Lisboa 2018

Lisboa 2018

Freitag, 20. Mai 2016

Ein ESC in einem Land im Kriegszustand: Wo soll er ausgetragen werden?

Nach dem ganzen russischen Gejammer muss man auch mal nach vorne blicken und sich Gedanken machen, was uns 2017 in der Ukraine erwarten wird. Denn trotz großer Petition, die NACHTRÄGLICH dazu aufforderte, dem Televoting mehr Stimmanteil zu geben, wird der ESC aller Voraussicht nach in der Ukraine stattfinden. Auch ein plötzlich aufgetauchtes Video, dass Jamala vor der Veröffentlichungsschranke 1944 performen zeigte, hatte keine Auswirkungen auf den Sieg. Es ist einfach peinlich, dass wohl einige Russen die Niederlage nicht akzeptieren können, schade.

Aber nun Blick voraus: Wo soll denn der ESC stattfinden? Der Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko (daran muss ich mich noch gewöhnen) will natürlich den ESC in die Hauptstadt boxen. Er persönlich schlug sogar das NSK Olimpijskyj vor, dass Fussballstadion mit bis zu 70.000 Plätzen ohne Innenraum. Einen ESC im Stadion auszurichten sollte ja gerade in Deutschland keine Sensation sein, aber die Architektur des Stadions lässt das ganze dann doch etwas unwahrscheinlicher aussehen. Denn im Gegensatz zu der Düsseldorfer Arena, kann man das Dach in Kiew nicht schließen. Also Risiko gehen und einfach auf schönes Wetter hoffen...über 2 Wochen hinweg...na gut. Laut Wikipedia hat Kiew 11,8 Regentage im Mai. Sollte man also nicht doch noch ein Dach auf dieses riesige Stadion bauen, dann schätze ich die Chancen für diesen Ort als gering ein. 15%

In Kiew könnte man natürlich auch die Methode nehmen, die man in diesem Jahr schon in Schweden verwendet hat. Nämlich einen alten Austragungsort benutzen, in der Ukraine kann das nur der Sportpalast sein, in dem der ESC 2005 seine Heimat fand. Für diesen Ort spricht natürlich, dass er in der Hauptstadt liegt und auch von der Größe in einem passenden Rahmen liegt. Auch hätte man schon eine gewissen Erfahrung, bei bestimmten Punkten in der Halle. Allerdings wurde die Halle bereits 1960 eröffnet, also könnte sie durchaus schon einige Altersschäden haben, die eine hochtechnologische Produktion erschweren könnten. Natürlich wäre diese Location etwas konservatives, was vielleicht nicht unbedingt zum neu gewonnenen Nationalstolz der Ukraine passen könnte. Eine pompöse, vielleicht übertrieben große Arena, merke Olympiastadion, zeigt natürlich das tolle Gefühl in der Ukraine. Gute Presse, die den großen Nachbarn etwas neidisch machen soll. 80%

Aber auch andere Städte möchten gerne dieses Event zu sich holen. Da die Ukraine die Fußball-EM 2012 ausrichtete, gibt es viele moderne Stadien im Land, die rein von der Größe betrachtet natürlich gute Ausrichter wären. Jedoch besteht bei allen das Problem, dass sie kein schließbares Dach besitzen und man somit vor dem selben Malheur steht, wie im Kiew mit dem Olympiastadion. 

Insgesamt gibt es 12 Städte in der Ukraine, die über 500.000 Einwohner haben und dadurch grundsätzlich die Infrastruktur für das größte Musikevent der Welt aufweisen. Diese sind laut Wikipedia neben Kiew, Donezk, Charkiw, Dnipro, Odessa (alle mehr als 1 Millionen), Saporischschja, Krywyj Rih, Lwiw, Kramatorsk, Stachanow-Altschewsk, Luhansk, und Mykolajiw. Allerdings gibt es ja den bekannten Konflikt in der Ukraine, die einige Städte von vorne heraus ausschließt. Diese sind Donezk, Luhansk und Stachanow-Altschewsk. Somit bleiben neun Städte übrig, bei dem die politischen Voraussetzungen relativ gut gewährleistet sind. Nach ausgedehnter Internetrecherche bleiben allerdings kaum Orte übrig, die modern, groß und überdacht sind. 5% 

Die wohl schönste Stadt in der Ukraine ist Odessa, die große Hafenstadt am Schwarzen Meer. Allerdings fehlt auch hier der passende Austragungsort, ohne Halle kein ESC. So einfach ist das. Somit bin ich mir relativ sicher, dass wir zurück in die altbekannte Halle von 2005 begeben werden.

Wenn also die Halle gefunden wurde, muss natürlich die Bühne designed werden. Ich glaube, dass hier viel in ukrainischer Hand liegen wird und man eng mit der EBU zusammenarbeiten wird, um einen guten ESC zu sichern. Die Werbung die die Ukraine mit dem ESC machen will sollte man nicht unterschätzen. Ich freue mich auf das nächste Jahr und glaube an die Ukraine, dass sie einen spektakulären ESC zaubern werden!  

Mittwoch, 18. Mai 2016

Deutschland am Ende - Mal wieder

Einmal mehr haben wir Ende Mai und wir müssen uns wieder fragen: Warum hasst uns Europa? Einmal mehr Letzter, seit 2012 keine Platzierung mehr in den Top15. Wenn wir Newcomer schicken landen wir hinten (2014-2016) und wenn wir den erfolgreichsten deutschen Act der 2000er schicken, landen wir ebenfalls hinten (2013). Was machen wir also falsch? 

