Lisboa 2018

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Donnerstag, 28. April 2016

Party in Tel Aviv- Sonne, Strand und Siegesglanz?

Von Jahr zu Jahr gewinnt der ESC immer mehr Zuschauer. Klar, dass dadurch auch das Interesse und die Masse der Fans zunimmt. Nach dem Israel im letzen Jahr erstmals seit 2010 wieder das Finale erreicht hatte, war die Begeisterung im kleinen Land enorm gewachsen. Dadurch kam bei den Verantwortlichen der Stadt Tel Aviv eine Idee auf. Wenn man den ESC nach Israel holt, sind die Menschen, die den ESC verfolgen sehr glücklich. Und wenn man diese Stars nach Tel Aviv lockt, dann geben sie ein positives Bild in die Welt durch und damit ist das eine riesige Imagekampagne für einen Urlaubsort, von dem alle profitieren. Gedacht getan und man schob zwischen den EiC und der Londonparty das Event in Israel, also somit am 12.4.16. 

Insgesamt waren 20 Acts in Tel Aviv und zwar:

  • Eneda aus Albanien
  • Zoe aus Österreich
  • Samra aus Aserbaidschan
  • Ivan aus Weißrussland
  • Poli aus Bulgarien
  • Jüri aus Estland
  • Sandhja aus Finnland
  • Amir aus Frankreich
  • Freddie aus Ungarn
  • Hovi aus Israel
  • Justs aus Lettland
  • Donny aus Litauen
  • Lidia aus Moldawien
  • Michal aus Polen
  • Ovidiu aus Rumänien
  • Sergey aus Russland
  • Sanja aus Serbien
  • ManuElla aus Slowenien
  • Rykka aus der Schweiz
  • Joe& Jake aus UK.
Die grün markierten waren bei bisher allen Konzerten dabei, die blau markierten auf 2, die rot markierten auf einem und die pinken nahmen das erste Mal an einer Pre-Party teil. Das Programm war in Tel Aviv viel größer als an bisher allen anderen Partys, da sich das Programm auf insgesamt drei Tage verteilte. Das hatte natürlich den Effekt, dass viele Interviews geführt wurden. Eine schlechte Nachricht gab es noch von Jüri aus Estland, der auf Grund einer Krankheit nicht am Konzert teilnahm. Justs aus Lettland tauchte gar nicht auf, möglicherweise wegen seines Musikvideos, dass am 1.5.2016 heraus kommt. 

Hovi (Gastgeber) schaffte es beinahe alle für ein Gruppenbild zu erhaschen, welches er auch sofort auf seiner Instagramseite uploadete. 


Also dann los geht´s mit der Party! Ich werde es bei den bereits bekannten Gesichtern nicht so ausführlich machen, da wir sie ja schon kennen. (wie immer von Wiwibloggs und Esckaz):

Eneda aus Albanien:

Leider gab es nur ganz kurze Interviews von Eneda. Ausgestattet mit einer Pixelbrille machte sie den roten Teppich unsicher. Das hier alles, von den Interviews bis zu den eigentlichen Auftritten, sei für sie ein unheimlich großer Traum und sie freue sich, dass so viele Journalisten Interesse an ihr zeigen (Mal sehen wie lange noch). Ihr Look habe eine Lehrerin zum Vorbild (aha) und sie habe sich super wohl in Amsterdam gefühlt.

Im Konzert am Abend trug Eneda zum Glück nicht das Stiefmutterkleid, welches sie noch in Amsterdam trug. Besser wurde es auch nicht unbedingt, da sie ein konservatives rosa Kleid anhatte, auf dem silberne (eher graue) Rosen abgebildet waren. Textlich passt das natürlich super, aber bei dem powervollen Song im 50-er Kleid? Ein Outfit, was sowohl den Text als auch die Darbietung treffen, scheint im Bereich des Unmöglichen zu sein. Stimmlich kann man nicht über sie lästern und auch in der Performance ist sie ein Profi. Zum zweiten Refrain setzte sie zwar zu früh ein, aber das lässt gar nichts über Stockholm sagen. Auffällig ist nur, dass mit der neuen Version jegliche Power verloren gegangen ist und die drei Minuten schnell eintönig werden.



Samra aus Aserbaidschan:

 Zunächst erklärte sie fast auswendig gelernt, dass sie Tel Aviv sehr schön finde, obwohl sie noch nicht viel von der Stadt gesehen habe. Das Treffen in Moskau sei ebenfalls sehr schön gewesen, da sie auch andere Interpreten getroffen habe. Zur Bühnenshow wollte sie nichts verraten, aber wir sollen ein Wunder erwarten. Sie habe ihre Stimme bei the voice gefunden und möchte diese nun beim ESC teilen, die Shows waren auch eine gute Vorbereitung für den ESC. Die Musik beherrsche auch ihre Freizeit, egal ob sie koche oder Sport mache, sie tue alles mit Musik. 

Zoe machte übrigens übertrieben viele Werbung für H&M, die übrigens nur Fairtrade-Waren benutzen. Ihr Kleid sei übrigens von einer neuen Modelinie, die von H&M ist und Fairtrade ist. Wenn man Werbung macht, bitte nicht so lächerlich.

Auf der Bühne präsentierte sie sich in einem, ich nenne es 50 shades of gold Outfit. Der Gürtel war golden und glitzerte, das kurze goldene Kleid wurde durch ein Band reflektierenden Golds unterbrochen und das ganze Kleid endete in goldenen Fransen. Stimmlich sah es allerdings nicht so golden aus. Im Refrain hat sie gar keine Probleme und ihre tolle Stimme glänzt wie die Ölquellen von Baku. Sobald die Instrumentierung aber in den Versen zurückgefahren wird, hat sie kaum noch Kontrolle über ihre eigene Stimme und diese bricht daher des Öfteren etwas weg. Ein bisschen Hin- und Hergelaufe, dort ein paar Handbewegungen und man hat die Performance von Samra gut zusammengefasst. 


Polia aus Bulgarien:

Das Auftreten in Riga und Amsterdam habe ihr sehr viel Spaß gemacht und sie fühle sich überall auf der Promo-Tour zuhause. Das liege vor allem an den anderen Teilnehmern, mit denen sie schon sehr eng verbunden sei. Sie habe bisher nur 2 Stunden geschlafen und habe daher noch nichts von Israel, wo sie zum ersten Mal sei, gesehen. In ihrem eigenen Leben habe es schon eine Situation gegeben, in der Liebe ein Verbrechen war (Ihr Songtitel). Aber das sei Vergangenheit und sie schaue nur nach vorne. Da sie zur Zeit auch in Musicals mitspiele, seien die vergangenen Wochen wirklich hart gewesen, weil alles zeitlich genau geplant war, aber es sei trotzdem die schönste Zeit ihres Lebens. Daher habe sie auch geweint, als sie die finale Version ihres Songs gehört habe.

