Lisboa 2018

Lisboa 2018

Donnerstag, 14. April 2016

Das Konzert in Amsterdam

Nach dem alle Journalisten mehr oder weniger glücklich gemacht wurden, folgte am Abend das große Konzert der ESC-Teilnehmern. Wie bereits angekündigt, musste Armenien auf Grund der aktuellen politischen Lage im Lande absagen. Aserbaidschan hatte sich erst gar nicht angemeldet. Noch kurzfristiger musste leider Agnete aus Norwegen absagen, die seit 2 Wochen von einem schlimmen Virus heimgesucht wird und das Bett nicht verlassen kann. Die Übersicht gibt es hier nochmal und die Interviews hier

Durch das Programm führten der Holländer Cornald Maas mit reizender Unterstützung von der isländischen Wuchtbrumme Hera Björk.

Den Beginn machte die Rockgruppe Minus One aus Zypern mit ihrem Beitrag Alter Ego



Natürlich ein sehr lauter Beginn, der die Masse in Amsterdam richtig zum kochen bringen sollte. Problem an der Startnummer 1 ist natürlich bei solchen kleineren Events, dass das Mischpult noch nicht optimal eingestellt sein kann. Leider war hier das der Fall. Die Band, die in voller Montur da stand, war leider kaum zu hören und der Frontsänger hatte seine Probleme zum Publikum vorzustoßen, sodass es eher nach Gebrüll geklungen hat. Trotz all dieser Probleme war es ein gelungener Opener, der von den Fans auch dem entsprechend Applaus bekam. In Stockholm müssen wir uns bei der Tontechnik keine Sorgen machen.

In Punkten sind das: 7/12

Startnummero 2 ging an ManuElla aus Slowenien mit ihrer Taylor Swift-Hommage Blue and Red:


Sie performte ihre neue, leicht abgewandelte Version zum ersten Mal live. Was mich allerdings fast wütend hinterließ, war ihr Kleid. Blau und Rot, wer´s glaubt! In einer Mischung aus Lakritzerzeugnis und schwarzer Witwe stand sie vor dem geschockt dreinblickenden Publikum. Stimmlich war das souverän, beeindruckend aber auch nicht. Sie bewegte sich immerhin etwas auf der Bühne und versuchte den Lebensgeist zu versprühen, den sie mit dem Kleid kleidzeitich einzog.

In Punkten heißt das: 3/12 

Mit der Nummer 3 kam dann Ovidiu aus Rumänien mit seinem Lied Moment of silence:



Er wurde ja seit dem rumänischen Vorentscheid nicht mehr gesehen und gab auch in Amsterdam keine Interviews. Eben ein silent guy. Daher war man umso gespannter, ob er seine doch etwas wacklige Leistung in Bukarest, verbessern konnte. Zumindest optisch ist ihm das auf gar keinen Fall gelungen. Zum Beitrag aus Zypern hätte seine Kleidung gepasst, aber sein Beitrag macht nicht auf cool, sondern auf mystisch und da sind Rockersachen total unangebracht. Stimmlich war er dafür um so besser aufgelegt. Den letzten Refrain sang er sogar eine Oktave höher und auch das silence war dieses Mal richtig getroffen. Auch wenn das viele Fans nicht hören wollen, aber er wird sich im Mai fürs Finale qualifizieren.

Punktabzug gibt es für´s Outfit: 9/12

Wir bleiben eher im Osten und begrüßen die Nummer 4: Eneda aus Albanien mit Fairytale:



Bereits im Interview kam sie falsch rüber, als sie energisch bat eine Szene rauszuschneiden. Wie eine Stiefmutter eben. Offenbar muss ihr das jemand als neues Imagekonzept verkauft haben, denn sie trat mit einem langen, furchteinflössenden Kleid auf. Dazu wurde das ganze von einem feuerroten Dutt gekrönt. Um in Märchensprache zu bleiben: Sie sah aus wie die böse Schwiegermutter der armen Aschenputtel. Ich wiederhole es noch einmal: Sie singt ein Liebeslied! Ach ja, gesungen hat sie ja auch. Das allerdings muss man ihr lassen, denn das kann sie wirklich klasse! Auch die Performance war überdurchschnittlich, was vor Allem an ihrer ausgeprägten Gestik lag. Aber dennoch, es wirkt wie eine Kriegserklärung. 

