


Sandhja hat es wie erwartet auch nicht geschafft. Trotz ihres tollen Liedes, welches es sogar in meine Spotify-Liste geschafft hat. Leider konnte sie live nicht wirklich überzeugen, was aber auch eventuell am Mikrophon liegen könnte, da man sie kaum verstanden hat. Aber auch ihr Staging war verwirrend mit dem Hang zum Sinnlosen. Ihr Outfit und ihre Haare waren dann auch noch unglücklich gewählt. Schade, aber verdientes Aus.

In Gedenken an Estland und Jüri


Hier kam dann der erste Schock für die ESC-Fans weltweit. Der außerhalb der Bühne sehr sympathische Jüri enttäuschte auf ganzer Linie mit seiner Performance. Der Charakter der Bühne war sehr schön, aber durch ihn wirkte die Bühne ziemlich leer. Stimmlich war das wirklich im Rahmen, aber seine Ausstrahlung war so was von lächerlich. Ich bin 21, mache auf ganz coole Socke, während ich einen billigen Kartentrick vorführe und das alles in meinem viel zu großen Anzug. Noch fragen? Sein Ausscheiden hatte sich in der Probewoche abgezeichnet.

In Gedenken an Griechenland und Argo


Diese Gruppe war ja bereits vor den Probewochen in Stockholm klinisch tot, passend zu Griechenland was man ihnen natürlich zugute halten muss. In Stockholm sorgten sie schließlich für einen kleinen Aufseher, da ihre Show eigentlich bei allen gut ankam. Trotzdem war das Lied natürlich immer noch nicht schön. Warum ich glaubte, dass sie sich qualifizieren könnten? Weil es Griechenland ist und Zypern stimmberechtigt war! Während des Auftritts war mir aber klar, dass es das für Griechenland war. Sie standen zwar auf Rang 6 in meiner Prognose, aber persönlich kann ich sehr gut mit ihrem Ausscheiden leben.

In Gedenken an Bosnien und Dalal, Deen, Ana Rucner & Jal


Mit diesem Ausscheiden hatte ich wirklich nicht gerechnet! Wie Griechenland konnte sich der Balkanstaat immer fürs Finale qualifizieren. Diese Serie endet nun und ich muss ganz ehrlich sagen leider! Es regen sich ja nicht nur ESC-Fans darüber auf, dass kaum noch Titel in Landessprache gesungen werden. Was ist daraus also die logische Konsequenz? Der einzige Song in Landessprache (neben Malta mit Englisch) fliegt raus. 

Lag es am Rap? Vielleicht. Lag es an Dalals extremen Outfit? Vielleicht. Lag es an Deens divenhaften Verhalten? vielleicht. Der Hauptgrund für das Ausscheiden lag im Staging, das ich so gelobt hatte. Kommen da die Jurys ins Spiel? Seit dem Skandal mit Russland traue ich denen ja alles zu. Ja was folgt ist eine Verschwörungstheorie, die leider gar nicht so unwahrscheinlich ist.

Auf der Bühne trennte die beiden Sänger ein Stacheldraht, die ihre Liebe bzw. eine Beziehung behinderte. Ana trug Rettungsfolie. Ohne hier irgendeine politische Partei zu ergreifen kann man sagen, dass das natürlich die Flüchtlingskrise mit dem Zaunbau in Europa als Vorbild hat. An sich eine schöne Idee um das zu thematisieren, dass wir nur ohne Zäune und Grenzen wirklich frei sind. Aber leider hat das Team vergessen, dass die Länder, in denen Zaunbauhochkonjunktur läuft, in diesem Semi abstimmen durften. Nämlich Griechenland, Kroatien, Ungarn und vor allem Österreich. Wer weiß, vielleicht durften die Juroren auch nicht dafür stimmen, weil es nicht zum politischen Kurs passt oder waren dadurch zumindest eingeschüchtert. Ich kann praktisch versprechen, dass Bosnien mehr Punkte aus Schweden (Das Flüchtlinge aufnimmt) erhält als aus Ungarn (Die ja nur christliche Muslime wollen). Es hätte ein Zeichen des Zusammenhalts sein können, aber Europa ist erneut zerbrochen.