Ihr Outfit war sehr sonderbar. Er erinnerte sehr an ihre Kleidung vom ESC 2011, wirkte aber sehr zusammengewürfelt. Ein weißer Doktormantel, darüber ein schwarzer Gürtel, der gleichzeitig als Kette diente, untenrum eine Jeans. Die Haare waren auch als Pferdeschwanz zusammengebunden, so kennt man Poli gar nicht. Die Performance war dann doch wieder typisch Poli, nämliche einfach perfekt. Durch ihr Gehüpfe gingen zwar einige Tone daneben, aber dafür feierte sie auf der Bühne, was mit dem wohl größten Applaus belohnt wurde.




Jüri aus Estland:

Das Interview fand mitten auf einem Sportplatz in Tel Aviv statt. Daher war die erste Frage, ob er denn oft Sport betreiben würde. Er verneinte das und sagte, dass er seit seiner Geburt nicht mehr so viel Sport gemacht habe. Er selbst sei ein großes und dickes Kind gewesen. Er erzählte  erneut die Geschichte mit dem Chor und seiner hohen Stimme, die ja nun bekanntermaßen auf Arnold Schwarzenegger Frequenz schwingt. Er habe des Weiteren auch ein Jahr in Dänemark gewohnt und könne daher auch Dänisch sprechen. Ihm selbst habe seine Performance in Amsterdam besser gefallen als in Riga, da es durch die größere Menge an Zuschauern emotionaler gewesen sei. Israel gefalle ihm sehr, er habe aus seinem Zimmer den Blick aufs Meer und er freue sich bereits auf das Erkunden der Altstadt. Angesprochen auf seine Popularität in Estland antwortete er, dass er zwar oft erkannt werde, die Esten aber ein schüchternes Volk seien und ihn daher nur in Ausnahmefällen ansprechen würden. (Wenn das der Putin hört...)

Wie bereits oben erwähnt, konnte er wegen einer Erkrankung nicht am Konzert teilnehmen.

Sandhja aus Finnland:

Sandhja trat auch das erste Mal in der ESC-Bubble auf und wurde natürlich von vielen Reportern in Beschlag genommen. Sie habe durch ihre frühere Anreise das Privileg gehabt, schon am Strand zu chillen und so die Sonne zu genießen. Auf der Bühne werde sie extra für sie angefertigtes Wildleder tragen, wie genau verriet sie nicht....(Sie nannte auch die finnischen Designer, die sie für den Abend einkleideten, aber mehr als kamärääääkovääkaää konnte ich nicht verstehen.)

Sie sei dem Publikum natürlich nicht sauer, dass diese sie im finnischen Vorentscheid das Televoting nur als 3. beendete. Sie sei nun beim ESC und ihr gehe es gut. Sie wisse auch nicht, ob es ein gutes Zeichen ist, den ESC zu eröffnen. Sie sei bereits einmal in Israel gewesen, um in den Bergen bei Jerusalem ihr erstes Musikvideo zu drehen. Sie bestätigte außerdem, dass sie finnische Vizemeisterin im Kickboxen gewesen war. Ihre Mutter stamme aus Indien, aber doch irgendwie aus der Karibik. (aha)

Bei ihrem Song überraschte sie mit ihrer Optik. Ausgestattet mit einem Zebra-Jumpsuit (oder doch die kreative Gestaltung des Dopplereffekts?) rockte sie die Bühne. Sie entledigte sich noch schnell ihrer Schuhe und dann konnte die Party los gehen. Die Stimmung war wirklich auf dem Höhepunkt, aber stimmlich war es der musikalische Tiefpunkt, zumindest im ersten Teil. Sie hörte sich wahrscheinlich nicht und sang daher völlig daneben, ohne einen einzigen Ton zu treffen. Aber in Stockholm wird sich das geben, sie hat sich nämlich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen.




Amir aus Frankreich:

Seine Familie komme ja aus Israel, daher sei es nicht sein erstes Mal in Tel Aviv. Er sei bereits vor 2 Wochen dort gewesen und werde vor dem ESC erneut das Land aufsuchen. Das Staging werde so modern und elegant wie irgend möglich sein, dabei aber nicht über das Ziel hinausschießen. Man werde ihn auch nächste Woche in London erleben.

Beim späteren Konzert trat er im lässigeren Marco Mengoni-Gedächtnis-Outfit (Italien 2013) an. Also blauer Anzug mit weißem T-Shirt. Allerdings ohne Krawatte und mit weißen Sneakers. Stimmlich perfekt und das Publikum ging natürlich super mit, es war ja auch ein halbes Heimspiel für ihn. Man darf gespannt sein, ob er den Russen vom gebuchten Thron schmeißen kann.


Hovi aus Israel:

Der Gastgeber! Falls übrigens jemand Sicherheitsnadeln benötigt, muss er nur schnell bei Hovis Management anrufen. Hovi trug beim roten Teppich nämlich ein Anzug und Fliege, an denen hunderte von Sicherheitsnadeln befestigt waren. Er sei ein sehr verantwortungsvoller Gastgeber, der immer auf das Wohl seiner Gäste achte. Erst gestern beim gemeinsamen Abendessen, habe er sich wie eine Bedienung gefühlt, da er sich immer bei seinen Gästen vergewissert habe, ob alles ok sei. Sandhja aus Finnland habe er zwar erst am vorherigen Tag kennengelernt, aber sofort ins Herz geschlossen.

Hovi hielt mal wieder alles in schwarz bei seiner Performance. Er trug eine Leggins, darüber ein langes T-Shirt, beides in schwarz. Darüber hatte er eine olivgrüne Lederjacke mit Fransen an. Dass bei ihm der Applaus am lautesten war, überrascht natürlich nicht. Stimmlich war es sein bester Auftritt, da er nun endlich die hohen Töne gegen Ende ungequält erreichte. Das Publikum band er auch super ein. Sein letzter Promo-Auftritt (Malta zählt für mich nicht) war also durchaus erfolgreich.