Das macht insgesamt 2/12 angebissene Äpfel 

Es ging weiter mit dem ersten Big-5 Kandidaten mit Joe & Jake aus GB mit You´re not alone:



Na da haben sich die Verantwortlichen einen Spaß erlaubt. Nach dem aggressiven Liebes-Kunstlied, kommt nun der Pop-Nonsence aus GB. Mittlerweile habe ich mich gut mit der Studioversion arrangiert und fasst schon verdrängt, wie unfassbar schwach sie live sind. Bis zu jenem Samstagabend. Positiv: Sie haben versucht das Publikum zu animieren und die Parts, in welchen sie alleine singen, sind erträglich. Negativ: Sie haben das Publikum nicht animieren können, stimmlich war es mehr als wacklig und der ganze Auftritt ließ mich praktisch ihre Unsicherheit spüren. Wir haben unseren letzten Platz gefunden

In suizidgefährdeten Stimmgeräten heißt das 0/12

Mit der Nummer 7 gab es dann das Wiedersehen mit Kanada der Schweiz und Rykka mit The last of our kind:



Die nächste Stimme, die oft nicht das geforderte umsetzt. Die Marilyn Monroe Gedächtnis Frisur hatte sie immer noch und auch sie trug schwarzen Stoff, wie bisher jeder. Allerdings hatte sie zwei bronzene Winddrachen über ihren Windbeuteln. Aber dann die Überraschung des Abends: Sie hat sich saumäßig verbessert. Nun sitzen auch die hohen Töne und der Prozess, der in Riga eingesetzt hatte, scheint beinahe beendet. Sie bewegte sich sogar und performte wirklich gut! Die Überraschung des Abends!

In kanadischen Ahornsirups macht das 8/12

Ein weiterer alter Bekannter kam mit der Nummer 8 mit Ivan Help you fly aus Weißrussland:



Heute ließ Ivan Shakira zu Hause und auch seinen kleinen Ivan versteckte er noch. Farblich setzte er neue Akzente und trat als großer haariger Marshmallow auf. Dazu aber völlig unpassend waren seine braunen Cowboy-Stiefel. Auch Bremsstreifen eines Erzengels hatte er im Gesicht. Gesanglich steigert er sich ähnlich konstant wie Rykka nur, dass er auf einem höheren Level startete und jetzt etwas unter ihr steht. Er hat seinen Song mit Ausnahme der letzen Note super im Griff. Auch mit dem Publikum interagierte er super. Wenn die 
Nacktidee nicht wäre, könnte man ihn fast schon ernst nehmen. 

In weißrussischen Wolfsrudeln macht das 4/12.

Das krieselnde Moldawien war das 9. Land, repräsentiert von Lidia mit Falling stars:



Die singende Reporterin wirkte in den Interviews wirklich gelöst, als ob der Schalter bei gedrückt wurde. Offenbar kann sie nur ein Kleid ihr Eigen nennen, da sie erneut ihren weißen Hotpants-Schleier anhatte. Gesanglich gab es eigentlich nichts auszusetzen, sie hat zu Beginn des Refrains den Tonsprung aus Gründen der Sicherheit etwas verkleinert. Aber bei ihr bleibt das Kati Wolf (2011 für Ungarn als Favoritin abgestürzt) Problem. Partysong, aber keine Bewegung in der Protagonistin. Ihre Ansage, dass es keine Tänzer in Stockholm geben werde, wiegt damit doppelt so schwer.