In Gedenken an Island und Greta

 
Und hier der Schock des Jahres. Ich kann es mir einfach nicht erklären. Sergeys Performance vor ihr wird einen negativen Effekt auf sie gehabt haben, aber einen so starken?! Wahrscheinlich wurde sie 11. und liegt nur einige Pünktchen hinter dem 10. Platz. Es tut mir einfach leid für sie, da sie sich so gut drauf vorbereitet hat. Mir fehlen die Worte, einfach anschauen und den Kopf schütteln.

Donnerstag dann das zweite Halbfinale. Ich will nicht, dass sich dort noch mal die Greta-Frage stellt: Warum?

Samstag, 9. April 2016

Semifinale 1: Griechenland muss zittern

Am Freitag erlöste die EBU uns endlich und gab die Startreihenfolge in den Semifinals bekannt. Wie immer nach dieser Bekanntgabe, gab es riesige Schockwellen, die durch das ESC-Universum flogen. Ob ein Song zwischen 1-9 oder 10-18 antritt, entschied das Los, die genaueren Positionen wurden vom Regisseur des ESC´s nach dramaturgischen Aspekten eingeordnet. Die Bekanntgabe kam dieses Jahr recht spät, was eigentlich ein Zeichen sein sollte, das sie gut durchdacht sei. Semifinale 2 gibt es hier. Schauen wir sie uns einmal an:

1. Finnland

2. Griechenland

3. Moldawien

4. Ungarn

5. Kroatien

6. Niederlande

7. Armenien

8. San Marino 

9. Russland
--------------------------------------------------------------------------------
10. Tschechien

11. Zypern

12. Österreich

13. Estland

14. Aserbaidschan

15. Montenegro

16. Island

17. Bosnien und Herzegowina 

18. Malta


Die Startposition ist ein oft unterschätzter Faktor, der schon oft für Dramen gesorgt hat. Wie auch im Finale gilt: Je später, desto besser. Dieses Jahr gilt das erste Semifinale als das spannendere. Nicht, weil die Songs hier viel besser sind, sondern weil sie ausgeglichener sind. Das hängt auch damit zusammen, dass die sonstigen sicheren Qualifikanten, schwächere Songs beisteuern und damit für die Qualifikation wackeln.

Die Regisseure können natürlich nicht alle Länder glücklich machen und ich persönlich finde auch, dass es eine recht gute Entscheidung ist. Aber die Quoten für die Qualifikation werden sich nun deutlich verschieben, natürlich in die Richtung der Spätstarter. Ein Orakelspruch wird im Laufe der Woche veröffentlicht werden, meine persönliche Meinung folgt ebenfalls in diesem Post.

Zunächst für die Statistikfreunde eine Qualifikationsquoute für jeden Startplatz seit Einführung des zweiteiligen Halbfinalsystem 2008:

Startplatz 1: 50%

Startplatz 2: 56%

Startplatz 3: 31%

Startplatz 4: 38%

Startplatz 5: 38%

Startplatz 6: 69%

Startplatz 7: 56%

Startplatz 8: 50%

Startplatz 9: 50%

Startplatz 10: 63%

Startplatz 11: 31%

Startplatz 12: 63%

Startplatz 13: 69%

Startplatz 14: 81%

Startplatz 15: 69%

Startplatz 16: 60%

Startplatz 17: 83%

Startplatz 18: 88%

Wenn man also nur nach Statistik geht, würden sich die grün hinterlegten Plätze qualifizieren, die gelben teilen sich den 10. Platz. Aus dieser Statistik geht eindeutig hervor, dass es sehr wohl auf die Startposition ankommt, wobei Platz 18 der beste ist und Platz 3 & 11 der undankbarste. Aber es kommt natürlich auch darauf an, wer vor und nach dir startet. 

Somit kommen wir zu den Gewinnern und den Verlierern dieses Semifinals:

Unter den Gewinnern sind:

Finnland
Armenien
Russland
Zypern
Island 
Bosnien
Malta

Finnland darf die Show eröffnen und kann damit schon mal das ganze Potential der Bühne zeigen. Der catchy Song startet auch vor 2 schwächeren Songs, die Finnland noch besser da stehen lassen.

Armenien kommt nach dem einschläfernden Holländer und vor dem notgeilen Serhat aus San Marino. Dadurch kann sich das Lied noch besser absetzten.

Russland ist ebenfalls bei San Marino und vor der ruhigen Tschechin. Außerdem bekam er den spätesten Platz, der nach der Auslosung noch möglich war.