Fast ganz Europa war sich wie 2015 einig: Deutschland schickte nicht den schlechtesten Song nach Stockholm. Fast jeder mochte ihn oder gab zu, dass er nicht schlecht sei. Und selbst wenn jemand Kritik am Song äußerte, war da noch die süße Jamie-Lee, die das wieder wett machte. Aber im Gegensatz zu 2015, bei dem praktisch jeder Ann-Sophie lobte, gab es auch kritische Stimmen. Warum schickt Deutschland um Himmels Willen einen japanischen Cupcake zum ESC? Wie passt das zum Lied? Und warum noch mal rennt sie alleine durch einen Laserwald?

Das was die Ukraine dieses Jahr perfektioniert hat, interessierte den NDR überhaupt nicht. Nämlich die Authentizität. Jamala, eine Krimtatarin, singt über das Leid, dass ihrer Großmutter angetan wurde, mit einer emotionalen und zurückgenommen Präsentation auf der Bühne. Jamala ließ uns den Schmerz fühlen und erzählte uns die Geschichte, während sie uns in ihre eigene Welt mitnahm. Jamie-Lee? Sie sang über eine Beziehung, die sich gerade in einer Krise befinet, als Cupcake im Wald. Dass das kein Kostüm, sondern der Geschmack Jamie-Lees ist, sollte man berücksichtigen, aber das macht der ESC-Zuschauer eben nicht.


Diese "Heilige Dreifaltigkeit" wurde einmal mehr nicht erreicht. Sollten Sänger, Song und Bühne keine Einheit bilden, kann man eine gute Platzierung vergessen. Selbst wenn einzelne Kriterien schwach sind, kann eine harmonierende Show das wieder wett machen. Das konnte man dieses Jahr gut bei Belgien sehen, da Lauras Stimme wirklich nicht wettbewerbsfähig war und auch der Song eher im Mittelmaß schwamm. Auf der Bühne versprühte sie aber extrem viel Freude, dank Choreo die zum Song passte sprang der Funke ans Publikum über und sie erreichte einen 10. Platz, an den niemand vor den Proben auch nur gewagt hat zu träumen.

Von einer Krise zu sprechen ist einfach, aber wie kommen wir wieder heraus?

Nun, zunächst muss man sich den Umgang mit dieser Platzierung ansehen. Und dieser ist mehr als nur amateurhaft, sondern einfach peinlich. Die Pressekonferenz nach dem Finale wurde praktisch kommentarlos abgesagt. Man nahm sich selbst die Chance, die Fehler zu erklären und auch Kritik der Journalisten anzunehmen. Man wolle Jamie-Lee schützen. Dann soll Jamie-Lee aber auch bitte nicht in der Öffentlichkeit arbeiten, sondern auf einem Bauernhof im südlichen Greifswald. Wer in der Öffentlichkeit stehen will muss mit den Journalisten umgehen (können), nur Kinder gelten als Ausnahme. 

Die gesamte deutsche Delegation nahm sie in Schutz. Thomas Schreiber, das höchste deutsche ESC-Tier beim NDR: "Ihr Auftritt war 1A. Nach unserem Eindruck hat Jamie-Lee ... vor allem das junge Publikum angesprochen." Jamie-Lee selbst sagte: "Ich persönlich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung... Ich werde jetzt erst einmal feiern"

Ganz ehrlich, solche Aussagen machen mich sprachlos. Das Jamie-Lee zufrieden mit sich selbst ist, kann man ja durchaus verstehen, aber die Sätze aus Thomas Schreibers Mund sind einfach nur beschämend. Offenbar hat ja Jamie-Lee gar kein Publikum angesprochen und nur Punkte aus Ländern bekommen, in denen man sie aus der The Voice-Staffel kennt, also Österreich und Schweiz. 

Man stelle sich nur einmal vor, bei einem Fussballverein, der das zweite Mal in Folge absteigt erklärt der Trainer, dass es ein "1A Auftritt" der Mannschaft war. Im Sport und in der Wirtschaft wird ein solches Verhalten mit Kündigungen bestraft. Der Fisch stinkt meistens vom Kopf. Aber was macht Thomas Schreiber? Er wird wieder bis Februar in der Versenkung verschwinden und das Debakel einmal mehr Aussitzen. Immerhin das kann er "1A". Auf seine Kappe geht auch das ganze Naidoo-Gate, was schon ein schlechtes ESC-Jahr vermuten ließ. 

Deutschland braucht einen zweiten Stefan Raab. Einen modernen Ralph Siegel. Oder einen Christer Björkman. Keinen Thomas Schreiber, der scheinbar kein Interesse an Erfolg hat. Das schöne am ESC ist, dass wenn man unten ankommt, es nicht mehr schlimmer kommen kann. Warum also riskiert die ARD nicht mal was? Die aktuellen Modelle sind veraltet und haben zu keinem Erfolg geführt.

Das Problem am Vorentscheid ist nun mal, dass er nur als Werbung für den nationalen Markt dient. Die beste Werbung dafür ist natürlich eine Kostprobe des Songs bei diesem Wettbewerb, wobei  der eigentliche Wettbewerb in Hintergrund ist. Wir brauchen ein Konzept, bei dem junge aufstrebende Künstler ein Interesse am ESC haben, nicht die Plattenfirmen an der Vermarktung. Niemand kann mir erzählen, dass Deutschland keine begabten Künstler ohne Interesse am ESC hat.

Aber das Hauptproblem in den letzten beiden Jahren war nicht der Künstler, sondern der Song. Dieser war in beiden Fällen super radiotauglich, aber für den ESC praktisch ungeeignet. Bei der Unterhaltungsshow muss man herausstechen und einen Song haben, der das praktisch schon von alleine macht. Wir müssen andere Wege gehen und vielleicht auch mal einen Song extra für den ESC schreiben. Thomas G:son schreibt ja gerne für andere Länder, warum nicht für Deutschland?