In steifen Tanzmoves macht das 3/12.


Danach folgte mit der 10 die Märchenpuppe Gretel aus Island mit Hear them calling me:


Man war natürlich sehr aufgeregt, wie Greta sich zeigen würde, da sie seit ihrem Sieg beim nationalen Vorentscheid, keinen Live-Auftritt von ihrem Beitrag bestritt. Sie begann ihren Auftritt mit einem gut zwei-minütigen Geigensolo, dass die Fans richtig auf ihren Auftritt heiß machen sollte. Auch sie war ganz in schwarz gehüllt. allerdings spektakulärer als ihre Vorgänger. Hohe Stiefel, Lederrock und sehr, sehr kurzes Top. Von Styling her der bisherige Höhepunkt des Abends. Auch ihre Performance ließ nicht zu wünschen übrig, da sie ihr Staging aus dem Vorentscheid so gut wie möglich im Club zeigte. Stimmlich war es etwas wacklig, was sie aber mit der gutem Einbindung des Publikums wieder wett machte. Bisher auch der Lautstärkehöhepunkt des Abends.

In gesunkenen Disney-Kreuzfahrtschiffen macht das 11/12

Montenegro folgte mit Highway und Real thing auf der 10 nach der Pause:


Highway performte gar das erste Mal ihren Beitrag live. Die Gruppe stand in lässigen, dunkel geprägter Kleidung auf der Bühne, unterstützt von einem Bass und Gitarre. Leider war die Gruppe recht statisch auf der Bühne und so konnte das Publikum leider nicht in ihren Bann ziehen. Nur der Gitarrist zeigte Ansätze einer mitreißenden Performance. Gesanglich war es von den jungen Hüpfern leider so wie erwartet ausbaufähig und so kam es, dass der starke Charakter des Liedes live leider gar nicht ankam. Nur der schon erfahrene Bojan (Serbien-Montenegro 2005) zeigte eine gute gesangliche Leistung, auch wenn er etwas von der Gruppe ausgeschlossen wirkte.

Um es in zertrümmerten E-Gitarren zu sagen: 1/12

Der Gastgeber des nächsten Events war mit der 11 dran, nämlich Hovi aus Israel mit Made of stars:



Der bei den Fans schon sehr beliebte Hovi war auch bei dieser Performance nicht der lebensfrohe Paradiesvogel, der er abseits der Bühne ist. Er war auch ganz in schwarz gehüllt und hier liegt die Betonung auf gehüllt. Schwarze Schuhe mit schwarzer Hose, dazu schwarzes Hemd mit schwarzem Jacket und schwarzem Umhang und natürlich noch die dunklen Haare. Nur ein großes goldenes Amulett auf der Brust setzte einen Kontrast. Stimmlich war er einmal mehr große Klasse, da seine kräftige Stimme jeglichen Körper durchdringt. Auch seine Gestik war sehr passend und ausgeprägt. Nur im letzten Refrain traf er die hohen Töne nicht. Dabei kann es aber auch sein, dass er seine Stimme schonen wollte, da muss man schauen, wie sich diese Töne entwickeln.

In Hovitches macht das: 9/12

Von männlicher zu weiblicher Stimmgewalt und damit zu Sanja aus Serbien mit Goodbye:



Auch Sanja kann auf eine große Promotour zurückschauen. In Amsterdam performte das quirlige Etwas mit der Nina-Zilli-Gedächtnis-Frisur (Italien 2012). In einem fast ins hautfarbene Kleid mit hohen Gürtel gewickelt, machte sie eine tolle Figur auf der Bühne. Stimmlich hat man bei ihr fast schon das Gefühl, dass das eigentlich schwierige Lied, sie sogar stimmlich unterfordere. Das einzige Wort hierfür ist perfekt. Kritikpunkte erhält sie allerdings für den unsicheren Umgang mit ihren hohen Schuhen, die ihre Bewegungen sehr ungeübt wirken ließen. 