Island, Bosnien und Malta sind natürlich happy, weil sie das Feld beschließen dürfen und das praktisch schon die sichere Qualifikation ist. 

Natürlich gibt es auch Verlierer, Die größten sind:
Griechenland
Moldawien
Ungarn
Niederlande
San Marino
Tschechien

Griechenland wird es nun noch viel schwieriger haben sich zu qualifizieren. Das wäre das erste Mal, dass es im Semifinale hängen bleibt.

Moldawien und Ungarn hatten sich natürlich die Eröffnung der Show oder einen späteren Startplatz gewünscht. Insbesondere Moldawien braucht mit Startplatz 3 praktisch gar nicht antreten. 

Niederlande und San Marino haben zwar diesen späteren Startplatz bekommen, haben aber die ungeliebte Sandwichposition erwischt. Das bedeutet, dass sie von zwei wesentlich stärkeren Weißbrotscheiben eingeschlossen sind und dadurch schnell vergessen werden.

Doppelt bitter trifft es Tschechien. Die Sandwichposition wird noch durch den ersten Platz in der zweiten Hälfte verstärkt. Das war übrigens in den Foren der häufigste Kritikpunkt. Tschechien ist ja ohnehin schon ein ESC unbegeistertes Land und mit der nächsten verpassten Qualifikation wird das natürlich nicht besser.

Fazit: Bis auf Ungarn und Tschechien hat die EBU eine wirklich gute Startreihenfolge beschlossen, die wesentlich mehr Sinn ergibt, als z. B. die des letzten Jahres. Wie das im Semi 2 aussieht, folgt bald.





Sonntag, 3. April 2016

Weiter geht´s nach Moskau!

Das zweite mehr oder weniger offizielle Jahrgangstreffen, fand am 3.April 2016 in Moskau statt. Viele der anwesenden Acts hatten eine stressige Anreise hinter sich, da sie nur einen Tag zuvor in Riga, auf dem ersten Treffen waren. (Nachzulesen hier und hier) Für dieses Event haben sich insgesamt 12 Künstler angekündigt, nämlich:



  • Iveta aus Hamburg (Armenien)
  • Samra aus Aserbaidschan
  • Hovi aus Israel
  • Ira aus Malta
  • Lidia aus Moldawien
  • Kaliopi aus Mazedonien
  • Ovidiu aus Rumänien
  • Sergey aus Russland
  • Rykka aus der Schweiz
  • Barei aus Spanien
  • Ivan aus Weißrussland
  • Minus One aus Zypern
Die fett gedruckten Namen waren bereits in Riga dabei. Dieses Pre-ESC-Event ist größer als das in Riga, nicht nur wegen der größeren Teilnehmerzahl, sondern wegen dem deutlich größeren Medieninteresse. Auch die Bühne wird hochwertiger aussehen und klingen, als das Scheunentheater in Riga.



Einen ersten Eindruck liefert uns Ivan auf seinem Instagram-Account von der Pressekonferenz.  




 Im Laufe des Tages werden Interviews geführt und Fragen zu der Performance im Mai gestellt. Der Höhepunkt der Veranstaltung ist natürlich das Konzert, in dem alle Künstler ihren Song performen werden. Die Infos, die ich hier über die Interpreten schreibe stammen von Interviews von den Seiten Wiwibloggs und ESC Wissen von A bis Z,ESCKAZ .

Auf der Pressekonferenz waren allerdings nur 9 der 12 Acts anwesend. Rykka, Ovidiu und Iveta waren nicht da, vielleicht kommen sie noch, vielleicht auch nicht. Die Pressekonferenz war nicht zu verarbeiten, da die Akustik sehr schlecht war und die Hälfte der Acts der russischen Sprache mächtig waren und dadurch auch diese sprachen. Barei und Hovi saßen eng bei einander, sie kennen sich ja schon aus Riga. Auffällig war auch, dass Ira sehr außerhalb an einem Einzeltisch saß und auch nicht gerade glücklich aussah. 

1. Iveta aus Hamburg (Armenien):

Iveta war weder auf der Pressekonferenz, noch wurde bisher ein Interview mit ihr veröffentlicht. Daher beziehe ich mich ausschließlich auf ihre Liveperformance.

