Lisboa 2018

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Donnerstag, 12. Mai 2016

Nächster Versuch - Das zweite Halbfinale

Nach dem nur mäßig orakelten ersten Halbfinale, versuche ich jetzt alles besser zu machen und alle 10 Qualifikanten zu erraten durch musikfachliche Analysen hervorzusagen. Dabei habe ich durchaus aus Dienstag gelernt und hoffe besser gerüstet in dieses Semi hineinzugehen. 

Laut den großen Fansites ist dieses Semi wohl das schwächere, obwohl ich das vollkommen anders sehe. Einige meiner persönlichen Favoriten finden genau so in diesem Semi Platz, wie auch einige Konkurrenten von Russland auf den Gewinn. Nur ist das Feld nicht so ausgeglichen wie in Semi 1. Dann schauen wir mal, wie ich die ohne Proben das Semi getippt hatte.

1.) Ukraine 342 Punkte

2.) Australien 328 Punkte

3.) Lettland 286 Punkte

4.) Bulgarien 263 Punkte

5.) Serbien 238 Punkte

6.) Polen 209 Punkte

7.) Norwegen 143 Punkte

8.) Mazedonien 137 Punkte

9.) Israel 110 Punkte

10.) Belgien 94 Punkte

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11.) Litauen 66 Punkte

12.) Albanien 62 Punkte

13.) Irland 56 Punkte

14.) Dänemark 33 Punkte

15.) Schweiz 31 Punkte

16.) Slowenien 16 Punkte

17.) Weißrussland 13 Punkte

18.) Georgien 9 Punkte

Auch hier hat sich einiges dank den Proben geändert. Allerdings gab es hier keine völlige Katastrophen, wie in Semi 1 mit Kroatien und Aserbaidschan. Leider ist dieser verflixte 10 Platz wieder ziemlich umkämpft, was für mich als Profiorakel keinerlei Probleme darstellt.

Ehemals Platz 1: Ukraine

Ein Drehbuchautor hätte es nicht besser schreiben können. Die Ukraine setzt auf Grund der Krimkrise ein Jahr vom ESC aus. Russland feuert im nächsten Jahr eine musikvideohafte Show ab, während für die Ukraine eine Krimtatarin antritt, die in ganz Europa einen Völkermord besingt, der von Russen begangen wurde. Und nun die Sahne auf dem Kuchen: Ausgerechnet dieser Song könnte Russland am Sieg hindern. Die Performance von ihr in Stockholm macht gleichzeitig betroffen, wirkt aber auch nicht überladen. Stimmlich nahezu konkurrenzlos und wir fühlen förmlich den Schmerz. Einfach große Klasse

Ehemals Platz 2: Australien

Mir persönlich ist der Song viel zu ruhig und auch die Ausstrahlung von Dami habe ich nicht gesehen. Live überrascht sie aber mit einer völlig neuen Melodieführung, die eigentlich schon an Akrobatik erinnert. Dadurch legt der ganze Song auch extrem an Dramaturgie zu. Die Inszenierung wirkt aus dem Publikum etwas lächerlich, aber mit der Kameraführung sollte es eigentlich ziemlich gut aussehen. Unsicherheitsfaktoren sind allerdings noch ihr Positionswechsel und das Herunterhelfen vom Kasten durch 2 Helfer.

Ehemals Platz 3: Lettland

 Zu Justs muss man eigentlich nicht mehr viel sagen, da er alles so gelassen hat, wie beim Vorentscheid. Er schreit sich immer noch die Seele aus dem Leibe und der Hintergrund ist an eine Tiefgarage angelehnt. 

Ehemals Platz 4: Bulgarien

Poli hat es geschafft ihren Song nicht durch ihren Auftritt zu zerstören, aber sie hat sich alle Mühe gegeben. Was genau sie an hat, weiß wohl nur sie, aber es wirkt irgendwie futuristisch. Massenware wie ihr Song ist das durchaus nicht. An ihrer Bühnenpräsentation wirkt nur sie auf der Bühne mit und 5 Backgroundsänger, die zum letzten Refrain auch mal ins Bild dürfen. Ansonsten tanzt nur Poli und ihre Hologramm-Polizisten, übrigens mit den billigsten Tanzmoves, die es nur geben kann, die aber trotzdem nicht schlecht aussehen. Bulgaria is back!