Um es in cm der Schuhe zu sagen: 11/12

Mit der 13 folgte der polnische Jesus Michal mit Color of your life:



Im ersten Auftritt nach seinem Sieg im Vorentscheid, entledigte er sich seines Zirkusdompteuroutfits und wandelte sich in ein goldenes Etwas. Vielleicht war es aus dem Fundus von Michael Jackson, dass würde zumindest etwas über den Polen erzählen, der für mich ja sowieso noch ein großes Rätsel ist. Immerhin brachte er Farbe in das Konzert. Die Stimme war einmal mehr sensationell, wahrscheinlich der beste Sänger dieses Jahrgangs knapp vor Hovi. Die Wirkung des Liedes kommt live besser an als in der Studioversion. Das einzige, was mich noch richtig nervt ist, dass er scheinbar unfähig ist, ein deutliches Englisch zu sprechen, denn dazu gehört nun mal das th.

In schwarz lackierten Fingernägel heißt das: 10/12

Als quatorze kam die junge Österreicherin Zoe mit ihrem Loin d´ici:



Ohne Laufband musste die arme Österreicherin in Amsterdam auskommen, das folgt dann in riesigen Maßen in Stockholm. Zoe trug ein rotes Sommerkleidchen, für das scheinbar tausend rote Tulpen dran glauben mussten. Dazu Sandalen und KEIN einziger Tupfen rosa! Bei ihrem offiziellen Video, in dem alles was nicht schon rosa war, rosa gemacht wurde, sah das alles noch viel kitschiger aus. Aber nur so scheint es noch im Rahmen zu bleiben. Dennoch bleibt sie für mich die Kindergarten Kate Ryan (Belgien 2006). In Amsterdam war sie gesanglich einmal mehr sehr souverän und traf alle Töne blind. Leider waren die Augen nicht so beeindruckt, da sie nur von A nach B und zurück lief. Trotz dieser mangelhaften Performance, lag ihr das Publikum zu Füßen. Ob das an der Interpretin oder an der Sprache des Liedes lag, bleibt das Geheimnis der Fans.

Um es in rosa glitzernden Einhörnern auszudrücken: 7/12

Mit der 15 verschlug es uns nach Estland zu Jüri und seinem Play:



Der schöne Kontrast folgte dank Jüri und seinem dunkel geprägtem Beitrag mit 60-er Touch. Der an sich sehr lebensfrohe Jüri muss dabei auch einen Kontrast zu seinem wahren Charakter vollziehen. Seine tiefe Stimme kam überraschend stark durch das allgemeine tiefe Surren bei solchen Konzerten hindurch. Stimmlich war der Castingsieger sehr sehr sicher unterwegs und auch seine Performance war dem Lied angemessen. Generell hat er keine Experimente gemacht, was man auch an seiner Kleidung sehen kann. 

In kumulierten Bässen heißt das: 10/12  

Der Rückkehrer Ukraine performte mit der 16 mit Jamala und 1944:



Jamala performte ließ sich bisher auch nicht bei den anderen Stationen des ESC´s zeigen, doch das EiC hat dann doch schon einen gewissen Ruf. Sie ist eine sehr erfahrene Künstlerin und konnte dies auch sehr gut auf der Bühne zeigen. Sie war auch dunkel angezogen, bei ihr passt das allerdings sehr gut. Eine schmal geschnittene Hose und ein körperlanger Schal, rundete das Outfit ab. Stimmlich muss man zu Jamala praktisch nichts sagen, das ist unglaublich. Natürlich ist das Lied nicht unbedingt das richtige für ein partywütendes Volk, aber ihr wurde doch viel Respekt und Zuneigung entgegen gebracht.

Insgesamt ist das die Höchstmarke von 12/12 Punkten!