Donny aus Litauen:

Donny, dessen erstes Promo-Event hier in Israel ist, sei sehr froh darüber, dass er nun in Israel ist und diese Stadt kennen lernen könne. Im großen und ganzen werde seine Bühnenshow sich nicht vom nationalen Vorentscheid unterscheiden (!) und er bekomme sehr viel Hilfe von seinem Team, dass sich um den Ton und die LED-Screens in Stockholm kümmere. Sein Salto werde man auch nicht missen. Er sei seit seinem letzten ESC-Auftritt 2012 wesentlich erfahrener und wisse nun einige Tricks, wie er noch überzeugender performen könne. Im Gegensatz zum letzen Mal, sei er im Wettbewerb, um den ESC zu gewinnen (viel Glück dabei). Er plauderte auch noch ein bisschen über seinen Juroren-Job bei the voice und natürlich über die das Video der baltic boys, das er sogar gesehen habe. Er äußerte sich dann noch kritisch dem litauischen Fernsehen gegenüber, da der auf 2 Monate und 7 Auftritte gestreckte Vorentscheid, viel zu umständlich und anstregend sei.


Auf seine Performance war man natürlich sehr gespannt, da er ja nun das erste Mal nach dem Vorentscheid auftrat und vielleicht schon einige Posen für Stockholm verraten könnte. Er trug ein weißes T-Shirt mit grünen Farbtupfern und dazu seine schon bekannten grünen Sneakers. Stimmlich doch relativ souverän präsentierte er seinen Partysong, der natürlich super gut ankam. Als Tänzer konnte er sich sehr gut auf der Bühne bewegen, auch wenn es manchmal wie ein Coffeinschock aussah. Was mich noch etwas nervös für seine Finalqualifikation macht ist, dass er im letzten Refrain nur hohe Töne aushält und damit das gesamte Tempo und die Atmosphäre zerstört. Bitte noch ändern! 



Lidia aus Moldawien:

Sie sei das erste Mal in Israel und sie sei beeindruckt von diesem Land, vorallem vom Meer. Das Tattoo, welches sie auf der Innenseite ihres linken Arms trägt, bedeute carpe diem ("Live the moment"). Sie habe zwei Jahre gezögert, bevor sie sich es endlich stechen lassen habe. Sie habe sich auf der Bühne in Amsterdam sehr wohl gefühlt, da die Fans sie so gut unterstützt hätten und sie sogar mitsangen. Nach dem Konzert habe sie einen Tag frei, um Tel Aviv zu besichtigen. Sie war außerdem überrascht, dass 900 Menschen zum Konzert erwartet wurden. (Das ist mehr als Moldawien Einwohner hat)

Sie trat einmal mehr in ihren weißen Hotpants mit weißem Rockschleier auf und ihre roten Haare können fast schon ihr Markenzeichen sein. Das stimmlich unkomplizierte Lied bekommt sie nun auch in den Griff. Aber meine Güte, was war das für eine Performance?! Da hat das Lied ja richtig Spaß beim zuhören gemacht, nicht, dass sie sich doch noch fürs Finale qualifiziert!

Michal aus Polen:

Der junge Jesus fand auch nach Tel Aviv, doch sein Vorgänger war irgendwie gesprächiger. Vielleicht hatte er auch nur keine polnischen Bodyguards wie Michal, wer weiß das schon. Fakt ist, dass Michael einen Satz in die Kamera sagen durfte: "Es war unvorhersehbar." Das wars, sofort wurde er weggedrängt. Ein bezeichnendes Bild für das aktuelle Polen.

Singen durfte er sogar ohne Geleitschutz (!) völlig alleine auf der Bühne. Er trug eine schwarze Lederhose und ein ins Auge springendes pinkes Hemd. Eher Augen zerkratzend. da es ein sehr sehr krasses pink war. Optisch durchgefallen war seine Stimme einmal mehr sensationell, vielleicht sogar die beste männliche Stimme, die Polen je gesehen hat. Trotzdem bleibt sein Englisch auf einem Level mit Lothar Matthäus und die einzige Chance für ein Scheitern seinerseits liegt in der falschen Klamottenwahl. 

 

Ovidiu aus Rumänien (Mittlerweile ja disqualifiziert):

Ach, es bricht einem schon das Herz, wenn man Ovidiu so sieht und er nichts von seiner Zukunft weiß. Bei den Interviews erklärte er glücklich, dass ihm der Chorus sofort eingefallen sei und ihn unverzüglich niedergeschrieben habe. Er wisse nicht, ob sein Song zum ESC passe, aber es gehe ihm darum, die Message an die Zuschauer zu bringen. Diese ist, dass die Menschen näher zusammenrücken sollen, dann können sie einiges schaffen (Angeblich hat er den Song im Anschluss an den tödlichen Diskoabend in Bukarest geschrieben, bei dem 64 Tote zu beklagen waren und scheinbar Korruption der Grund war. Offiziell von ihm bestätigt ist das nicht.). Sein Staging muss ich ja nicht weiter erklären. Sein Team würde sich aber sehr auf Stockholm freuen...

Er trat natürlich auch auf und zwar ganz in schwarz ohne den Hauch von optischen Akzenten. Stimmlich war er sagenhaft nur das Publikum drehte ihm zu Beginn buchstäblich den Rücken zu. Aber die Stimme von ihm hat einen unfassbaren Bann, den sich kaum jemand entziehen kann. Es ist wirklich ein Jammer.



Sergey aus Russland:

Der Topfavorit sei bereits das 3. Mal in Israel, zuletzt vor 8 Jahren wegen eines großen Festivals. Zur Bühnenshow wollte er überhaupt nichts sagen. Ein Hinweis darauf, dass er das Video tatsächlich auf der Bühne umsetzten möchte. Er fühle zwar den Druck, der auf ihm, seinem Song und seiner Show laste, aber er werde Russland stolz machen. Er sprach auch seine Bewusstlosigkeit auf der Bühne in Russland an. Es habe sehr viel Stress auf ihn gewirkt, da er 24 Shows im März gehabt habe und dadurch irgendwie zu viel wurde. Vielleicht liege es auch mit dem Abbau von Muskeln, da er während einer Tour nicht ins Gym könne. 

Auch er war ganz in schwarz gehalten, aber mit dem wichtigen Unterschied, dass er 5 Tänzer dabei hatte. Somit war die Performancenote eine 1+ mit Sternchen. Stimmlich auch unglaublich gut, Publikum liebte ihn, was soll da noch in Stockholm schief gehen?!