Ehemals Platz 5: Serbien

Sanja singt alle an die Wand. Sie bestreitet eine sehr sehr ausdrucksstarke Performance, die zum Glück nicht mehr an das Wesen aus dem Promo-Video erinnert. Dank punktuell eingesetzter Gestik wird der Gedanke des Songs deutlich...natürlich auch durch den völlig übertriebenen Tänzer, der wohl von Ungarn 2014 inspiriert war, der ja eine ähnliche Message hatte.

Ehemals Platz 6: Polen

Auch hier muss man wenig Worte verlieren, da nahezu alles aus dem Vorentscheid kopiert wurde. Die Streicher befinden sich genauso wie Jesus auf der Bühne. Stimmlich nach wie vor Wow, auch wenn etwas die Leichtigkeit von der Statik zerstört wird. Und wirklich betroffen macht sein Song einen auch nicht.

Ehemals Platz 7: Norwegen

Der wahre Geist des ESC´s kommt aus Norwegen, denn Agnete hat sich bisher noch nirgends gezeigt außer auf der Bühne. Anscheinend plagt sie eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, daher habe ich doch irgendwie Verständnis. Aber warum hat sie ihren tollen Oktaeder in Oslo gelassen? Nun hat sie nur ihr kleines Podest bei sich und die Bühne wirkt etwas leer. Das kann sehr sehr knapp werden.

Ehemals Platz 8: Mazedonien

Kaliopi singt einmal mehr unheimlich gut. Nach dem katastrophalen Staging in Probe 1, hat sie alles über den Haufen geworfen und trägt nun ein etwas unvorteilhaftes Kleid aus meiner Sicht. Der Song bleibt altmodisch, doch wird sein Publikum finden. Nun muss sie bitte bitte noch den letzten Kreischer erwischen und es könnte sehr knapp reichen.

Ehemals Platz 9: Israel

Hovi zeigt eine unglaublich gute und geschmackvolle Leistung. Mit zwei sehr gut eingesetzten Artisten und seiner unglaublich guten Stimmen kann er für eine super Stimmung im Globen sorgen. Wenn es nicht Israel wäre, wäre er ein sicherer Qualifikant.

Ehemals Platz 10: Belgien

Laura hat die wohl stärkste Bühnenpräsenz des Jahrgangs. Ein super gute Laune-Song zum Abschluss des Semifinals ist fast schon die sichere Qualifikantion fürs Finale. Mittlerweile ist Belgien in den Wetten auch weit nach vorne gerückt, was auch an der Choreo von ihr liegt. Stimmlich hat sie auch 5 Klassen zugelegt.

Auch durch Veränderungen im unteren Teil der Prognose, kommen wir zu folgendem Orakel:

1.) Ukraine

2.) Australien

3.) Serbien

4.) Lettland

5.) Belgien
 
6.) Bulgarien

7.) Polen

8.) Norwegen

9.) Israel

10.) Weißrussland

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11.) Litauen

12.) Mazedonien

13.) Dänemark

14.) Albanien

15.) Irland

16.) Georgien

17.) Slowenien

18.) Schweiz

Mittwoch, 11. Mai 2016

Der Tag danach - Ein Rückblick auf das 1. Semifinale

Der Morgen danach ist nie schön, besonders nicht nach den Halbfinals des ESC´s. Nachdem ich im letzten Jahr sehr zufrieden mit den Qualifikanten war, hatte ich wohl ein etwas zu hohes Maß an Selbstsicherheit angehäuft. Und so fühle ich mich jetzt schon an das Jahr 2013 erinnert, indem im 1. Halbfinale Montenegro, Serbien und Österreich doch recht überraschend ausgeschieden sind. 

Um das mal kurz festzuhalten. In meiner Prognose ging es nicht um meine Meinung, sondern um ein Orakel, also unabhängig von meinem Geschmack. Ich hatte die Erwartung, dass sich diese 10 Acts qualifizieren würden:

1.) Russland

2.) Armenien

3.) Ungarn

4.) Bosnien

5.) Island

6.) Griechenland

7.) Malta

8.) Aserbaidschan

9.) Zypern 

10.) Kroatien

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11.) Niederlande

12.) Tschechien

13.) Österreich

14.) Estland

15.) Finnland

16.) Moldawien

17.) Montenegro

18.) San Marino

Somit tauschen wir Bosnien, Island und Griechenland durch Tschechien, Niederlande und Österreich. 