Das Quartett aus Jalal, Dalal, Anna und Deen performten für Bosnien und Herzegowina Ljubav je:  



Das erste Mal wurde nun der Beitrag der 4 Solointerpreten live performt. Sie waren ja bereits für Moskau angekündigt gewesen, haben sich dann aber doch noch gegen den Auftritt entschieden. Somit waren die Gäste in Amsterdam Zeugen der Premiere. Auch hier war die Kleidung von schwarz geprägt. Ana hatte ihren Rohbau des Cellos dabei und trug schwarze Leggins, darüber den Schleier eines Tops, natürlich alles in schwarz. Dalal hielt sich zurück und trug eine schwarze Lederhose mit schwarzem Top und Jacke, mit angehefteten schwarzen Tutu. Deen kopierte beinahe diesen Look und seine Glatze glänzte die wie Sonne es jeden Tag tut. Jalal war auch unspektakulär in schwarz gekleidet und hatte die obligatorische  Macho Sonnenbrille auf. Die 4 kamen erst zu ihren Einsätzen auf die Bühne, hatten also ein richtiges Konzept. Die Gestik aller war dann aber doch etwas viel und wirkte der ganze Auftritt etwas over the top. Gesanglich war es bis auf Schwierigkeiten beim ersten Refrain wirklich gut, aber es stehen eben immernoch 4 individuelle Interpreten und keine Gruppe auf der Bühne.

In halbfertigen Streichinstrumenten macht das 5/12

Wir bleiben auch bei der Startnummer 18 auf dem Balkan, nämlich in Kroatien bei Nina und Lighthouse:



Einer der größten Fanfavorits und der vielleicht beste Beitrag Kroatiens im neuen Jahrtausend, war also nun auch in Amsterdam auf der Bühne. Stimmlich in Bereichen von Jasmin Thompson oder Ellie Goulding, gab es hohe Erwartungen an Nina. Die 2008-er Edition der Frisur von P!nk blieb uns erhalten, vor kurzem hatte sie ja noch blaue Haare. Ihr Kleid war sehr auffällig, trotz schwarzer Farbe. Ein Schattenbaum umhüllt von weißem Nebel, darauf ihr weißer Kopf. Stimmlich war sie wieder exzellent drauf, auch wenn sie manchmal Probleme hatte. Diese können aber auf die Clubatmosphäre zurückgeführt werden, von daher bleibt für Kroatien alles im Lot.

Um es in gescheiterten Kroaten im Halbfinale zu sagen: 11/12

Die Startnummer 19 hatte keine lange Anreise, es war nämlich Douwe Bob aus den Niederlanden  mit Slow down:



Nun also der Gastgeber, bei dem schon der große Applaus vorprogrammiert war. Douwe war auch der Einzige, der noch Begleitpersonal auf die Bühne brachte. In seinem Fall war das ein E-Gitarrist und ein Kneipenklavier. Er selbst hielt eine akustische Gitarre in den Händen. Er war in einem altmodischen grauen Mantel gekleidet, sein Gitarrenspieler in schwarz und sein Pianist hatte einen schwarzen Hut auf. Stimmlich meisterte er das wenig fordernde Stück souverän und interagierte auch mit seinen beiden Freunden auf der Bühne. Minuspunkt: Während annähernd des ganzen Stückes, hielt er die Augen geschlossen. Bei solchen Clubkonzerten, vor allem in der Heimat, ist das kein Problem, nur beim ESC sollte er das tunlichst unterlassen.

In holländischen Möchtegerncowboys macht das 7/12 

Schon haben wir den Act Nummer 20 mit Ira aus Malta und Walk on Water:



Ira tourte auch schon bei den kleineren Events im Osten Europa, von daher wusste man schon halbwegs, was einen erwarte. Ira trug (Gothic-Tag?) ebenfalls ein schwarzes Oberteil, sorgte aber in diesem schlichten Outfit dennoch für Akzente. Eine silber glänzende Leggins und drei Goldketten um den Hals, rundeten das Outfit zusammen mit hohen High-Heels ab. Stimmlich meisterte sie den Song gut, die Problemstelle ließ sie jedoch erneut aus, hoffentlich wird es bei ihr kein Zittern wie bei Elhaida Dani (Albanien 2015). Das Publikum wurde auch nicht richtig mitgerissen, wovon auch? Es wird immer klarer, dass Malta eine unfassbar gute Bühnenshow braucht, damit das Lied auch seinen Weg findet, es ist nicht schlecht aber eben etwas zu Molly Pettersson Hammar sperrig. 