Zoe aus Österreich:

Der Auftritt in Amsterdam, bei dem sie überraschend viel Applaus bekam, sei für sie ein unbeschreibbarer Moment gewesen, der gleichzeitig einer der spannendsten in ihrem Leben war. (Hier werden aber viele Superlative durch die Luft geschleudert) Sie habe sogar geweint, da die Atmosphäre sie so überfordert haben. Sie wünsche jedem Menschen einmal im Leben ein solches Gefühl, weil es unbeschreiblich schön sei. Ihr Vater, der selbst vor einigen Jahren beim Vorentscheid aufgetreten sei, habe ihr viele Tipps gegeben, vor allem, dass sie den Moment genießen solle.

Auf der Bühne verwandelte sie sich zur menschlichen Zitrone. Hohe gelbe Schuhe, die unterhalb eines gelben Sommerkleidchens, das mit schwarzen Pünktchen versehen wurde. Also vielleicht doch eine Honigmelone? Wie dem auch sei, die Töne saßen alle und auch das performen klappte. Allerdings hatte sie zu Beginn Probleme, im richtigen Tempo zu singen, was wiederum an der nicht optimalen Tontechnik lag. Also ist das kein Zeichen, dass das auch in Stockholm passieren wird, es sei denn Nervosität wäre der Auslöser gewesen. An den Applaus von Amsterdam konnte sie nicht heranreichen.



Sanja aus Serbien:

Sie sprach darüber, warum Hovi und sie so gut befreundet seien. Sie seien beide unglaublich verrückt und so ähnlich, dass sie sich mögen müssen. Ein Projekt mit Hovi wurde von ihm angedeutet. Sie habe aktuell keinen Freund. (Wirklich erstklassige Informationen)

Aufschlussreicher war da ihre Performance. Im schwarzen Sekretärinnenrock und schwarzer Bluse trat sie doch relativ zurückgenommen auf. Stimmlich einmal mehr sagenhaft und auch in Sachen Ausstrahlung glänzte sie. Mehr muss man nicht sagen.



Rykka aus der Schweiz:

Sie sei positiv von Israel und Tel Aviv beeindruckt und möchte am Morgen schwimmen gehen. Ihr Auftritt in Amsterdam sei wunderbar gewesen. Nicht nur sie habe sich toll gefühlt, sondern auch die positive Energie des Publikums, habe sie beeinflusst. Ihr Mann reise sonst bei allen Terminen mit ihr mit, aber nicht nach Israel.

Sie trug scheinbar eine Malerhose, da schwarze Farbspritzer auf der eigentlich weißen Hose zu sehen waren. Als Top trug sie einen BH, darüber einen durchsichtigen schwarzen Stoff, dessen Reißverschluss etwas unüberlegt vernäht scheint. Rykka bewies auch hier ihre immer besser werdende gesangliche Form und das Animieren der Zuschauer hat sie nun auch vollständig im Griff. 



ManuElla aus Slowenien: 

Es sei ihr erstes Mal auf einem roten Teppich und sie habe das Gefühl noch nicht gekannt, dass alle ihren Namen rufen und sie sehen wollen. Sie habe gestern bereits einen Baum gepflanzt, wie alle anderen Teilnehmer auch, obwohl es geregnet habe. Das Konzert in Amsterdam sei für sie unglaublich gewesen, da sie jeder der Fans unterstützt habe.

Sie trug einen langen schwarzen Rock und ein besches Top, nicht gerade optimal für einen Auftritt. Stimmlich war das ok, nicht außergewöhnlich, aber dem Song angemessen. Aber sie performte ja richtig auf der Bühne! Das hätte ich der Slowenin mit deutschen Wurzeln ga nicht zugetraut.




Freddie aus Ungarn:

Freddie ließ sich auch das erste Mal auf der Promotour blicken und hatte nach meinen Infos seit dem nur einen Auftritt in einem Seniorenschwimmbad, bzw. am Schwimmbad. Er habe sehr stressige Wochen gehabt und nun habe er ein kurzes Zeitintervall gefunden, in dem er an einem Event teilnehmen konnte. Er konzentriere sich ausschließlich auf den ESC und versuche, die ungarischen Menschen zu den glücklichsten Menschen zu machen. Er kann natürlich auch noch nichts zu seiner Show sagen, aber er müsse sehr viel arbeiten, da die Bühne in Stockholm so groß sei. 

Offenbar war Freddie von seinem ersten Flug noch ordentlich durchgeschüttelt, denn seine Kleiderwahl erinnerte eher an einen ungarischen Bauarbeiter. Die zerrupfte Jeans hätte ja ganz tight aussehen können, wäre da nicht dieses unglaublich hässliche kanadische Holzfälllerhemd gewesen. Er erinnerte dadurch eher an den letzten Menschen, nach einer atomaren Katastrophe. Auch das ist ein Weg Pioneer zu interpretieren... Stimmlich war sein Schreigesang sicher wie erwartet, trotz anfänglicher Tonprobleme. Gestik ließ gerade zu Beginn etwas zu wünschen übrig, gegen Ende wurde es wirklich gut. Vom Outfit abgesehen eine solide Vorstellung.


Joe & Jake aus UK:

Sie stellten zunächst die These auf, dass das ESC Publikum deutlich netter und begeistigungsfähiger sei, als ein normales Publikum. Es sei alles so toll und auch wenn es doch so ein großes Event sei, sei die Freude im Vordergrund. Sie würden jede freie Minute zusammen verbringen, um zu üben oder um bei solchen Events aufzutreten. Sie haben sogar ihre Jobs aufgegeben (!), um sich für den ESC gut vorzubereiten zu können. Sie werden alles für ein gutes Ergebnis machen. (Wie wäre es mit Gesangsunterricht?)

Sie traten einmal mehr mit Gitarre und im casual-Outfit auf. Erneut war es eine Performance, die sehr an das Video erinnerte. Die Stimmen der beiden sind ja nicht schlecht, aber sie harmonieren im Refrain schlecht. Es wurde zwar besser seit Amsterdam, aber es ist immer noch weit weg von gut. So wird das nichts mit einem Platz in den Top20.



Ivan aus Weißrussland:

Ivan begleitet uns schon seit Anfang an und daher war das Interesse mit ihm Interviews zu führen natürlich vergleichsweise klein. Hauptsächlich geht es nämlich um seine Haare, die er nicht sehr oft schneide. Besondere Haarpflegeprodukte, die seine Haare so unglaublich geschmeidig machen, benutze er nicht. Das Wetter allein in Israel sorge dafür. (Wirklich schlaue Antwort) Ach ja, der Wolf (Shakira, kein Witz) ist nicht in Tel Aviv dabei. Er sagte aber, dass man sie in Stockholm sehen werde.