Der beginnende Sprechgesang wurde textlich geändert, irgendwas mit ich hab dich in meinen Kopf. Die ersten Töne in diesem ruhigen Anfangsteil wackeln noch etwas. Der Text wird aber sehr schön und deutlich von ihr gesungen und die Spannung bleibt erhalten. Die Sirene hat natürlich einen tollen Effekt live. Danach explodiert ja der Song und auch Iveta scheint diesen Teil besonders zu lieben. Stimmlich sehr stark absolviert sie diesen Part. Auch bei diesem Auftritt hat man sich Gedanken zum Staging gemacht. Dunkles Kleid, viel Nebel und einzelne, sehr wirkungsvolle Bewegungen, geben dem Song jetzt schon einen düsteren Touch. 

Wir dürfen also gespannt sein, was sich Armenien für Stockholm ausgedacht hat. Die große Sorge, dass sie dem Song nicht mächtig wird, ist sie schon einmal los, jetzt muss sie nur noch dafür sorgen, dass ihre leisen hohen Töne zu Beginn sitzen und Armenien bekommt das nächste tolle Ergebnis. 



2. Samra aus Aserbaidschan:

Auch von Samra ist noch kein ausführliches Interview erschienen, es gab nur eine ganz kurze Frage nach ihrem Kleid auf dem roten Teppich. Aber beim Kleid bleib ich gleich mal. Es war ein kurzes rotes Kleid, mit einer Art Umhang, der ebenfalls knallrot war. Diejenigen, die den britischen Vorentscheid gesehen haben, können sich wahrscheinlich an dieses Kleid noch erinnern, denn die wahre Siegerin Bianca trug genau dieses Kleid.

Die große Sorge vieler Fans war, dass sie stimmlich nicht an die Studioversion heranreichen würde. Diese Zweifel machte Samra dann aber doch relativ schnell zunichte. Stimmlich sehr stark und sicher, sang sie ihren tollen Song und unterstrich ihre Favoritenposition. Allerdings kann man es nicht performen nennen, da sie nur da stand und gut aussah, das muss man aber auch erst Mal können.


3. Hovi aus Israel:

Hovi war ja auch schon in Riga dabei und spaßte sich da schon in die Herzen vieler Fans und sang einmal wieder sensationell am Abend. Er sei schon oft in Moskau und St.Petersburg gewesen und liebe Russland über alles. Über seinen Kleiderstil sagte er, dass er es liebe teures mit billigem zu vermischen, so dass man keinen Unterschied sähe. Er tue viel für sein Haar, was natürlich viel Zeit in Anspruch nehme. 

Er habe auch von Dana International (Siegerin 1998) und seinem/ihrem Manager, viele Tipps und Tricks für den ESC bekommen. Sein favorisiertes ESC-Lied sei Euphoria von Loreen (Siegerin 2012) und dieses Jahr sieht der Spanien und Finnland (?!) ganz vorne. In seinem Lied gehe es darum, dass man immer das machen solle, worauf man gerade Lust hat und dass man auf die Meinung der Anderen scheißen solle. Ach ja un man solle ihm unbedingt auf Twitter folgen.

Auf der Bühne machte er wieder einen sensationellen Job. Besser kann man diesen Song nicht singen und unsere Diva performte sogar auf der Bühne. Stimmlich wahrscheinlich der beste Mann dieses Jahr und auch ausdruckstechnisch ganz weit vorne dabei. Je öfter ich sein Lied höre, desto mehr glaube ich an eine Qualifikation Israels.



4. Ira aus Malta:

Ira war ja schon in Riga dabei und sollte sich daher stimmlich sicherer fühlen, als die meisten anderen Interpreten. Im Interview gab sie zu Protokoll, dass sie mehr Verantwortung fühle, als bei ihrem Auftritt 2002 beim ESC. Sie habe nun mehr Erfahrung und diese wolle sie nutzen, sie wisse aber nicht, ob sie mehr Erfahrung habe, als andere Acts dieses Jahrgangs. Die größte Änderung sei für sie allerdings die Einführung der Semifinals, da dadurch der Druck auf die Interpreten deutlich vergrößert würde. Sie wiederholte, dass es Malta als isolierte Insel schwer habe, Punkte zu erreichen, da es keine Nachbarländer gäbe. 

Auf ihre Songschreiber Molly Pettersson Hammar angesprochen sagte sie, dass sie eine unglaubliche Person sei und glaube, dass sie Schweden in den nächsten Jahren erfolgreich beim ESC vertreten werde. Bei der Aufzählung ihrer anderen Schreiber hatte sie allerdings Probleme, die Namen zu nennen. 