Um es in weiblichen Moses´ zu sagen: 5/12

Von Powersong zu Powertyp und damit zu Justs aus Lettland mit Heartbeat:



Der Lette wirkt ja dann doch etwas arrogant oder nennen wir es einfach von sich überzeugt. Auf die Frage in Riga, welcher sein Lieblings-ESC-Song sei, antwortete er bekanntermaßen mit: "Wieso einen anderen singen, ich hänge an meinem!". Sympatisch geht anders, aber mal sehen wir er sich in Amsterdam verkaufte. Stimmlich erneut top und auch seine Perfomance war wirklich ansehnlich und nicht so statisch wie im lettischen Vorentscheid. Gekleidet war er in einem weißen T-Shirt und Lederjacke und löchriger Jeans. Das Publikum gab wie er alles.

In männlichen Diven macht das: 12/12

Auch bei der Künstlerin mit der Startnummer 22 war eine gute Publikumsreaktion garantiert. Poli aus Bulgarien mit If love was a crime:



Auch Poli schloss sich dem farblosen Vorgängern ab und trug ein schwarzes Kleid mit schwarzer Hose, nur die weißen Schuhe setzten Kontraste. Auch sie trug einen Tanzsong vor und bei ihr war das Publikum wesentlich aktiver als bei Ira aus Malta oder Lidia aus Moldawien. Es lag nicht daran, dass sie in einer anderen Liga sang (was sie dennoch tat), sondern weil sie das Publikum richtig gut einband. Nach ihrem Auftritt sang sie sogar nochmal mit den Fans, so geht das!

Um es in verbotenen Lieben (Kennt das noch irgendwer?) zu sagen: 12/12

Die Startnummer 23 ging an die sehr nüchtern wirkende Francesca aus Italien mit No degree of seperation:



Sie hatte die aktuelle Version ihres Songs auch noch nie live vorgetragen, auch wenn er sich nur leicht vom Vorentscheid unterschieden hat. Sie hatte einen schwarz geprägten Jumpsuit an, der eine Art blaue Toga als Farbakzent besaß. Einen Kontrast bildete sie auch zu den Nummern zuvor, da sie in typisch italienischer Form am Mikroständer blieb. Wer in Sanremo gut abschneidet kann natürlich singen und Francesca zeigte das auch hier. Der Song ist nichts für Clubs sondern kann eher am Bildschirm seine Wirkung ausbreiten. Das was sie an Gestik zu viel machte, hätte ich gerne in Mimik gesehen. Sonst war es weitgehend unspektakulär.

Um es in Anzahl meiner Jahresration an Pizzen zu sagen: 8/12

Die Zwei-Dutzend wurde mit Amir und seinem J´ai cherché aus Frankreich voll gemacht:



Auch Amir ist einer der Fanfavoriten, aber er ist ebenfalls in den Wetten weit vorne dabei. Amir ist ja auch ein Castingshowkandidat, der erst seit kurzem im großen Popgeschäft ist, daher konnte man sich nicht zu 100% sicher sein, dass er live gut performen werde. Diese Zweifel sang er an die Wand, geballt und ohne Gnade. Er bewegte sich auch deutlich mehr als ich erwartet hatte und ließ einen durchweg positiven Eindruck hinter sich. Sein Outfit war sehr lässig und gewöhnlich und natürlich schwarz. Das Publikum war begeistert und auch ich muss mir eingestehen, dass er wohl der Einzige ist, der den Sieg Russlands noch verhindern kann.