Russland und Armenien werden wohl den Sieg unter sich ausgemacht haben, wobei mein Herz Armenien, und mein Kopf Russland sagt. Dazu werden sich Ungarn und Holland ebenfalls souverän qualifiziert haben. Letzteren hatte ich bei meiner Prognose ein knappes Ausscheiden in Aussicht gestellt, da ich einfach nicht glaube konnte, dass die Holländer mit dem selben Prinzip von 2014 erneut Erfolg haben. 

Die Qualifikation Österreichs war für mich im Vorfeld relativ unwahrscheinlich, da das Lied ja sehr aus dem Rahmen fällt und mir persönlich zu kitschig ist. Außerdem dachte ich, dass die Juroren es auch deshalb eher schlechter bewerten werden. Als Zoe dann aber auf den Bildschirm zu sehen war, deutete sich für mich an, dass sie es schaffen würde. Durch clevere Schnitte wirkte es dann doch gar nicht so rosa und stimmlich kann sowieso nur Kaliopi Zoe etwas beibringen. Somit habe ich kein Problem damit, dass sich Österreich qualifiziert hat, aber es haben andere Länder deutlich hochwertigere Produktionen ins Rennen geschickt.

Ira Losco aus Malta wird wohl auch einen relativ komfortablen Abstand zum 10. Rang haben, obwohl mich das Staging dann doch eher negativ überraschte. Das Opening mit ihrem Gesicht auf dem Boden war tatsächlich genial. Aber danach verliert sich irgendwie der Druck, das Voranpreschen in ihrer Stimme. Es erinnerte mich an Irland 2014, dass ja auch durch eine unglaublich schlechte Bühnenshow ausschied. Das Outfit von Ira war auch mehr als gewöhnungsbedürftig. Natürlich soll/darf sie ihren Babybauch zeigen, aber dass geht auch eleganter. Man muss ihn ja nicht wie Birgit (Estland 2013) unter einem großen weißen Etwas verstecken, aber diese geplatzte Goldtube hätte nicht sein müssen. 

Warum in den Proben Aserbaidschan so runter gemacht wurde kann ich auch nicht ganz verstehen. Das Staging ist für mich persönlich zu viel von Statik geprägt, gepaart mit zu vielen visuellen Eindrücken. Aber dennoch ein solides Gesamtpaket. Ihre Stimme? War im Rahmen, natürlich die schwächste des Abends, aber sie konnte Anschluss an die anderen halten. Auch wenn mich einige Zweifel befallen, dass eine Sängerin im Hintergrund manche Stellen für sie übernommen hat, gelang Aserbaidschan verdient ins Finale. 2013 und 2014 schafften sie das ja auch, aber da wurde ordentlich nachgeholfen. Wobei wir natürlich nicht wissen, ob das 2016 wieder der Fall ist. (Mit solchen Vorwürfen wurde bereits Malta in der Vergangenheit konfrontiert.)

Zypern könnte auf dem heißen Stuhl sitzen und sich als 10. qualifiziert haben. Rock kommt beim ESC eben nicht so gut an. Minus One war dazu live auch nicht wirklich überragend was dafür sorgte, dass ich sie nach ihrem Auftritt schon fast draußen sah. Der Umstand, dass Griechenland mit 2x 12 Punkten aushelfen konnte, kann das Zünglein an der Waage gewesen sein.

Kroatien hat es trotz des Kleids des Grauens geschafft, ins Finale einzuziehen. Respekt dafür! Angeblich wird sie das Kleid überarbeiten und auf etwas zurück gehen, was ihre Stimme in den Vordergrund stellt. Aber auch ihre Stimme war nicht so toll, wie wir sie schon gehört haben, nämlich etwas schief. Aber dennoch glaube ich, das Kroatien auf die linke Seite der Ergebnistafel kommen könnte.

Und dann natürlich noch die größte Überraschung: Tschechien! Die wohl langweiligsten 3 Minuten auf der ESC-Bühne werden mit dem Einzug ins Finale belohnt, na toll. Bitte nicht falsch verstehen, Gabriela kann unglaublich toll singen und eine Ballade muss nicht immer langweilig sein (siehe Israel), aber Gabriela hat es sich mit diesem Song einfach nicht verdient im Finale zu stehen. Für Tschechien freut mich das alles natürlich. Um auch noch etwas konstruktives zu sagen: Stylist rausschmeißen, sie sah aus wie 40. Bitte bitte ein anderes Kleid, es wirkt um die Hüfte einfach seltsam. Und etwas lächeln dürfte auch drin sein ;)

Aber nun zu den Schocks des Abends, die Ausscheider. Wir beginnen mal unspektakulär.