Er trug bei seinem Auftritt einmal mehr sein Unschuldsoutfit (ganz in weiß), die Bremsstreifen auf seinen Backen waren auch wieder vorhanden. Wenn es ein Beispiel für lineares Wachstum gibt, dann ist es wohl Ivan. Von Show zu Show steigert er sich. Bereits in Amsterdam war er stimmlich fast schon auf dem Höhepunkt. Und nun? Wenn man in der Kategorie singen nicht mehr besser werden kann, steigert man sich eben beim performen. Ich sehe da einen eigentlich tot geschrienen auf dem Weg ins Finale. Mittlerweile kann man auch gar nicht mehr von unverdient reden. Am Ende folgte noch der Aurela Gace-Gedächtnis-Abwürger (Albanien 2011).

  







Donnerstag, 14. April 2016

Das Konzert in Amsterdam

Nach dem alle Journalisten mehr oder weniger glücklich gemacht wurden, folgte am Abend das große Konzert der ESC-Teilnehmern. Wie bereits angekündigt, musste Armenien auf Grund der aktuellen politischen Lage im Lande absagen. Aserbaidschan hatte sich erst gar nicht angemeldet. Noch kurzfristiger musste leider Agnete aus Norwegen absagen, die seit 2 Wochen von einem schlimmen Virus heimgesucht wird und das Bett nicht verlassen kann. Die Übersicht gibt es hier nochmal und die Interviews hier. 

Durch das Programm führten der Holländer Cornald Maas mit reizender Unterstützung von der isländischen Wuchtbrumme Hera Björk.

Den Beginn machte die Rockgruppe Minus One aus Zypern mit ihrem Beitrag Alter Ego: 



Natürlich ein sehr lauter Beginn, der die Masse in Amsterdam richtig zum kochen bringen sollte. Problem an der Startnummer 1 ist natürlich bei solchen kleineren Events, dass das Mischpult noch nicht optimal eingestellt sein kann. Leider war hier das der Fall. Die Band, die in voller Montur da stand, war leider kaum zu hören und der Frontsänger hatte seine Probleme zum Publikum vorzustoßen, sodass es eher nach Gebrüll geklungen hat. Trotz all dieser Probleme war es ein gelungener Opener, der von den Fans auch dem entsprechend Applaus bekam. In Stockholm müssen wir uns bei der Tontechnik keine Sorgen machen.

In Punkten sind das: 7/12

Startnummero 2 ging an ManuElla aus Slowenien mit ihrer Taylor Swift-Hommage Blue and Red:


Sie performte ihre neue, leicht abgewandelte Version zum ersten Mal live. Was mich allerdings fast wütend hinterließ, war ihr Kleid. Blau und Rot, wer´s glaubt! In einer Mischung aus Lakritzerzeugnis und schwarzer Witwe stand sie vor dem geschockt dreinblickenden Publikum. Stimmlich war das souverän, beeindruckend aber auch nicht. Sie bewegte sich immerhin etwas auf der Bühne und versuchte den Lebensgeist zu versprühen, den sie mit dem Kleid kleidzeitich einzog.

In Punkten heißt das: 3/12 

Mit der Nummer 3 kam dann Ovidiu aus Rumänien mit seinem Lied Moment of silence:



Er wurde ja seit dem rumänischen Vorentscheid nicht mehr gesehen und gab auch in Amsterdam keine Interviews. Eben ein silent guy. Daher war man umso gespannter, ob er seine doch etwas wacklige Leistung in Bukarest, verbessern konnte. Zumindest optisch ist ihm das auf gar keinen Fall gelungen. Zum Beitrag aus Zypern hätte seine Kleidung gepasst, aber sein Beitrag macht nicht auf cool, sondern auf mystisch und da sind Rockersachen total unangebracht. Stimmlich war er dafür um so besser aufgelegt. Den letzten Refrain sang er sogar eine Oktave höher und auch das silence war dieses Mal richtig getroffen. Auch wenn das viele Fans nicht hören wollen, aber er wird sich im Mai fürs Finale qualifizieren.

Punktabzug gibt es für´s Outfit: 9/12

Wir bleiben eher im Osten und begrüßen die Nummer 4: Eneda aus Albanien mit Fairytale:



Bereits im Interview kam sie falsch rüber, als sie energisch bat eine Szene rauszuschneiden. Wie eine Stiefmutter eben. Offenbar muss ihr das jemand als neues Imagekonzept verkauft haben, denn sie trat mit einem langen, furchteinflössenden Kleid auf. Dazu wurde das ganze von einem feuerroten Dutt gekrönt. Um in Märchensprache zu bleiben: Sie sah aus wie die böse Schwiegermutter der armen Aschenputtel. Ich wiederhole es noch einmal: Sie singt ein Liebeslied! Ach ja, gesungen hat sie ja auch. Das allerdings muss man ihr lassen, denn das kann sie wirklich klasse! Auch die Performance war überdurchschnittlich, was vor Allem an ihrer ausgeprägten Gestik lag. Aber dennoch, es wirkt wie eine Kriegserklärung. 

Das macht insgesamt 2/12 angebissene Äpfel 

Es ging weiter mit dem ersten Big-5 Kandidaten mit Joe & Jake aus GB mit You´re not alone:



Na da haben sich die Verantwortlichen einen Spaß erlaubt. Nach dem aggressiven Liebes-Kunstlied, kommt nun der Pop-Nonsence aus GB. Mittlerweile habe ich mich gut mit der Studioversion arrangiert und fasst schon verdrängt, wie unfassbar schwach sie live sind. Bis zu jenem Samstagabend. Positiv: Sie haben versucht das Publikum zu animieren und die Parts, in welchen sie alleine singen, sind erträglich. Negativ: Sie haben das Publikum nicht animieren können, stimmlich war es mehr als wacklig und der ganze Auftritt ließ mich praktisch ihre Unsicherheit spüren. Wir haben unseren letzten Platz gefunden

In suizidgefährdeten Stimmgeräten heißt das 0/12

Mit der Nummer 7 gab es dann das Wiedersehen mit Kanada der Schweiz und Rykka mit The last of our kind:



Die nächste Stimme, die oft nicht das geforderte umsetzt. Die Marilyn Monroe Gedächtnis Frisur hatte sie immer noch und auch sie trug schwarzen Stoff, wie bisher jeder. Allerdings hatte sie zwei bronzene Winddrachen über ihren Windbeuteln. Aber dann die Überraschung des Abends: Sie hat sich saumäßig verbessert. Nun sitzen auch die hohen Töne und der Prozess, der in Riga eingesetzt hatte, scheint beinahe beendet. Sie bewegte sich sogar und performte wirklich gut! Die Überraschung des Abends!