Um es in französischen Castingshowteilnehmern zu sagen: 12/12

Den vorletzten Startplatz sicherte sich die Balkandiva Kaliopi aus Mazedonien mit ihrem Dona



Kaliopis Balkantour wurde für ihre Rückkehr nach Amsterdam unterbrochen und die Fans dankten es ihr lautstark. Wie es sich am heutigen Tag gehörte, war auch sie ganz in schwarz gekleidet und tat das was sie am besten kann: Sich die Seele aus dem Körper singen. Mit Abstand die beste Liveperformance des Abends, womöglich des gesamten Jahrgangs. Was sie auf der Bühne zelebriert ist einfach nur sensationell und unglaublich. Dazu muss sie nur am Mikro stehen und singen, keine Choreo, keine anderen Menschen werden benötigt. Die Fans lieben sie und sie liebt die Fans, das merkt man in jeder Sekunde.

Punkte: 13/12

Und zum Schluss begrüßten wir noch Barei aus Spanien mit ihrem Say yay!:



Der lange Abend wurde von einer weiteren Fanfavoritin, vielleicht sogar der Fanfavoritin beschlossen. Barei wusste bereits in Riga und Moskau zu beeindrucken und dieser Eindruck sollte sich auch in Amsterdam halten. Sie war auch in einem schwarzen Jumppsuit gekleidet, trug allerdings ein großes goldenes Schmucketwas auf Brusthöhe. Es war ein genialer Schachzug sie auf den letzten Startplatz zu setzen, da das Publikum nun noch einmal richtig abging. Stimmlich wieder absolut sicher, saßen auch die Tanzschritte und das Publikum johlte vor Glück.

Um es in alternden spanischen Diven zu sagen, die Barei für ihren Englischen Beitrag kritisieren: 12/12


Natürlich war der Abend in Amsterdam noch "jung" und es wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Mitte der Woche geht es dann nach Tel Aviv am 18.4 nach London und dann beginnen praktisch schon die Probewochen.

Samstag, 9. April 2016

Die Interviews von Eurovision in Concert

Hier werden nach und nach alle geführten Interviews aus Amsterdam zusammengefasst werden. Die Interviews werden von Teams von WiwibloggsESC Wissen von A bis Z und der offiziellen Homepage geführt werden. 


Eneda aus Albanien:


Sie sei bereits 3 oder 4 Mal in Amsterdam gewesen und freue sich, ein Teil des größten Musikfestivals der Welt zu sein. Sie habe bereits an einigen Wettbewerben teilgenommen, vor allem um sich zu verbessern. Nach dem ESC konzentriere sie sich auf neue Lieder, die dann auch auf Englisch veröffentlicht werden sollen.

Über die Startnummer 18 freue sie sich sehr (sie wäre auch dumm wenn nicht), da fast direkt nach ihr die Leitungen zum voten geöffnet seien Sie sei in London am kommenden Wochenende dabei. 

Quickie-Fazit: Eigentlich unspektakulär, aber durch eine Aktion, bei der sie das Wort nicht fand und darauf forderte, die Szene herauszuschneiden, wirkte sie extrem unsympathisch. 

Deen, Dalal & Ana und Jala aus Bosnien: 

Deen sagte zunächst zur Bühnenshow, dass es eine sehr starke und kraftausstrahlende Performance sein würde und dieses spezielle Konzept mit Theaterelementen zusätzliche Spannung erhalten würde.

Ana berichtete, dass sie aus Kroatien stamme und da ihre Mutter Cello und ihr Vater Violine spiele, seien ihr Streichinstrumente in die Wiege gelegt worden.

Für Dalal habe sich die Musikindustrie über die Jahre durch die sozialen Netzwerke extrem verändert und sie würde ihre Tochter die 6 Jahre jung ist, nicht nach Stockholm mitnehmen, da sie sehr aktiv sei und sie vor ihrem Auftritt Ruhe brauche.