In Gedenken an Montenegro und Highway


In Gedenken an San Marino und Serhat



Ich schäme mich fast für diese Zeilen, aber so schlimm war es gar nicht. Seine Backgroundsängerinnen waren wirklich überraschend gut und auch Serhat performte wirklich gut. Anständig inszeniert war das ganze auch noch, also das Maximale aus diesem Song heraus geholt. Schön, dass Serhat so für den ESC in der Türkei geworben hat.

In Gedenken an Moldau und Lidia


Die beste stimmliche Leistung von Lidia wurde wie erwartet nicht mit dem Finaleinzug belohnt. Ihr Kleid war ebenfalls ganz schön und Lidia hatte den schönsten Tag in ihrem Leben und darum geht es ja. Der Astronaut hatte ja noch seine Akkreditierung unter seinem Anzug an, eine Panne? Wie auch immer, Moldau scheitert somit zum dritten Mal in Serie und man kann nur hoffen, dass Pasha (Sänger 2012, Komponist 2013, jeweils 11.) bald zurück kommt.  

In Gedenken an Finnland und Sandhja


Sandhja hat es wie erwartet auch nicht geschafft. Trotz ihres tollen Liedes, welches es sogar in meine Spotify-Liste geschafft hat. Leider konnte sie live nicht wirklich überzeugen, was aber auch eventuell am Mikrophon liegen könnte, da man sie kaum verstanden hat. Aber auch ihr Staging war verwirrend mit dem Hang zum Sinnlosen. Ihr Outfit und ihre Haare waren dann auch noch unglücklich gewählt. Schade, aber verdientes Aus.

In Gedenken an Estland und Jüri


Hier kam dann der erste Schock für die ESC-Fans weltweit. Der außerhalb der Bühne sehr sympathische Jüri enttäuschte auf ganzer Linie mit seiner Performance. Der Charakter der Bühne war sehr schön, aber durch ihn wirkte die Bühne ziemlich leer. Stimmlich war das wirklich im Rahmen, aber seine Ausstrahlung war so was von lächerlich. Ich bin 21, mache auf ganz coole Socke, während ich einen billigen Kartentrick vorführe und das alles in meinem viel zu großen Anzug. Noch fragen? Sein Ausscheiden hatte sich in der Probewoche abgezeichnet.

In Gedenken an Griechenland und Argo


Diese Gruppe war ja bereits vor den Probewochen in Stockholm klinisch tot, passend zu Griechenland was man ihnen natürlich zugute halten muss. In Stockholm sorgten sie schließlich für einen kleinen Aufseher, da ihre Show eigentlich bei allen gut ankam. Trotzdem war das Lied natürlich immer noch nicht schön. Warum ich glaubte, dass sie sich qualifizieren könnten? Weil es Griechenland ist und Zypern stimmberechtigt war! Während des Auftritts war mir aber klar, dass es das für Griechenland war. Sie standen zwar auf Rang 6 in meiner Prognose, aber persönlich kann ich sehr gut mit ihrem Ausscheiden leben.

In Gedenken an Bosnien und Dalal, Deen, Ana Rucner & Jal


Mit diesem Ausscheiden hatte ich wirklich nicht gerechnet! Wie Griechenland konnte sich der Balkanstaat immer fürs Finale qualifizieren. Diese Serie endet nun und ich muss ganz ehrlich sagen leider! Es regen sich ja nicht nur ESC-Fans darüber auf, dass kaum noch Titel in Landessprache gesungen werden. Was ist daraus also die logische Konsequenz? Der einzige Song in Landessprache (neben Malta mit Englisch) fliegt raus. 

Lag es am Rap? Vielleicht. Lag es an Dalals extremen Outfit? Vielleicht. Lag es an Deens divenhaften Verhalten? vielleicht. Der Hauptgrund für das Ausscheiden lag im Staging, das ich so gelobt hatte. Kommen da die Jurys ins Spiel? Seit dem Skandal mit Russland traue ich denen ja alles zu. Ja was folgt ist eine Verschwörungstheorie, die leider gar nicht so unwahrscheinlich ist.