Natürlich wäre das nicht der ideale Plan, aber es wäre zumindest ein guter ESC-Beitrag gesichert. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten: Dieter Bohlen bringt jedes Jahr eigene Sänger bei DSDS heraus, warum sollte er nicht einen ESC-Song für den aktuellen Sieger Prince schreiben? Oder wie wäre es mit Robin Schulz oder Felix Jaehn, die zur Zeit einen Hit an den anderen reihen? Aber da gibt es natürlich das Problem, dass der NDR aktiv Werbung für den ESC machen müsste. Das ist natürlich mit Arbeit verbunden und wird dadurch schon kategorisch vom NDR abgelehnt.

Der einzige Weg, wie Deutschland aus dieser Abwärtsspirale herauskommen kann ist eine radikale Änderung. Falls der NDR zu dieser nicht fähig ist, sollten man dem WDR die Rechte für den ESC übertragen. Ein Thomas Schreiber MUSS  zurücktreten oder diese Änderungen zulassen. Ein weiteres Aussitzen kann sich DE nicht erlauben, da der ESC ja nun weltweit gesehen wird und wir uns dank Herr Schreiber jährlich blamieren. Danke Dafür!


Dienstag, 17. Mai 2016

100 Fakten zum ESC 2016, mit denen du bei Partys mehr punkten kannst als Deutschland!


  1. Insgesamt konnten 3 Länder den bisherigen Punkterekord von 2009 brechen. Und zwar die Ukraine, Australien und Russland. 
  2. Die Ukraine hat einen neuen Punkterekord mit 534 Punkten aufgestellt
  3. Jamala ist die älteste Siegerin seit 2003.
  4. Durch den Sieg rückt die Ukraine mit 2 Siegen auf Rang 10 der Häufigkeit der Siege
  5. 1944 war der erste Sieger seit 2007 der nicht vollständig auf Englisch gesungen war.
  6. 1944 ist der erste Sieger, der weder das Publikumsvoting noch das Juryvoting für sich entscheiden konnte.
  7. Jamala war die erste Interpretin seit 2013 die in der zweiten Hälfte startete.
  8. Jamala ist die erste Siegerin seit 2009 die ihr Lied selbst geschrieben hat.
  9. Die Ukraine ist der erste osteuropäische Staat seit 2008, der den ESC gewinnen konnte.
  10. Die Ukraine wird das erste Land sein das den ESC während eines Bürgerkrieges austragen wird.
  11. 1944 ist der erste Song, der von Position 21 gewinnen konnte.
  12. Dami Im sorgte für die beste Platzierung Australiens.
  13. Dami Im sorgte für die beste Platzierung eines Englisch-sprechenden Landes seit 2002.
  14. Dami konnte die Ukraine im Halbfinale recht deutlich besiegen.
  15. Sergey Lazarew ist der zweite Televoting Sieger in Folge, der nicht den Gesamtsieg erreichen konnte.
  16. Sergey Lazarew sorgte für die fünfte Top10-Platzierung in Folge
  17. Sergey Lazarew war der erfolgreichste männliche Solointerpret Russlands seit dem Sieg 2008.
  18. Poli sorgte für die beste bulgarische ESC-Platzierung aller Zeiten.
  19. Bulgarien konnte zum ersten Mal seit 2007 das Finale erreichen
  20. Immer wenn Bulgarien das Finale erreicht, landen sie in den Top-10
  21. Poli war die beste ESC-Rückkehrerin seit 2012.
  22. Frans sorgte für den 5. Top5 Platz Schwedens in den letzten 6 Jahren
  23. Frans sorgte für die höchste schwedische Punktzahl eines Nichtgewinners.
  24. Frans ist der jüngste Künstler seit 2006 der die Top5 erreichte.
  25. Kein skandinavisches Land konnte sich für das Finale qualifizieren.
  26. Amir sorgte für die beste französische Platzierung seit 14 Jahren
  27. Amir war der erste männliche französische Solointerpret seit 2011. 
  28. Die französische Punkteverkünderin blamierte sich durch ihren Gesang.
  29. Amir, der einen Großteil seines Lebens in Israel verbrachte, erhielt 12 Punkte von den Zuschauern aus Israel.
  30. Iveta war die erste Interpretin in diesem Jahr, die auf Hologramme setzte.
  31. Sowohl die Jury als auch die russischen Zuschauer gaben Armenien 12 Punkte
  32. Michal sorgte für die beste Platzierung Polens seit 2003.
  33. Michal war der erste polnische Künstler seit 2009 der seinen Song nicht selbst geschrieben hat.
  34. Michal wurde im Juryvoting 25. - Im Televoting 3.
  35. Donny holte die beste Platzierung für Litauen seit 2006 heraus.
  36. Donny hatte zwischen Televoting und Juryvoting nur eine Diskrepanz von 8 Punkten.
  37. Er konnte sich gegenüber seiner ersten Teilnahme 2012 um 5 Plätze verbessern.
  38. Belgien war im Juryvoting gleichauf mit Russland (130 Punkte)
  39. Laura sorgte für die beste Platzierung Flanderns seit 2010.
  40. Douwe war der erste männliche Soloact für Holland seit 1992.
  41. Beim niederländischen Auftritt wurden drei Mikros für Douwe benötigt.
  42. Ira aus Malta wurden von der Jury 7 Punkte mehr gegeben als Russland.
  43. Allerdings erreichte sie nur Rang 21 beim Zuschauervoting.
  44. Ira hätte im alten Wertungssystem nicht den 12. sondern den 24. Rang erreicht.
  45. Ira gewann das Juryvoting in Semi 1
  46. Ira sorgte für die beste Platzierung Maltas von 2013.
  47. Zoe holte im Halbfinale den 2. Rang bei den Zuschauern.