Bei ihrem Auftritt sah sie dann deutlich besser aus, als noch in Riga. Haare und Make-Up waren eleganter und das Kleid hatte extrem gute Ansätze. Die Hose war sensationell, allerdings gab sie sich obenrum etwas zugeknöpft und auch sie hatte ein Cape. Die Farbe des Kleids (schwarz) passte aber überhaupt nicht zu ihrem fröhlichen Song. Stimmlich war das am Abend dann in dem Rahmen, den man sich von ihr erwartet hat. Sie ist nicht die beste Sängerin und das weiß sie auch, aber sie singt ihr Lied bis auf eine Stelle dann doch annehmbar. Aber das Lied verliert natürlich etwas an Schwung, wenn die Sängerin so mit den Tönen kämpfen muss.





5. Lidia Isac aus Moldawien:

Lidia hat ein modernes zweiteiliges Kleid an, dass in einem nerdhaften blau schwarz Ton gehalten ist und Rauten abbildet. Ihren Haaren hat sie einen Rotstich gegeben, der zu diesem Kleid perfekt passt. Bei ihrem Auftritt hatte sie das Kleid aus dem Vorentscheid an, mein Geschmack ist das wirklich nicht. Ja ich bin jetzt auch ein Mode-Blogger. Sie sei schon seit gestern Nacht in Moskau und hatte heute morgen ein Treffen, mit einem ihrer Komponisten. Sie habe ihren Komponisten beim letzten ESC kennengelernt, als sie als Reporterin für ein moldawisches Portal gearbeitet hatte. Irgendwann habe er ihr dann die Demoversion geschickt und sie sei sofort begesitert gewesen. 

Sie macht gerade ihren Masterabschluss in Moderation (Journalismus?) und spaßt, dass sie dann mit 40 ihre eigene Musiksendung moderieren würde. Über das Staging macht sie einen großen Bogen, sie erwähnt allerdings, dass es sehr dezent ?! sein wird und die Show nicht überzogen sein soll. Ihre Backgroundsänger lasse sie in Moldawien (Richtig so!) und sie glaube, dass ihre neuen aus Schweden kommen. 

Mich persönlich überrascht das schon, da man aus Moldawien genau das Gegenteil gewohnt ist und dieses Jahr wäre eine fast schon überzogene Show schon empfehlenswert. Hoffentlich überschätzt ihr Team den Song nicht so stark, dass es ein dezenter Auftritt bereits genügt. Aber vielleicht hat sie die ESC-Fans auch nur angelogen, damit die Überraschung in Stockholm noch größer ausfällt. Sie hat einen netten, professionellen Eindruck gemacht und ihr englisch war auch sehr angenehm. Ein solider Auftritt von Lidia. Stimmlich hat sie sehr stark zugelegt und singt den ersten Ton im Refrain nun etwas höher. Leider hat sie immer noch eine Tanzlegasthenie.



6. Kaliopi aus Mazedonien:

Kaliopi tritt 2016 bereits zum dritten Mal für Mazedonien beim ESC auf. Und trotz dieser vergleichslosen Zahl, lässt sie sich es nicht nehmen, auch auf diesen Partys vor dem ESC aufzutreten. Sie sei bereits einmal in Moskau gewesen und zwar 1987 mit ihrer Band, bei einem Festival, an dem auch Bon Jovi teilnahm. Kurzer Funfact: 21 ihrer Gegner waren in diesem Jahr noch nicht einmal geboren! Kaliopi nahm zwar nicht am Treffen in Riga teil, aber sie habe in den vergangenen Wochen Fernsehauftritte auf der gesamten Balkanhalbinsel gehabt.

Sie wird ihre große Promotour in Albanien, Bulgarien, London, Amsterdam und eventuell sogar Griechenland fortsetzen. Die alte Dame zeigt mehr Engagement, als alle anderen jüngeren Kollegen. Über ihre Performance sagte sie kein Wort, aber es wird wahrscheinlich so ähnlich werden wie 2012. Für sie sei Dona aktuell der passende Song für ihre Emotionen und sie wünsche sich, dass die Zuhörer das auch spüren können. Sie singt ihren Song auf Mazedonisch, da sie so schlecht Englisch spreche, wie ein Latinosinger. Sie könne es kaum abwarten nach Stockholm zu reisen, da es für sie das Zentrum der Popmusik sei.