Auf der Bühne trennte die beiden Sänger ein Stacheldraht, die ihre Liebe bzw. eine Beziehung behinderte. Ana trug Rettungsfolie. Ohne hier irgendeine politische Partei zu ergreifen kann man sagen, dass das natürlich die Flüchtlingskrise mit dem Zaunbau in Europa als Vorbild hat. An sich eine schöne Idee um das zu thematisieren, dass wir nur ohne Zäune und Grenzen wirklich frei sind. Aber leider hat das Team vergessen, dass die Länder, in denen Zaunbauhochkonjunktur läuft, in diesem Semi abstimmen durften. Nämlich Griechenland, Kroatien, Ungarn und vor allem Österreich. Wer weiß, vielleicht durften die Juroren auch nicht dafür stimmen, weil es nicht zum politischen Kurs passt oder waren dadurch zumindest eingeschüchtert. Ich kann praktisch versprechen, dass Bosnien mehr Punkte aus Schweden (Das Flüchtlinge aufnimmt) erhält als aus Ungarn (Die ja nur christliche Muslime wollen). Es hätte ein Zeichen des Zusammenhalts sein können, aber Europa ist erneut zerbrochen.

In Gedenken an Island und Greta

 
Und hier der Schock des Jahres. Ich kann es mir einfach nicht erklären. Sergeys Performance vor ihr wird einen negativen Effekt auf sie gehabt haben, aber einen so starken?! Wahrscheinlich wurde sie 11. und liegt nur einige Pünktchen hinter dem 10. Platz. Es tut mir einfach leid für sie, da sie sich so gut drauf vorbereitet hat. Mir fehlen die Worte, einfach anschauen und den Kopf schütteln.

Donnerstag dann das zweite Halbfinale. Ich will nicht, dass sich dort noch mal die Greta-Frage stellt: Warum?

Montag, 9. Mai 2016

Das finale Orakel des ersten Semis

Jetzt sind wir endlich am Olymp angekommen und 42 Halbgötter kämpfen um die Position des Göttervaters Mans, der den Himmel nach nur einem Jahr verlassen muss. Doch zunächst müssen sich 2 Mal 10 Kämpfer sich ihren Weg in die Arena bahnen. Aber wer bleibt zurück?

Im Semifinale 1 haben wir das ausgeglichenere Teilnehmerfeld. Somit wird es hier ein wahrlicher Kampf um das Finale werden, bei dem sich nichts geschenkt wird. Die zweite Probe wurde von jedem Land erfolgreich abgelegt und damit lässt sich nun ein geeignetes Orakel prophezeien. Vor den Proben sah mein Orakel so aus:  


1.) Russland 388 Punkte

2.) Kroatien 307 Punkte

3.) Island 259 Punkte

4.) Malta 228 Punkte

5.) Ungarn 223 Punkte

6.) Aserbaidschan 212 Punkte

7.) Armenien 198 Punkte

8.) Estland 149 Punkte

9.) Zypern 114 Punkte

10.) Griechenland 81 Punkte

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11.) Finnland 78 Punkte

12.) Österreich 58 Punkte

13.) Bosnien 43 Punkte

14.) Tschechien 42 Punkte

15.) Niederlande 40 Punkte

16.) Moldawien 13 Punkte

17.) Montenegro 2 Punkte

18.) San Marino 1 Punkt

Es hat sich dank den Proben jedoch einiges geändert, einige Favoriten haben sich aus dem Rennen genommen, andere sind durch gute oder solide Leistungen aufgestiegen. Aber nun zur Einzelkritik: 

Ehemals Platz 1: Russland

Bei Sergey war ich mir unsicher, ob er das, was er in seinem Musikvideo zeigt, auch nach Stockholm mitbringen könne. Es stellte sich heraus, dass er es nicht kann. Stattdessen sorgte er für den wohl größten WOW-Effekt seit Conchita 2014. Er interagiert nicht nur mit der LED-Wand, er wird eins mit ihr. Was Mans letztes Jahr gemacht hat wirkt im Vergleich hierzu wie Kindergarten. Sergey hat eine nicht mit Worten zu beschreibende Performance auf seinem Konto. Dazu die Diaspora Russlands, das sieht sehr gut aus.