  48. Österreich holte sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Juroren in Frankreich 8 Punkte.
  49. Zum ersten Mal seit 2004 konnte sich Österreich qualifizieren, während die Schweiz das Finale verpasste.
  50. Neben Conchita sorgte Zoe für die beste Platzierung Österreichs seit 2003.
  51. Die Juroren hätten Österreich nicht ins Finale gelassen.
  52. Israel lag bei den Juroren auf dem 8. Platz, bei den Zuschauern nur auf den 22.
  53. Der Komponist des israelischen Beitrags hat zum zweiten Mal in Folge das Finale erreicht.
  54. Die einzigen 12 Punkte erhielt Israel von der deutschen Jury beinahe einstimmig.
  55. Seit 2010 ist Israel mit 3 Männern ins Finale eingezogen, während sie mit 3 Damen und einer Band gescheitert sind.
  56. Justs ist der erfolgreichste Solointerpret Lettlands aller Zeiten.
  57. Bei den Juroren und den Zuschauern kam er nahezu gleich gut an (69 bzw. 63 Punkte)
  58. Die Komponistin Aminata ist erst die zweite Lettin, die 2 Mal das Finale erreicht hat.
  59. Lettland gab im Finale seine Höchstwertung nicht an seinen baltischen Nachbarn.
  60. Heartbeat ist der erste lettische Finalbeitrag, dessen Titel nur aus einem Wort bestand.
  61. Francesca sorgte für die 2. Platzierung außerhalb der Top10 bei 7 Teilnahmen.
  62. Die Jurys aus Norwegen und Frankreich verliehen Italien 12 Punkte. Das Publikum der beiden Länder gar keine
  63. Seit der Rückkehr 2011 Italiens, wechseln sich Männer und Frauen bei den Teilnahmen immer ab.
  64. Samra fuhr das zweit schlechtestes Ergebnis aller Zeiten für Aserbaidschan ein
  65. Aserbaidschan landete nur bei 4/5 der armenischen Juroren auf dem letzten Platz.
  66. Der letzte Song Miracle (Rumänien 2014) landete auf Platz 12. 
  67. Sanja sorgte für den schlechtesten serbischen Finalplatz aller Zeiten.
  68. Sanja ist die erfolgloseste weibliche Solointerpretin die je für Serbien antrat.
  69. In den letzten 6 Jahren konnte sich Ungarn immer für das Finale qualifizieren.
  70. Freddie erhielt nahezu die selbe Anzahl an Punkten von den Jurys und dem Publikum.
  71. 4 der 6 Beiträge ab 2011, fanden sich im hinteren Drittel des Finalfests
  72. Georgien holte den besten Platz für einen Thomas G:son Song 2016.
  73. Die Rockband holte die schlechteste Finalplatzierung aller Zeiten für Georgien.
  74. 3 der 7 Finalbeiträge Georgiens entstanden durch Thomas G:son
  75. Eine dänische Jurorin gab Georgien versehentlich 12 Punkte, da sie ihre Liste falsch herum ausfüllte.
  76. Zypern fuhr 2016 die beste Platzierung seit 2012 ein.
  77. Im Gegensatz zu den anderen Rocksongs, bekam Zypern mehr Punkte von den Zuschauern.
  78. Zypern bekam zwar nur 8 Punkte von der griechischen Jury, jedoch 12 von den Zuschauern.
  79. Bei den letzten 13 ESC-Teilnahmen gelang Spanien nie ein Platz in den Top9.
  80. Barei war die 6. Künstlerin aus Spanien in Folge, die im Fokus stand.
  81. Barei sorgte für die schlechteste Platzierung seit 2013.
  82. Nina durchbrach den Rekord von 4 maligen verpassten Qualifikationen für Kroatien.
  83. Nina holte aber gleichzeitig das schlechteste Finalergebnis aller Zeiten nach Zagreb.
  84. Nina ist der große Favorit auf den Barbara Dex Award.
  85. Kroatien schaffte das Finale erstmals seit 2006 mit einem englischen Song.
  86. Mit der Ausnahme von 2009 , erreichte UK seit 2003 keinen Top-10 Platz mehr.
  87. Joe& Jake ist das Duo, welches das schlecht platzierteste im Finale aller Zeiten ist.
  88. Tschechien erreichte zum ersten Mal das Finale
  89. Die Zuschauer gönnten Gabriela allerdings das Finale nicht, im Semifinale nur Rang 12.
  90. Die ersten Punkte jemals im Finale für Tschechien kamen aus Österreich (4)
  91. I Stand war der erste tschechische Beitrag, an dem kein Tscheche beteiligt war.
  92. Gabriela holte 0 Punkte im Televoting
  93. Deutschland verteidigte den letzten Platz.
  94. Mit 30 Punkten auf Tschechien war es der größte Abstand zum Vorletzten aller Zeiten.
  95. Die 10 Televoting-Punkte kamen aus den beiden deutschsprachigen Ländern.
  96. Deutschland lag bereits nach 9. Jurys auf dem letzten Rang und gab diesen nicht mehr her.
  97. Seit dem Ausscheiden Stefan Raabs gab es keinen Top16-Platz mehr
  98.  Mans war der erste ESC-Sieger seit 2011, der den nachfolgenden ESC moderierte.
  99. Zum ersten Mal schieden Griechenland und Bosnien im Halbfinale aus.
  100. Mit der Ausnahme von 2014 konnten sich seit 2010 mindestens 2 der 3 Balten für das Finale qualifizieren.

Montag, 16. Mai 2016

Russland - Ein Fremdkörper im ESC?

Ein von wiwibloggs (@wiwibloggs) gepostetes Foto am

Dieses Bild fasst den gesamten Samstagabend sehr gut zusammen. Das unfassbare ist einmal mehr im Globen geschehen: Der LED-Wand haushohe Favorit wurde gestürzt, obwohl ihn die Wetten und auch die Fans nahezu unanfechtbar vorne sahen. Doch der ESC hat seine eigenen Gesetze und diese schreibt er jährlich neu. 