Am Abend gab es dann also die Live-Premiere von Dona und was soll ich sagen. Kaliopi ist die Königin des Gesanges. Sensationell, übermenschlich und unglaublich. Diese Begriffe können diese Performance nur ansatzweise in Worte fassen. Für mich ist nun klar, dass Mazedonien im Finale stehen wird, so blind kann Europa gar nicht sein. Augen schließen und genießen bitte.


 

7. Ovidiu aus Rumänien:

Da sind wir schnell fertig. Er war nicht da. 

8. Sergey aus Russland:

Der Gastgeber des ganzen Events ist ja ein riesiger Star in Russland und so verwundert es nicht, dass er überall mit riesigem Applaus begrüßt wurde. Natürlich wurde er zuerst darauf angesprochen, dass er in den Wettbüros gerade auf Platz 1 liegt. Dies sei eine Ehre für ihn, allerdings freue er sich noch nicht darüber, da der Wettbewerb erst im Mai ist und sich bis dahin noch alles ändern könne. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für ihn, sein Land zu vertreten, da er ein sagenhaftes Team hinter sich stehen habe. In seinem Song gehe es auch speziell um eine Person, die er allerdings nicht nennen möchte.

Er habe viele Tipps von ehemaligen Teilnehmern bekommen, vor allem den, dass er den Moment genießen solle. Auf die Frage, wer seine stärksten Rivalen dieses Jahr sind, gab er die politisch korrekte Antwort, dass alle Länder einen hervorragenden Beitrag schicken und man es schwer einschätzen könne. Er sagte natürlich ebenfalls nichts zu seiner Bühnenpräsentation. 

Bei seiner heutigen Bühnenpräsentation hatte er als einziger sogar Tänzer dabei, mit denen er super interagierte. Die 4 in schwarz gehüllten Tänzer und er hatten eine sehr durchdachte Choreo und nichts wurde dem Zufall überlassen. Gesanglich war er extrem gut, verdächtig gut. Aber spätestens beim ESC würde ein mögliches Playback auffliegen. Mir persönlich ist alles in schwarz dann doch etwas zu dunkel für diesen eigentlich fröhlichen Song. Aber unterm Strich muss man ihm einen Platz auf dem Podest beim ESC wirklich einrechnen, da er wirklich eine Show bietet und nicht nur semioptimal singt (Malta schau Mal!)


9. Rykka aus der Schweiz:

Auch sie war ja bereits in Riga dabei und konnte dabei zwar stimmlich einen guten Eindruck hinterlassen, charakterlich war sie jedoch extrem zurückhaltend und so stellte man sich natürlich die Frage, ob sie vielleicht auch nur einen schlechten Tag hatte. 

Nein, sie ist immer so. Auch in den heutigen Interviews gab sie sich extrem introvertiert und wortkarg. Wenn sie dadurch wenigstens mysteriös wirken würde, aber es sieht einfach nur überheblich und unsympathisch aus. Ihr Album hat sie natürlich auch noch einmal erwähnt. Aber wenig Worte lassen große Taten erhoffen.

Bei ihrer Performance wurden immerhin ihre Stimme weiter verbessert. Die Töne sitzen eigentlich alle, nun müssten diese nur noch schön klingen und sie hätte wieder Chancen auf das Final. Doch im Moment ist sie für mich klar unter dem Strich und sie macht es einer zum Glück sehr leicht, ihr nicht nachzutrauern.



10. Barei aus Spanien:

Barei kam ebenfalls aus Riga, allerdings schon am Morgen mit Hovi und Ira und konnte daher an der Pressekonferenz teilnehmen. Sie klärte nun auch auf, warum sie nicht auf der Stadtbesichtigung durch Riga dabei war. Ihr Koffer war ja verschwunden und sie verbrachte den ganzen Tag damit, beim Flughafen anzurufen und in Erfahrung zu ziehen, wo ihr Gepäck denn nun sei. Ihre ganzen Outfits seien im Gepäck gewesen und er kam erst eine Stunde vor der Show an. 