In kanadischen Ahornsirups macht das 8/12. 

Ein weiterer alter Bekannter kam mit der Nummer 8 mit Ivan Help you fly aus Weißrussland:



Heute ließ Ivan Shakira zu Hause und auch seinen kleinen Ivan versteckte er noch. Farblich setzte er neue Akzente und trat als großer haariger Marshmallow auf. Dazu aber völlig unpassend waren seine braunen Cowboy-Stiefel. Auch Bremsstreifen eines Erzengels hatte er im Gesicht. Gesanglich steigert er sich ähnlich konstant wie Rykka nur, dass er auf einem höheren Level startete und jetzt etwas unter ihr steht. Er hat seinen Song mit Ausnahme der letzen Note super im Griff. Auch mit dem Publikum interagierte er super. Wenn die 
Nacktidee nicht wäre, könnte man ihn fast schon ernst nehmen. 

In weißrussischen Wolfsrudeln macht das 4/12.

Das krieselnde Moldawien war das 9. Land, repräsentiert von Lidia mit Falling stars:



Die singende Reporterin wirkte in den Interviews wirklich gelöst, als ob der Schalter bei gedrückt wurde. Offenbar kann sie nur ein Kleid ihr Eigen nennen, da sie erneut ihren weißen Hotpants-Schleier anhatte. Gesanglich gab es eigentlich nichts auszusetzen, sie hat zu Beginn des Refrains den Tonsprung aus Gründen der Sicherheit etwas verkleinert. Aber bei ihr bleibt das Kati Wolf (2011 für Ungarn als Favoritin abgestürzt) Problem. Partysong, aber keine Bewegung in der Protagonistin. Ihre Ansage, dass es keine Tänzer in Stockholm geben werde, wiegt damit doppelt so schwer.

In steifen Tanzmoves macht das 3/12.


Danach folgte mit der 10 die Märchenpuppe Gretel aus Island mit Hear them calling me:


Man war natürlich sehr aufgeregt, wie Greta sich zeigen würde, da sie seit ihrem Sieg beim nationalen Vorentscheid, keinen Live-Auftritt von ihrem Beitrag bestritt. Sie begann ihren Auftritt mit einem gut zwei-minütigen Geigensolo, dass die Fans richtig auf ihren Auftritt heiß machen sollte. Auch sie war ganz in schwarz gehüllt. allerdings spektakulärer als ihre Vorgänger. Hohe Stiefel, Lederrock und sehr, sehr kurzes Top. Von Styling her der bisherige Höhepunkt des Abends. Auch ihre Performance ließ nicht zu wünschen übrig, da sie ihr Staging aus dem Vorentscheid so gut wie möglich im Club zeigte. Stimmlich war es etwas wacklig, was sie aber mit der gutem Einbindung des Publikums wieder wett machte. Bisher auch der Lautstärkehöhepunkt des Abends.

In gesunkenen Disney-Kreuzfahrtschiffen macht das 11/12

Montenegro folgte mit Highway und Real thing auf der 10 nach der Pause:


Highway performte gar das erste Mal ihren Beitrag live. Die Gruppe stand in lässigen, dunkel geprägter Kleidung auf der Bühne, unterstützt von einem Bass und Gitarre. Leider war die Gruppe recht statisch auf der Bühne und so konnte das Publikum leider nicht in ihren Bann ziehen. Nur der Gitarrist zeigte Ansätze einer mitreißenden Performance. Gesanglich war es von den jungen Hüpfern leider so wie erwartet ausbaufähig und so kam es, dass der starke Charakter des Liedes live leider gar nicht ankam. Nur der schon erfahrene Bojan (Serbien-Montenegro 2005) zeigte eine gute gesangliche Leistung, auch wenn er etwas von der Gruppe ausgeschlossen wirkte.

Um es in zertrümmerten E-Gitarren zu sagen: 1/12

Der Gastgeber des nächsten Events war mit der 11 dran, nämlich Hovi aus Israel mit Made of stars:



Der bei den Fans schon sehr beliebte Hovi war auch bei dieser Performance nicht der lebensfrohe Paradiesvogel, der er abseits der Bühne ist. Er war auch ganz in schwarz gehüllt und hier liegt die Betonung auf gehüllt. Schwarze Schuhe mit schwarzer Hose, dazu schwarzes Hemd mit schwarzem Jacket und schwarzem Umhang und natürlich noch die dunklen Haare. Nur ein großes goldenes Amulett auf der Brust setzte einen Kontrast. Stimmlich war er einmal mehr große Klasse, da seine kräftige Stimme jeglichen Körper durchdringt. Auch seine Gestik war sehr passend und ausgeprägt. Nur im letzten Refrain traf er die hohen Töne nicht. Dabei kann es aber auch sein, dass er seine Stimme schonen wollte, da muss man schauen, wie sich diese Töne entwickeln.

In Hovitches macht das: 9/12

Von männlicher zu weiblicher Stimmgewalt und damit zu Sanja aus Serbien mit Goodbye:



Auch Sanja kann auf eine große Promotour zurückschauen. In Amsterdam performte das quirlige Etwas mit der Nina-Zilli-Gedächtnis-Frisur (Italien 2012). In einem fast ins hautfarbene Kleid mit hohen Gürtel gewickelt, machte sie eine tolle Figur auf der Bühne. Stimmlich hat man bei ihr fast schon das Gefühl, dass das eigentlich schwierige Lied, sie sogar stimmlich unterfordere. Das einzige Wort hierfür ist perfekt. Kritikpunkte erhält sie allerdings für den unsicheren Umgang mit ihren hohen Schuhen, die ihre Bewegungen sehr ungeübt wirken ließen. 

Um es in cm der Schuhe zu sagen: 11/12

Mit der 13 folgte der polnische Jesus Michal mit Color of your life:



Im ersten Auftritt nach seinem Sieg im Vorentscheid, entledigte er sich seines Zirkusdompteuroutfits und wandelte sich in ein goldenes Etwas. Vielleicht war es aus dem Fundus von Michael Jackson, dass würde zumindest etwas über den Polen erzählen, der für mich ja sowieso noch ein großes Rätsel ist. Immerhin brachte er Farbe in das Konzert. Die Stimme war einmal mehr sensationell, wahrscheinlich der beste Sänger dieses Jahrgangs knapp vor Hovi. Die Wirkung des Liedes kommt live besser an als in der Studioversion. Das einzige, was mich noch richtig nervt ist, dass er scheinbar unfähig ist, ein deutliches Englisch zu sprechen, denn dazu gehört nun mal das th.