Auf dem Bild rechts unten sieht man Sergey Lazarev aus Russland, als er das unglaublich gute Publikumsergebnis von 361 Punkten sah. Im selben Moment realisierte er allerdings, dass es nicht für den Sieg reichen würde. Passend dazu wurde oben die Ukraine eingeblendet, als deren Jubelsturm begann. Ukraine feiert und Russland kann nur zu ihnen aufsehen. Ein Bild, dass Russland mit allen Mitteln versuchte zu verhindern. Ohne Erfolg. 

Russland gewann zwar deutlich das Televoting, jedoch wurde bei den Jurys nur ein mit Belgien (!) geteilter 5. Platz erreicht. Selbst Malta erlangte mehr Punkte von den Juroren als der große Favorit. Der Komponist des russischen Beitrags, der Frank N. Furter des 21. Jahrhunderts Filipp Kirkorow, roch sofort eine Verschwörung des restlichen Europas. Eine von der Regierung gesteuerte Jurywertung, die Russland beim ESC verunglimpfen sollte. Das sind harte Vorwürfe, die sich allerdings ziemlich gut beweisen lassen:





























Mehr als die Hälfte aller nationaler Jurys haben Russland keinen Punkt gegönnt. Die typischen Punktexporteure an Russland haben natürlich dennoch ihre Lieferung abgegeben. Aber durch die politischen Entwicklungen haben 2/3 des Baltikums, die Ukraine und Georgien keine Punkte mehr an Russland gereicht. Im Televoting sieht das ganze so aus:

Nun erhält Kirkorows Aussage mehr Gewicht, da JEDES Land mindestens 3 Punkte an Russland vergeben hat. Aus der Ukraine und Georgien gab es sogar 12, ebenso wie aus Deutschland. Dadurch sind die Zweifel dann doch begründet, da es auf jeden Fall Länder gibt, aus denen keine Punkte an Russland vergeben werden dürfen. 

Aber man sollte auch den Sinn hinter den Juroren bitte gerade als Komponist betrachten: Die Jurys sollen den Effekt der Diaspora schmälern und qualitativ hochwertige Beiträge gut bewerten. War der Song Russlands qualitativ hochwertig? Die Antwort kennt jeder. Das Lied war allerhöchstens Mittelmaß und man war besseres von Captain Kirkorow gewöhnt. 

Warum Russland also mehr Punkte im Televoting bekommen hat? Weil die Show natürlich Eindruck hinterlässt. Sie bleibt im Kopf, das Lied hingegen nicht. Dazu noch die unglaublich große Diaspora und nun ist es gar keine Überraschung mehr.

Hat das nun also nur politische Gründe? Natürlich nicht. Russland war natürlich nicht das einzige Land, das in der Jury deutlich schlechter abschnitt. Ich denke da nur an Österreich, die ja nicht einmal eine Diaspora haben oder das diesjährige Paradebeispiel Polen. Auch gegenteilige Ereignisse gibt es, zum Beispiel bei Australien, Malta oder Israel.

Es ist zu einfach alles auf die Politik zu schieben, das versuchen ja die deutschen Medien auch schon länger. Natürlich hat die Außenpolitik Russlands nicht viele Freunde in der EU, aber vielleicht sollte man sich auch einfach damit abfinden, dass der Beitrag Sergeys zwar gut schmeckte, aber eben in keinem Sternerestaurant gegessen werden kann, da die Zutaten zu simpel waren. Sein darauffolgender Appel, dass Russland doch aussetzen solle, halte ich für eine gefährliche Idee. Denn der ESC ist wohl zur Zeit das einzige Event, bei dem Russland von den anderen Ländern nicht angefeindet wird, sondern sogar angefeuert wird. 

Sollte Russland also 2016 den Weg nach Kiew finden, wäre dies ein Zeichen von wahrer Größe und auch ein Schritt zur Entspannung der Situation. Sollte sich Russland dagegen entscheiden, dann kapselt sich das Land auch noch vom ESC ab und es wird immer dunkler. So dunkel, dass wieder die Vorhänge zufallen könnten. 


Donnerstag, 12. Mai 2016

Nächster Versuch - Das zweite Halbfinale

Nach dem nur mäßig orakelten ersten Halbfinale, versuche ich jetzt alles besser zu machen und alle 10 Qualifikanten zu erraten durch musikfachliche Analysen hervorzusagen. Dabei habe ich durchaus aus Dienstag gelernt und hoffe besser gerüstet in dieses Semi hineinzugehen. 

Laut den großen Fansites ist dieses Semi wohl das schwächere, obwohl ich das vollkommen anders sehe. Einige meiner persönlichen Favoriten finden genau so in diesem Semi Platz, wie auch einige Konkurrenten von Russland auf den Gewinn. Nur ist das Feld nicht so ausgeglichen wie in Semi 1. Dann schauen wir mal, wie ich die ohne Proben das Semi getippt hatte.

1.) Ukraine 342 Punkte

2.) Australien 328 Punkte

3.) Lettland 286 Punkte

4.) Bulgarien 263 Punkte

5.) Serbien 238 Punkte

6.) Polen 209 Punkte

7.) Norwegen 143 Punkte

8.) Mazedonien 137 Punkte

9.) Israel 110 Punkte

10.) Belgien 94 Punkte

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11.) Litauen 66 Punkte

12.) Albanien 62 Punkte

13.) Irland 56 Punkte

14.) Dänemark 33 Punkte

15.) Schweiz 31 Punkte

16.) Slowenien 16 Punkte

17.) Weißrussland 13 Punkte

18.) Georgien 9 Punkte

Auch hier hat sich einiges dank den Proben geändert. Allerdings gab es hier keine völlige Katastrophen, wie in Semi 1 mit Kroatien und Aserbaidschan. Leider ist dieser verflixte 10 Platz wieder ziemlich umkämpft, was für mich als Profiorakel keinerlei Probleme darstellt.