Ehemals Platz 2: Kroatien

Nina, Nina, Nina! Was lässt du nur mit dir machen? Die ausdrucksschwache, unglaublich gute Sängerin galt vor den Proben als Mitfavoritin. Ihre Stimme verzauberte mit der Instrumentierung jeden Hörer von Sekunde 1. Nun muss sie allerdings um die Qualifikation bangen. Sie startet als Baum und endet als Vogel, die Idee ist ja grundsätzlich gar nicht dumm, auch wenn nur ein schwacher Zusammenhang zum Lied erkennbar ist. Aber der Baum sieht schon grenzwertig aus, vor allem an der Halspartie. Als dann die Kaputzenträger ihr den Baum vom Leib reißen und dadurch die Hoffnung auf Besserung eintritt, macht sich schnell Ernüchterung breit. Ihr zweites Kleid wirkt eher wie ein zerrissener Adel, der dreimal überfahren wurde und anschließend noch von 5 Katzen zerfleischt wurde. Auf der Bühne passiert ansonsten gar nichts. Wo sind die tollen Landschaftsbilder? Die Tänzer? Die Bewegungen in ihrer Mimik? Das kann nicht eigentlich nicht gut gehen, vor allem weil wir hier über Kroatien reden.

Ehemals Platz 3: Island

Greta hat eigentlich alle Erwartungen erfüllt und sogar noch etwas mehr gemacht. Die Schatten bleiben eigentlich in der Form gleich, werden aber noch durch Farben dramaturgisch gut ergänzt. Die Furcht vor Gretas Nervosität, die ihr schon 2012 Probleme bereitete, bestätigte sich leider in der ersten Probe. Sie fing sich allerdings in der nächsten Probe. Das große Problem für Island ist allerdings Russland. Warum? Weil sie ebenfalls mit einer Background-Show auftreten und das ganze VOR Greta. Dazu kommt, dass Sergey sogar das Flügelmotiv von Greta geklaut hat. Somit kann Island natürlich ganz schnell in den Verdacht der Kopie beim normalen Zuschauer rutschen, was natürlich nicht stimmt.

Ehemals Platz 4: Malta

Zunächst einmal die positive Nachricht: Ira hat nicht zu viel Köttbullar gegessen, sondern erwartet ein Kind. Zur Freude gesellt sich auch noch Molly Pettersson Hammar dazu, die im Background singt und Ira den Todeston abnimmt. Da hören die guten Nachrichten aber schon wieder auf. Die Bühnenshow liegt unter jeglicher Erwartungshaltung, da sie einfach nur von einem Tänzer umtanzt wird. Kein echtes Wasser, keine hochwertige Show. Offenbar wurde das vorgelegte Konzept von SVT abgelehnt, somit ist das hier eben Plan B. 

Ehemals Platz 5: Ungarn

Zu Freddie muss man gar nicht so viel sagen, weil er genau seine Performance aus A Dal wiederholt. Einige Elemente fallen schwächer aus (kleinere Trommel), andere besser (Lavaboden). Daher hält sich alles die Waage.

Ehemals Platz 6: Aserbaidschan

Ohh Gott! Der Maria Olafs-Award geht wohl an Samra aus Aserbaidschan. Stimmlich ist das sowas von schlecht, da bräuchte man fast eine Altersfreigabe. Sie bringt immerhin als Einzige in diesem Semifinale eine echte Choreo auf die Bühne, die nicht mal so schlecht aussieht. Dazu die halbe Feuerwerksfabrik, die auf der Bühne explodiert. Aber ihr nasaler Gesang...wie konnte sie the Voice gewinnen?! Das stimmlich nicht sehr anspruchsvolle Lied wird von ihr einfach scheiße gesungen, man kann es nicht anders ausdrücken. Sie war angeblich krank. Ich kann es nur hoffen.

Ehemals Platz 7: Armenien

WOW! Einfach nur WOW! Was die Hamburgerin hier auf die Bühne zaubert ist wohl mit das beste, was wir je beim ESC sehen konnten. Mystisch aber trotzdem sexy, gefühlvoll aber trotzdem aggressiv, edel aber dabei billig, das ist Armenien 2016. Dank Hologrammen wird diese sehr an Beyoncé angelegte Performance noch stärker und sensationeller. Danke Iveta, für das wohl beste Staging 2016.

Ehemals Platz 8: Estland

Offenbar war es nicht möglich Jüri für einen passenden Anzug zu begeistern. Der aktuelle ist nämlich deutlich zu groß für ihn. An der grundsätzlich dunklen Wirkung von ihm auf der Bühne wurde nichts verändert. Der Casinohintergrund passt thematisch natürlich gut, sein Kartentrick wirkt etwas billig. Das schlimmste ist jedoch seine Wirkung auf dem Bildschirm, denn er sieht einfach nur unsympathisch aus. Er versucht cool zu wirken, doch er wirkt einfach nur abschreckend. Will man für sowas anrufen?