In schwarz lackierten Fingernägel heißt das: 10/12

Als quatorze kam die junge Österreicherin Zoe mit ihrem Loin d´ici:



Ohne Laufband musste die arme Österreicherin in Amsterdam auskommen, das folgt dann in riesigen Maßen in Stockholm. Zoe trug ein rotes Sommerkleidchen, für das scheinbar tausend rote Tulpen dran glauben mussten. Dazu Sandalen und KEIN einziger Tupfen rosa! Bei ihrem offiziellen Video, in dem alles was nicht schon rosa war, rosa gemacht wurde, sah das alles noch viel kitschiger aus. Aber nur so scheint es noch im Rahmen zu bleiben. Dennoch bleibt sie für mich die Kindergarten Kate Ryan (Belgien 2006). In Amsterdam war sie gesanglich einmal mehr sehr souverän und traf alle Töne blind. Leider waren die Augen nicht so beeindruckt, da sie nur von A nach B und zurück lief. Trotz dieser mangelhaften Performance, lag ihr das Publikum zu Füßen. Ob das an der Interpretin oder an der Sprache des Liedes lag, bleibt das Geheimnis der Fans.

Um es in rosa glitzernden Einhörnern auszudrücken: 7/12

Mit der 15 verschlug es uns nach Estland zu Jüri und seinem Play:



Der schöne Kontrast folgte dank Jüri und seinem dunkel geprägtem Beitrag mit 60-er Touch. Der an sich sehr lebensfrohe Jüri muss dabei auch einen Kontrast zu seinem wahren Charakter vollziehen. Seine tiefe Stimme kam überraschend stark durch das allgemeine tiefe Surren bei solchen Konzerten hindurch. Stimmlich war der Castingsieger sehr sehr sicher unterwegs und auch seine Performance war dem Lied angemessen. Generell hat er keine Experimente gemacht, was man auch an seiner Kleidung sehen kann. 

In kumulierten Bässen heißt das: 10/12  

Der Rückkehrer Ukraine performte mit der 16 mit Jamala und 1944:



Jamala performte ließ sich bisher auch nicht bei den anderen Stationen des ESC´s zeigen, doch das EiC hat dann doch schon einen gewissen Ruf. Sie ist eine sehr erfahrene Künstlerin und konnte dies auch sehr gut auf der Bühne zeigen. Sie war auch dunkel angezogen, bei ihr passt das allerdings sehr gut. Eine schmal geschnittene Hose und ein körperlanger Schal, rundete das Outfit ab. Stimmlich muss man zu Jamala praktisch nichts sagen, das ist unglaublich. Natürlich ist das Lied nicht unbedingt das richtige für ein partywütendes Volk, aber ihr wurde doch viel Respekt und Zuneigung entgegen gebracht.

Insgesamt ist das die Höchstmarke von 12/12 Punkten!

Das Quartett aus Jalal, Dalal, Anna und Deen performten für Bosnien und Herzegowina Ljubav je:  



Das erste Mal wurde nun der Beitrag der 4 Solointerpreten live performt. Sie waren ja bereits für Moskau angekündigt gewesen, haben sich dann aber doch noch gegen den Auftritt entschieden. Somit waren die Gäste in Amsterdam Zeugen der Premiere. Auch hier war die Kleidung von schwarz geprägt. Ana hatte ihren Rohbau des Cellos dabei und trug schwarze Leggins, darüber den Schleier eines Tops, natürlich alles in schwarz. Dalal hielt sich zurück und trug eine schwarze Lederhose mit schwarzem Top und Jacke, mit angehefteten schwarzen Tutu. Deen kopierte beinahe diesen Look und seine Glatze glänzte die wie Sonne es jeden Tag tut. Jalal war auch unspektakulär in schwarz gekleidet und hatte die obligatorische  Macho Sonnenbrille auf. Die 4 kamen erst zu ihren Einsätzen auf die Bühne, hatten also ein richtiges Konzept. Die Gestik aller war dann aber doch etwas viel und wirkte der ganze Auftritt etwas over the top. Gesanglich war es bis auf Schwierigkeiten beim ersten Refrain wirklich gut, aber es stehen eben immernoch 4 individuelle Interpreten und keine Gruppe auf der Bühne.

In halbfertigen Streichinstrumenten macht das 5/12

Wir bleiben auch bei der Startnummer 18 auf dem Balkan, nämlich in Kroatien bei Nina und Lighthouse:



Einer der größten Fanfavorits und der vielleicht beste Beitrag Kroatiens im neuen Jahrtausend, war also nun auch in Amsterdam auf der Bühne. Stimmlich in Bereichen von Jasmin Thompson oder Ellie Goulding, gab es hohe Erwartungen an Nina. Die 2008-er Edition der Frisur von P!nk blieb uns erhalten, vor kurzem hatte sie ja noch blaue Haare. Ihr Kleid war sehr auffällig, trotz schwarzer Farbe. Ein Schattenbaum umhüllt von weißem Nebel, darauf ihr weißer Kopf. Stimmlich war sie wieder exzellent drauf, auch wenn sie manchmal Probleme hatte. Diese können aber auf die Clubatmosphäre zurückgeführt werden, von daher bleibt für Kroatien alles im Lot.

Um es in gescheiterten Kroaten im Halbfinale zu sagen: 11/12

Die Startnummer 19 hatte keine lange Anreise, es war nämlich Douwe Bob aus den Niederlanden  mit Slow down:



Nun also der Gastgeber, bei dem schon der große Applaus vorprogrammiert war. Douwe war auch der Einzige, der noch Begleitpersonal auf die Bühne brachte. In seinem Fall war das ein E-Gitarrist und ein Kneipenklavier. Er selbst hielt eine akustische Gitarre in den Händen. Er war in einem altmodischen grauen Mantel gekleidet, sein Gitarrenspieler in schwarz und sein Pianist hatte einen schwarzen Hut auf. Stimmlich meisterte er das wenig fordernde Stück souverän und interagierte auch mit seinen beiden Freunden auf der Bühne. Minuspunkt: Während annähernd des ganzen Stückes, hielt er die Augen geschlossen. Bei solchen Clubkonzerten, vor allem in der Heimat, ist das kein Problem, nur beim ESC sollte er das tunlichst unterlassen.