Ehemals Platz 1: Ukraine

Ein Drehbuchautor hätte es nicht besser schreiben können. Die Ukraine setzt auf Grund der Krimkrise ein Jahr vom ESC aus. Russland feuert im nächsten Jahr eine musikvideohafte Show ab, während für die Ukraine eine Krimtatarin antritt, die in ganz Europa einen Völkermord besingt, der von Russen begangen wurde. Und nun die Sahne auf dem Kuchen: Ausgerechnet dieser Song könnte Russland am Sieg hindern. Die Performance von ihr in Stockholm macht gleichzeitig betroffen, wirkt aber auch nicht überladen. Stimmlich nahezu konkurrenzlos und wir fühlen förmlich den Schmerz. Einfach große Klasse

Ehemals Platz 2: Australien

Mir persönlich ist der Song viel zu ruhig und auch die Ausstrahlung von Dami habe ich nicht gesehen. Live überrascht sie aber mit einer völlig neuen Melodieführung, die eigentlich schon an Akrobatik erinnert. Dadurch legt der ganze Song auch extrem an Dramaturgie zu. Die Inszenierung wirkt aus dem Publikum etwas lächerlich, aber mit der Kameraführung sollte es eigentlich ziemlich gut aussehen. Unsicherheitsfaktoren sind allerdings noch ihr Positionswechsel und das Herunterhelfen vom Kasten durch 2 Helfer.

Ehemals Platz 3: Lettland

 Zu Justs muss man eigentlich nicht mehr viel sagen, da er alles so gelassen hat, wie beim Vorentscheid. Er schreit sich immer noch die Seele aus dem Leibe und der Hintergrund ist an eine Tiefgarage angelehnt. 

Ehemals Platz 4: Bulgarien

Poli hat es geschafft ihren Song nicht durch ihren Auftritt zu zerstören, aber sie hat sich alle Mühe gegeben. Was genau sie an hat, weiß wohl nur sie, aber es wirkt irgendwie futuristisch. Massenware wie ihr Song ist das durchaus nicht. An ihrer Bühnenpräsentation wirkt nur sie auf der Bühne mit und 5 Backgroundsänger, die zum letzten Refrain auch mal ins Bild dürfen. Ansonsten tanzt nur Poli und ihre Hologramm-Polizisten, übrigens mit den billigsten Tanzmoves, die es nur geben kann, die aber trotzdem nicht schlecht aussehen. Bulgaria is back!

Ehemals Platz 5: Serbien

Sanja singt alle an die Wand. Sie bestreitet eine sehr sehr ausdrucksstarke Performance, die zum Glück nicht mehr an das Wesen aus dem Promo-Video erinnert. Dank punktuell eingesetzter Gestik wird der Gedanke des Songs deutlich...natürlich auch durch den völlig übertriebenen Tänzer, der wohl von Ungarn 2014 inspiriert war, der ja eine ähnliche Message hatte.

Ehemals Platz 6: Polen

Auch hier muss man wenig Worte verlieren, da nahezu alles aus dem Vorentscheid kopiert wurde. Die Streicher befinden sich genauso wie Jesus auf der Bühne. Stimmlich nach wie vor Wow, auch wenn etwas die Leichtigkeit von der Statik zerstört wird. Und wirklich betroffen macht sein Song einen auch nicht.

Ehemals Platz 7: Norwegen

Der wahre Geist des ESC´s kommt aus Norwegen, denn Agnete hat sich bisher noch nirgends gezeigt außer auf der Bühne. Anscheinend plagt sie eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, daher habe ich doch irgendwie Verständnis. Aber warum hat sie ihren tollen Oktaeder in Oslo gelassen? Nun hat sie nur ihr kleines Podest bei sich und die Bühne wirkt etwas leer. Das kann sehr sehr knapp werden.

Ehemals Platz 8: Mazedonien

Kaliopi singt einmal mehr unheimlich gut. Nach dem katastrophalen Staging in Probe 1, hat sie alles über den Haufen geworfen und trägt nun ein etwas unvorteilhaftes Kleid aus meiner Sicht. Der Song bleibt altmodisch, doch wird sein Publikum finden. Nun muss sie bitte bitte noch den letzten Kreischer erwischen und es könnte sehr knapp reichen.

Ehemals Platz 9: Israel

Hovi zeigt eine unglaublich gute und geschmackvolle Leistung. Mit zwei sehr gut eingesetzten Artisten und seiner unglaublich guten Stimmen kann er für eine super Stimmung im Globen sorgen. Wenn es nicht Israel wäre, wäre er ein sicherer Qualifikant.

Ehemals Platz 10: Belgien

Laura hat die wohl stärkste Bühnenpräsenz des Jahrgangs. Ein super gute Laune-Song zum Abschluss des Semifinals ist fast schon die sichere Qualifikantion fürs Finale. Mittlerweile ist Belgien in den Wetten auch weit nach vorne gerückt, was auch an der Choreo von ihr liegt. Stimmlich hat sie auch 5 Klassen zugelegt.

Auch durch Veränderungen im unteren Teil der Prognose, kommen wir zu folgendem Orakel:

1.) Ukraine

2.) Australien

3.) Serbien

4.) Lettland

5.) Belgien
 
6.) Bulgarien

7.) Polen

8.) Norwegen

9.) Israel

10.) Weißrussland

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11.) Litauen

12.) Mazedonien

13.) Dänemark

14.) Albanien

15.) Irland

16.) Georgien

17.) Slowenien

18.) Schweiz

Mittwoch, 11. Mai 2016

Der Tag danach - Ein Rückblick auf das 1. Semifinale

Der Morgen danach ist nie schön, besonders nicht nach den Halbfinals des ESC´s. Nachdem ich im letzten Jahr sehr zufrieden mit den Qualifikanten war, hatte ich wohl ein etwas zu hohes Maß an Selbstsicherheit angehäuft. Und so fühle ich mich jetzt schon an das Jahr 2013 erinnert, indem im 1. Halbfinale Montenegro, Serbien und Österreich doch recht überraschend ausgeschieden sind. 