Ehemals Platz 9: Zypern

Die Rocker spalten nicht nur beim Song sondern auch bei ihrer Performance. Die Käfige passen ja doch ganz gut zum Text, aber ob sie durch die Kamera gut herauskommen, steht auf einem anderen Stern. Auch die stimmliche Leistung des Frontmanns ist ausbaufähig und das Wolfsgeheule wirkt auch lächerlich. Zypern ist für mich ein uneinschätzbarer Beitrag.

Ehemals Platz 10: Griechenland

Die Griechen galten für viele schon als antike Gestalt der letzten Jahre, doch Argo kämpft sich dank passender Live-Performance zurück. Der durchchoreographierte Beitrag, mit integrierten Tanz und natürlich der Bouzouki. Griechenland ist zurück

Ehemals Platz 11: Finnland

Nein Sandhja, das reicht nicht. Die Bühne wirkt leer, das Outfit (wird noch geändert) lässt sie fett aussehen und die Lesbenshow mit den Backgroundsängerinnen wirkt auch lächerlich. Wenn eine Partyhymne langweilt, hat man wohl alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Für Sandhja tut mir das leid, da sie sehr sympathisch ist und lacht wie ein Drache.

Ehemals Platz 12: Österreich

Bei Zoe hat sich für den Zuschauer nichts verändert außer, dass das Laufband nun weg ist. Für den Effekt beim Publikum hat das keinen nennenswerten Effekt.

Ehemals Platz 13: Bosnien

Wie war das noch gleich? ESC-Beiträge dürfen keine politische Botschaft haben? Das sieht Bosnien wohl anders und verzichtet auf jegliche Stimmen, die von Fremdenfeindlichen vergeben werden. Es werden nämlich auf die hilflosen Flüchtlingen hingewiesen und auf die Unverantwortlichkeit Mauern zu bauen. Eigentlich bin ich gegen politische Botschaften, aber in diesem Falle sollten sich wirklich einige diesen Auftritt anschauen.

Ehemals Platz 14: Tschechien

Kontrast nach Russland kommt von der hübschen Gabriela aus Tschechien, die eine ganz zurückgenommene Show bietet. In einem eleganten weißen Kleid bewegt sie sich kaum auf der Bühne sondern lässt den pinken Hintergrund reden. Ein simpler Auftritt, der damit aber natürlich auch unterzugehen droht.

Ehemals Platz 15: Niederlande

Douwe präsentiert das erwartete, dass dennoch überrascht, da es so perfekt umgesetzt wurde. Für 3 Minuten fühlt man sich tatsächlich an Nashville erinnert und zwei Besonderheiten hat er auch noch untergebracht. Er benutzt insgesamt 3 Mikrophone und er hat vor dem letzten Refrain ein 10-Sekündiges Break. In diesem herrscht absolute Stille, was in der Probe natürlich etwas verstörend wirkte. Bei den Shows könnte es natürlich ein Stimmungsloch sein, doch es ist ein unkalkulierbares Risiko. Bei Countrysongs habe ich mich bereits 2014 verschätzt.

Ehemals Platz 16: Moldawien

Von Sympathien würde Lidia locker das Finale erreichen, da sie ja für den disqualifizierten Ovidium sein Liedchen anstimmte. Was ich nun zu ihrer Performance sage, könnte so manchen überraschen, da sie ja einen Astronauten auf der Bühne hat. Aber das ist für moldawische Verhältnisse einfach zu wenig. Stimmlich war sie wirklich gut, aber ein Astronaut reicht nicht, um den Song auszugleichen. Warum nicht 5?

Ehemals Platz 17/18: Montenegro/ San Marino

Hierzu muss ich nicht viel sagen, da sie genau so chancenlos wie vor den Proben sind

All diese Entwicklungen zerstören natürlich die zuvor gewonnene Liste. Daher hier meine finale und endgültige Prognose:

1.) Russland

2.) Armenien

3.) Ungarn

4.) Bosnien

5.) Island

6.) Griechenland

7.) Malta

8.) Aserbaidschan

9.) Zypern 

10.) Kroatien

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11.) Niederlande

12.) Tschechien

13.) Österreich

14.) Estland

15.) Finnland

16.) Moldawien

17.) Montenegro

18.) San Marino