Für Tel Aviv müsse man sie doch von der Liste streichen, da sie zuhause proben müsse. Sie ist die einzige, die eine halbwegs detaillierte Info ausgegeben hat, wie es bei ihr auf der Bühne aussehen wird. Sie wird mit 5 Backgroundsängerinnen arbeiten, wovon eine nicht auf der Bühne stehen wird, aus Choreographiegründen. Sie wechselte ihren Choreographen ebenfalls und wird nun nicht mehr von einem Deutschen unterstützt. 

Auf der Bühne trug sie ein durchsichtigen Poncho und stimmlich war sie wieder einer der Beste. Ihr Lied ist vom Ambitus natürlich nicht das fordernste, aber lieber singt man ein solches Lied perfekt, als ein schwierigeres schlecht wie Ira aus Malta. Ihre Tanzmoves sind immer noch klasse und sie ist ein supersympathischer Mensch.


11. Ivan aus Weißrussland:

Das glaub ich jetzt nicht...


Ein von wiwibloggs (@wiwibloggs) gepostetes Foto am



Ja, Ivan hatte tatsächlich einen echten Wolf dabei, mitten auf dem roten Teppich! Zum Glück nahm er das arme Tier nicht auch noch auf die Bühne mit, warum die EBU nichts dagegen unternimmt, finde ich nebenbei bemerkt sehr sehr schwach. 

Die Hauptaussage seines Songs sei Hoffnung und Friede. Mehr Neuigkeiten gab es nicht von ihm, da er die selben Fragen gestellt bekam, wie auch in Riga. Stimmlich machte er einen noch besseren Eindruck als in Riga und auch optisch hat er sich etwas einfallen lassen. Und zwar war er ganz in weiß gekleidet, mit weißer Kriegsbemalung im Gesicht. 

Aber mittlerweile verstehe ich sogar die Wolfidee. Sein Gesang hat sich so stark verbessert, dass Weißrussland sogar wieder vom Finale träumen kann. Aber die Performance ist momentan noch zu statisch für einen solchen Song, von daher braucht er eine wunderwolfe Performance. Er wirkt aber irgendwie nicht voll zurechnungsfähig, auch von den Aussagen die er tätigt. Aber Achtung: Verstehen heißt nicht, das ich Verständnis habe.




12. Minus One aus Zypern:

Die zypriotische Band war noch nicht in Riga dabei und haben somit noch nie live ihren Song performt. Der Leadsänger schied ja bei "the voice" in Frankreich aus und hatte somit auch Zeit. Fun Fact: 19 Acts des Jahrgangs 2016, haben einen Bezug zu einer Castingshow. Aber nur 6 konnten ihre Show gewinnen, Poli aus Bulgarien war Jurorin.

Für die Band sei es das erste Mal in Moskau, der Frontsänger Francois sei aber bereits in seiner Jugend öfters da gewesen.Sie seien außerdem sehr gerührt von der Tatsache, dass sie enorm positives Feedback aus ganz Europa bekommen. Ihr Lieblingsbeitrag der Rock(!)band ist übrigens der Siegersong von Céline Dion.

Live waren sie allerdings die Enttäuschung des Abends. Das kann natürlich auch dem extrem lauten Playback liegen, die den Frontmann dazu zwing etwas over the top zu singen. Ich persönlich glaube wirklich, dass Francois bei einem guten Soundcheck auch eine gute Leistung bringen wird. Ich bin mir auch sehr sicher, dass sie ihren Auftritt noch deutlich verbessern werden, da es sehr spontan auf der Bühne aussah. 



Das bringt mich jetzt auch schon zur Gesamtbewertung dieses Treffens, das nur die Interviews und den Auftritt berücksichtigt, nicht die Stärke des Liedes und dessen Qualifikationschancen:

12. Ovidium aus Rumänien: /

11. Minus One aus Zypern: - -

10. Rykka aus der Schweiz: - -

9. Ira aus Malta: -

8. Ivan aus Weißrussland: - (Wegen des Wolfs)

7. Lidia aus Moldawien: 0

6. Sergey aus Russland: + (Wenn es wirklich live war)

5. Samra aus Aserbaidschan: +

4. Iveta aus Armenien: ++

3. Hovi aus Israel: ++

2. Barei aus Spanien: +++

Und meine klare persönliche Gewinnerin des Abend ist eindeutig

1. Kaliopi aus Mazedonien: +++

Mittwoch, 2. März 2016

Zypern holt sich Schweden ins Boot

Am 22.2. veröffentlichte die zypriotische Rundfunkanstalt CyBC das Lied, welches Zypern beim ESC vertreten wird. Ganz ohne Vorentscheid wurde diese Entscheidung getroffen, im Gegensatz zum letzten Jahr, indem es eine richtige Castingshow gab.