Um das mal kurz festzuhalten. In meiner Prognose ging es nicht um meine Meinung, sondern um ein Orakel, also unabhängig von meinem Geschmack. Ich hatte die Erwartung, dass sich diese 10 Acts qualifizieren würden:

1.) Russland

2.) Armenien

3.) Ungarn

4.) Bosnien

5.) Island

6.) Griechenland

7.) Malta

8.) Aserbaidschan

9.) Zypern 

10.) Kroatien

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11.) Niederlande

12.) Tschechien

13.) Österreich

14.) Estland

15.) Finnland

16.) Moldawien

17.) Montenegro

18.) San Marino

Somit tauschen wir Bosnien, Island und Griechenland durch Tschechien, Niederlande und Österreich. 

Russland und Armenien werden wohl den Sieg unter sich ausgemacht haben, wobei mein Herz Armenien, und mein Kopf Russland sagt. Dazu werden sich Ungarn und Holland ebenfalls souverän qualifiziert haben. Letzteren hatte ich bei meiner Prognose ein knappes Ausscheiden in Aussicht gestellt, da ich einfach nicht glaube konnte, dass die Holländer mit dem selben Prinzip von 2014 erneut Erfolg haben. 

Die Qualifikation Österreichs war für mich im Vorfeld relativ unwahrscheinlich, da das Lied ja sehr aus dem Rahmen fällt und mir persönlich zu kitschig ist. Außerdem dachte ich, dass die Juroren es auch deshalb eher schlechter bewerten werden. Als Zoe dann aber auf den Bildschirm zu sehen war, deutete sich für mich an, dass sie es schaffen würde. Durch clevere Schnitte wirkte es dann doch gar nicht so rosa und stimmlich kann sowieso nur Kaliopi Zoe etwas beibringen. Somit habe ich kein Problem damit, dass sich Österreich qualifiziert hat, aber es haben andere Länder deutlich hochwertigere Produktionen ins Rennen geschickt.

Ira Losco aus Malta wird wohl auch einen relativ komfortablen Abstand zum 10. Rang haben, obwohl mich das Staging dann doch eher negativ überraschte. Das Opening mit ihrem Gesicht auf dem Boden war tatsächlich genial. Aber danach verliert sich irgendwie der Druck, das Voranpreschen in ihrer Stimme. Es erinnerte mich an Irland 2014, dass ja auch durch eine unglaublich schlechte Bühnenshow ausschied. Das Outfit von Ira war auch mehr als gewöhnungsbedürftig. Natürlich soll/darf sie ihren Babybauch zeigen, aber dass geht auch eleganter. Man muss ihn ja nicht wie Birgit (Estland 2013) unter einem großen weißen Etwas verstecken, aber diese geplatzte Goldtube hätte nicht sein müssen. 

Warum in den Proben Aserbaidschan so runter gemacht wurde kann ich auch nicht ganz verstehen. Das Staging ist für mich persönlich zu viel von Statik geprägt, gepaart mit zu vielen visuellen Eindrücken. Aber dennoch ein solides Gesamtpaket. Ihre Stimme? War im Rahmen, natürlich die schwächste des Abends, aber sie konnte Anschluss an die anderen halten. Auch wenn mich einige Zweifel befallen, dass eine Sängerin im Hintergrund manche Stellen für sie übernommen hat, gelang Aserbaidschan verdient ins Finale. 2013 und 2014 schafften sie das ja auch, aber da wurde ordentlich nachgeholfen. Wobei wir natürlich nicht wissen, ob das 2016 wieder der Fall ist. (Mit solchen Vorwürfen wurde bereits Malta in der Vergangenheit konfrontiert.)

Zypern könnte auf dem heißen Stuhl sitzen und sich als 10. qualifiziert haben. Rock kommt beim ESC eben nicht so gut an. Minus One war dazu live auch nicht wirklich überragend was dafür sorgte, dass ich sie nach ihrem Auftritt schon fast draußen sah. Der Umstand, dass Griechenland mit 2x 12 Punkten aushelfen konnte, kann das Zünglein an der Waage gewesen sein.

Kroatien hat es trotz des Kleids des Grauens geschafft, ins Finale einzuziehen. Respekt dafür! Angeblich wird sie das Kleid überarbeiten und auf etwas zurück gehen, was ihre Stimme in den Vordergrund stellt. Aber auch ihre Stimme war nicht so toll, wie wir sie schon gehört haben, nämlich etwas schief. Aber dennoch glaube ich, das Kroatien auf die linke Seite der Ergebnistafel kommen könnte.

Und dann natürlich noch die größte Überraschung: Tschechien! Die wohl langweiligsten 3 Minuten auf der ESC-Bühne werden mit dem Einzug ins Finale belohnt, na toll. Bitte nicht falsch verstehen, Gabriela kann unglaublich toll singen und eine Ballade muss nicht immer langweilig sein (siehe Israel), aber Gabriela hat es sich mit diesem Song einfach nicht verdient im Finale zu stehen. Für Tschechien freut mich das alles natürlich. Um auch noch etwas konstruktives zu sagen: Stylist rausschmeißen, sie sah aus wie 40. Bitte bitte ein anderes Kleid, es wirkt um die Hüfte einfach seltsam. Und etwas lächeln dürfte auch drin sein ;)

Aber nun zu den Schocks des Abends, die Ausscheider. Wir beginnen mal unspektakulär.