In holländischen Möchtegerncowboys macht das 7/12 

Schon haben wir den Act Nummer 20 mit Ira aus Malta und Walk on Water:



Ira tourte auch schon bei den kleineren Events im Osten Europa, von daher wusste man schon halbwegs, was einen erwarte. Ira trug (Gothic-Tag?) ebenfalls ein schwarzes Oberteil, sorgte aber in diesem schlichten Outfit dennoch für Akzente. Eine silber glänzende Leggins und drei Goldketten um den Hals, rundeten das Outfit zusammen mit hohen High-Heels ab. Stimmlich meisterte sie den Song gut, die Problemstelle ließ sie jedoch erneut aus, hoffentlich wird es bei ihr kein Zittern wie bei Elhaida Dani (Albanien 2015). Das Publikum wurde auch nicht richtig mitgerissen, wovon auch? Es wird immer klarer, dass Malta eine unfassbar gute Bühnenshow braucht, damit das Lied auch seinen Weg findet, es ist nicht schlecht aber eben etwas zu Molly Pettersson Hammar sperrig. 

Um es in weiblichen Moses´ zu sagen: 5/12

Von Powersong zu Powertyp und damit zu Justs aus Lettland mit Heartbeat:



Der Lette wirkt ja dann doch etwas arrogant oder nennen wir es einfach von sich überzeugt. Auf die Frage in Riga, welcher sein Lieblings-ESC-Song sei, antwortete er bekanntermaßen mit: "Wieso einen anderen singen, ich hänge an meinem!". Sympatisch geht anders, aber mal sehen wir er sich in Amsterdam verkaufte. Stimmlich erneut top und auch seine Perfomance war wirklich ansehnlich und nicht so statisch wie im lettischen Vorentscheid. Gekleidet war er in einem weißen T-Shirt und Lederjacke und löchriger Jeans. Das Publikum gab wie er alles.

In männlichen Diven macht das: 12/12

Auch bei der Künstlerin mit der Startnummer 22 war eine gute Publikumsreaktion garantiert. Poli aus Bulgarien mit If love was a crime:



Auch Poli schloss sich dem farblosen Vorgängern ab und trug ein schwarzes Kleid mit schwarzer Hose, nur die weißen Schuhe setzten Kontraste. Auch sie trug einen Tanzsong vor und bei ihr war das Publikum wesentlich aktiver als bei Ira aus Malta oder Lidia aus Moldawien. Es lag nicht daran, dass sie in einer anderen Liga sang (was sie dennoch tat), sondern weil sie das Publikum richtig gut einband. Nach ihrem Auftritt sang sie sogar nochmal mit den Fans, so geht das!

Um es in verbotenen Lieben (Kennt das noch irgendwer?) zu sagen: 12/12

Die Startnummer 23 ging an die sehr nüchtern wirkende Francesca aus Italien mit No degree of seperation:



Sie hatte die aktuelle Version ihres Songs auch noch nie live vorgetragen, auch wenn er sich nur leicht vom Vorentscheid unterschieden hat. Sie hatte einen schwarz geprägten Jumpsuit an, der eine Art blaue Toga als Farbakzent besaß. Einen Kontrast bildete sie auch zu den Nummern zuvor, da sie in typisch italienischer Form am Mikroständer blieb. Wer in Sanremo gut abschneidet kann natürlich singen und Francesca zeigte das auch hier. Der Song ist nichts für Clubs sondern kann eher am Bildschirm seine Wirkung ausbreiten. Das was sie an Gestik zu viel machte, hätte ich gerne in Mimik gesehen. Sonst war es weitgehend unspektakulär.

Um es in Anzahl meiner Jahresration an Pizzen zu sagen: 8/12

Die Zwei-Dutzend wurde mit Amir und seinem J´ai cherché aus Frankreich voll gemacht:



Auch Amir ist einer der Fanfavoriten, aber er ist ebenfalls in den Wetten weit vorne dabei. Amir ist ja auch ein Castingshowkandidat, der erst seit kurzem im großen Popgeschäft ist, daher konnte man sich nicht zu 100% sicher sein, dass er live gut performen werde. Diese Zweifel sang er an die Wand, geballt und ohne Gnade. Er bewegte sich auch deutlich mehr als ich erwartet hatte und ließ einen durchweg positiven Eindruck hinter sich. Sein Outfit war sehr lässig und gewöhnlich und natürlich schwarz. Das Publikum war begeistert und auch ich muss mir eingestehen, dass er wohl der Einzige ist, der den Sieg Russlands noch verhindern kann.

Um es in französischen Castingshowteilnehmern zu sagen: 12/12

Den vorletzten Startplatz sicherte sich die Balkandiva Kaliopi aus Mazedonien mit ihrem Dona: 



Kaliopis Balkantour wurde für ihre Rückkehr nach Amsterdam unterbrochen und die Fans dankten es ihr lautstark. Wie es sich am heutigen Tag gehörte, war auch sie ganz in schwarz gekleidet und tat das was sie am besten kann: Sich die Seele aus dem Körper singen. Mit Abstand die beste Liveperformance des Abends, womöglich des gesamten Jahrgangs. Was sie auf der Bühne zelebriert ist einfach nur sensationell und unglaublich. Dazu muss sie nur am Mikro stehen und singen, keine Choreo, keine anderen Menschen werden benötigt. Die Fans lieben sie und sie liebt die Fans, das merkt man in jeder Sekunde.

Punkte: 13/12

Und zum Schluss begrüßten wir noch Barei aus Spanien mit ihrem Say yay!:



Der lange Abend wurde von einer weiteren Fanfavoritin, vielleicht sogar der Fanfavoritin beschlossen. Barei wusste bereits in Riga und Moskau zu beeindrucken und dieser Eindruck sollte sich auch in Amsterdam halten. Sie war auch in einem schwarzen Jumppsuit gekleidet, trug allerdings ein großes goldenes Schmucketwas auf Brusthöhe. Es war ein genialer Schachzug sie auf den letzten Startplatz zu setzen, da das Publikum nun noch einmal richtig abging. Stimmlich wieder absolut sicher, saßen auch die Tanzschritte und das Publikum johlte vor Glück.

Um es in alternden spanischen Diven zu sagen, die Barei für ihren Englischen Beitrag kritisieren: 12/12


Natürlich war der Abend in Amsterdam noch "jung" und es wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Mitte der Woche geht es dann nach Tel Aviv am 18.4 nach London und dann beginnen praktisch schon die Probewochen.