Zyperns Bilanz in den letzten Jahren glänzt nicht wirklich: Bei den letzten 10 Teilnahmen in den Jahren 2005-2013 & 2015 gelang Zypern nur 4 Mal die Finalqualifikation. Der beste Platz war 2012 Ivis La La Love, das am Ende 16. wurde. Für mich persönlich ein Skandal, da das Lied wirklich extrem gut war und es noch Jahre später auf ganz normalen Party´s gespielt wird.



Bei der Castinshow für den ESC letztes Jahr entdeckte Zypern eine richtig rockige Gruppe, nämlich Minus One. Sie erreichten beim Vorentscheid den 3. Platz, die Zusammensetzung ist allerdings interessant. Denn beim Televoting sind sie glatt durchgefallen und wurden Letzter. Allerdings fühlte sich die Jury wohl in einer etwas düsteren Stimmung und wählte sie auf Platz 1 des Juryvotings. Also schon damals handelte die Jury gegen den Willen der Zuschauer. Konsequenz daraus in Zypern: Die Bevorteilen unantastbar machen und sie direkt zum ESC schicken...kein Kommentar.




Allerdings hat der CyBC einigen die Wut in der Kehle stoppen lassen, als sie bekannt gaben, wer den Song für Zypern schreiben wird. Thomas G:son ist der wahrscheinlich prominenteste Komponist des ESC-Universums. Praktisch der schwedische Ralph Siegel - nur mit Erfolg. Einige der größten ESC-Hits stammen von ihm. Hier eine kleine Auswahl:

Loreen - Euphoria - Schweden 2012 - 1 Platz

Pastora Soler - Quédate conmigo - Spanien 2012 - 10. Platz

Nina Sublatti - Warrior - Georgien 2015 - 11. Platz


Aber ein Thomas G:son für ein Rocksong? Das konnte eigentlich nicht sein. Daher stieg die Spannung, wie das Lied Alter Ego nun klingen wird. Am 22.02. kam die Auflösung.



Wie erwartet ist der Song nicht im extremen Rockbereich, sondern durch einen schönen durchgängigen Popbeat unterlegt. Das Lied startet mit einem klasse Gitarrenriff und der erste Vers lässt auch noch eher an das Rockgenre erinnern. Im Refrain allerdings kommt dieser typische, aber eigentlich unpassende Europopbeat. Dieser harmonisiert doch überraschend gut mit Francois tiefer Stimme. Die Bridge ist in meinen Augen etwas verhauen, aber das Gitarrensolo macht das schon wieder wett. All das ist jammern auf hohen Niveau. 

Generell könnte man sagen, dass G:son hier taktisch vorgegangen ist, was natürlich aus zeittechnischen Gründen gar nicht möglich ist. Denn Georgien und Weißrussland schicken ebenfalls Rock Songs zum ESC. Georgien befindet sich aber noch deutlich weiter im Rockbereich und Weißrussland ist einfach zu schwach. Daher können sie sowohl aus den Rockgewässern, als auch den Popgewässern fischen. Ein kluger Schachzug G:sons. 

Die Live-Stimme Francois ist, wie im oberen Video zu sehen, ausgezeichnet und das Lied sollte gut machbar für ihn sein. Das Staging ist nur begrenzt möglich, da 5 Bandmitglieder natürlich auf der Bühne stehen wollen und dadurch nur noch ein Platz für eine weitere Person übrig bleibt. Daher wird die Band auf der Bühne stehen und performen, wahrscheinlich ohne Tänzer. Eventuell wäre ein schwarzes Cape mit Kopftuch bis zum Refrain eine gute Idee, um eine mystische Atmo zu erstellen. Natürlich muss hier auch mit Lichteffekten und den LED-Screens arbeiten. 

Zypern hat sich wahrscheinlich einiges kosten lassen, um G:son zu gewinnen. Aber es hat sich gelohnt. Zypern wird das Finale höchstwahrscheinlich erreichen und könnte sogar ein Dark horse , also ein Geheimtipp, auf den Sieg sein. G:son sei dank!