In Gedenken an Montenegro und Highway


In Gedenken an San Marino und Serhat



Ich schäme mich fast für diese Zeilen, aber so schlimm war es gar nicht. Seine Backgroundsängerinnen waren wirklich überraschend gut und auch Serhat performte wirklich gut. Anständig inszeniert war das ganze auch noch, also das Maximale aus diesem Song heraus geholt. Schön, dass Serhat so für den ESC in der Türkei geworben hat.

In Gedenken an Moldau und Lidia


Die beste stimmliche Leistung von Lidia wurde wie erwartet nicht mit dem Finaleinzug belohnt. Ihr Kleid war ebenfalls ganz schön und Lidia hatte den schönsten Tag in ihrem Leben und darum geht es ja. Der Astronaut hatte ja noch seine Akkreditierung unter seinem Anzug an, eine Panne? Wie auch immer, Moldau scheitert somit zum dritten Mal in Serie und man kann nur hoffen, dass Pasha (Sänger 2012, Komponist 2013, jeweils 11.) bald zurück kommt.  

In Gedenken an Finnland und Sandhja


Sandhja hat es wie erwartet auch nicht geschafft. Trotz ihres tollen Liedes, welches es sogar in meine Spotify-Liste geschafft hat. Leider konnte sie live nicht wirklich überzeugen, was aber auch eventuell am Mikrophon liegen könnte, da man sie kaum verstanden hat. Aber auch ihr Staging war verwirrend mit dem Hang zum Sinnlosen. Ihr Outfit und ihre Haare waren dann auch noch unglücklich gewählt. Schade, aber verdientes Aus.

In Gedenken an Estland und Jüri


Hier kam dann der erste Schock für die ESC-Fans weltweit. Der außerhalb der Bühne sehr sympathische Jüri enttäuschte auf ganzer Linie mit seiner Performance. Der Charakter der Bühne war sehr schön, aber durch ihn wirkte die Bühne ziemlich leer. Stimmlich war das wirklich im Rahmen, aber seine Ausstrahlung war so was von lächerlich. Ich bin 21, mache auf ganz coole Socke, während ich einen billigen Kartentrick vorführe und das alles in meinem viel zu großen Anzug. Noch fragen? Sein Ausscheiden hatte sich in der Probewoche abgezeichnet.

In Gedenken an Griechenland und Argo


Diese Gruppe war ja bereits vor den Probewochen in Stockholm klinisch tot, passend zu Griechenland was man ihnen natürlich zugute halten muss. In Stockholm sorgten sie schließlich für einen kleinen Aufseher, da ihre Show eigentlich bei allen gut ankam. Trotzdem war das Lied natürlich immer noch nicht schön. Warum ich glaubte, dass sie sich qualifizieren könnten? Weil es Griechenland ist und Zypern stimmberechtigt war! Während des Auftritts war mir aber klar, dass es das für Griechenland war. Sie standen zwar auf Rang 6 in meiner Prognose, aber persönlich kann ich sehr gut mit ihrem Ausscheiden leben.

In Gedenken an Bosnien und Dalal, Deen, Ana Rucner & Jal


Mit diesem Ausscheiden hatte ich wirklich nicht gerechnet! Wie Griechenland konnte sich der Balkanstaat immer fürs Finale qualifizieren. Diese Serie endet nun und ich muss ganz ehrlich sagen leider! Es regen sich ja nicht nur ESC-Fans darüber auf, dass kaum noch Titel in Landessprache gesungen werden. Was ist daraus also die logische Konsequenz? Der einzige Song in Landessprache (neben Malta mit Englisch) fliegt raus. 

Lag es am Rap? Vielleicht. Lag es an Dalals extremen Outfit? Vielleicht. Lag es an Deens divenhaften Verhalten? vielleicht. Der Hauptgrund für das Ausscheiden lag im Staging, das ich so gelobt hatte. Kommen da die Jurys ins Spiel? Seit dem Skandal mit Russland traue ich denen ja alles zu. Ja was folgt ist eine Verschwörungstheorie, die leider gar nicht so unwahrscheinlich ist.

Auf der Bühne trennte die beiden Sänger ein Stacheldraht, die ihre Liebe bzw. eine Beziehung behinderte. Ana trug Rettungsfolie. Ohne hier irgendeine politische Partei zu ergreifen kann man sagen, dass das natürlich die Flüchtlingskrise mit dem Zaunbau in Europa als Vorbild hat. An sich eine schöne Idee um das zu thematisieren, dass wir nur ohne Zäune und Grenzen wirklich frei sind. Aber leider hat das Team vergessen, dass die Länder, in denen Zaunbauhochkonjunktur läuft, in diesem Semi abstimmen durften. Nämlich Griechenland, Kroatien, Ungarn und vor allem Österreich. Wer weiß, vielleicht durften die Juroren auch nicht dafür stimmen, weil es nicht zum politischen Kurs passt oder waren dadurch zumindest eingeschüchtert. Ich kann praktisch versprechen, dass Bosnien mehr Punkte aus Schweden (Das Flüchtlinge aufnimmt) erhält als aus Ungarn (Die ja nur christliche Muslime wollen). Es hätte ein Zeichen des Zusammenhalts sein können, aber Europa ist erneut zerbrochen.

In Gedenken an Island und Greta

 
Und hier der Schock des Jahres. Ich kann es mir einfach nicht erklären. Sergeys Performance vor ihr wird einen negativen Effekt auf sie gehabt haben, aber einen so starken?! Wahrscheinlich wurde sie 11. und liegt nur einige Pünktchen hinter dem 10. Platz. Es tut mir einfach leid für sie, da sie sich so gut drauf vorbereitet hat. Mir fehlen die Worte, einfach anschauen und den Kopf schütteln.

Donnerstag dann das zweite Halbfinale. Ich will nicht, dass sich dort noch mal die Greta-Frage stellt: Warum?