Die Diva Deen erzählte von seinem Treffen mit Prinz Charles 2004 und lud alle im Falle eines Sieges, nach Sarajewo ein, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Außerdem sei der späte Startplatz im Semifinale ein Omen, da er bereits 2004 spät im Semi startete. Zum Schluss sangen sie noch eine wirklich überraschend gute Version ihres Songs

Quickie-Fazit: Ich werde das Gefühl nicht los, dass Deen, Dalal und Ana alles Einzelkämpfer sind und sich gegenseitig versuchen zu übertrumpfen. Währenddessen wirkt Jala fast schon abwesend genervt und Dalal schielt unangenehm stark.

Jüri aus Estland:

Auch er sei das erste Mal in Amsterdam und habe noch nicht viel von der Stadt sehen können, da er erst vor ein paar Stunden angekommen sei. Er habe sich in Riga sehr gut mit dem Dream-Team (Hovi, Sanja und Poli) verstanden. Mittlerweile habe er auch die baltic boys angeschaut und habe dies als sehr unterhaltsam empfunden. Leider konnte er keinen Teil seines Songs singen, da er sich seine Stimme für den Auftritt am Abend sparen wollte.

Quickie-Fazit: Man merkt ihm den Stress an, bleibt aber souverän.

Amir aus Frankreich

Er höre es nicht gerne, dass man ihn als Favoriten handle, da er keinen Druck spüren möchte vor dem Moment auf der großen Bühne. Er sagt aber auch ganz nüchtern, dass er die selben Chancen habe erster, sowie Letzter zu werden. Er erläutere den Prozess des Schreibens sehr genau beginnend damit, dass er zwischen 1 Uhr und 8 Uhr morgens in seinem Studio entstanden sei. Zunächst hätte er ein Riff im Kopf gehabt, aus dem später der Refrain entstanden sei. Musik sei der Empfänger des langen You zu Beginn des Refrains. Sie habe ihm in einer Zeit gezeigt, in der er nicht wusste wohin er sollte, dass er zu ihr kommen solle. Diese Botschaft habe er dann allen Zweifeln zu trotz im englischen Refrain verpackt und sein Manager habe gesagt, dass das nun seine erste Single sein würde. 

Den Song habe er bereits vor 1 1/2 Jahren geschrieben und habe ihn nicht vorzeitig veröffentlicht, weil er das Angebot bekam, damit Frankreich beim ESC zu vertreten. Er habe zunächst gezweifelt, ob er es als aufstrebender Künstler verdient habe und startete einen schlauen Schachzug. Zunächst wurde der Song nämlich veröffentlicht, ohne dass seine Teilnahme für den ESC bekannt gegeben wurde. Als sehr positives Feedback zu ihm zurück gekommen sei, habe er sich entschlossen endgültig ja zu sagen.

Er sei auch der Meinung, dass man sich als Interpret kaum beim ESC blamieren könne, aber das Land bei schlechten Platzierungen Schaden nehmen würde. Er habe auch ein Zahnarztstudium zu verbuchen, dass aber auf Grund seiner Musik aktuell keine Auswirkungen für ihn habe. Er würde auch eine Zahnarztpraxis aufmachen, falls er es in der Musikbranche nicht schaffen würde. Als er bei The Voice of France teilnahm, sei er mehr als überrascht gewesen, dass er es ins Finale geschafft habe. 

Quickie-Fazit: Der perfekte Schwiegersohn für die ambitionierte Oma von neben an

Joe & Jake aus Großbritannien:

Die beiden Jungs seien das erste Mal in Amsterdam und finden nur gute Worte über die Stadt. Sie hören immer noch gerne Loreen und seien nach wie vor beeindruckt, wie sie den Song auf der Bühne umsetzte. Sie freuen sich sehr, morgen in den Flieger nach Tel Aviv zu steigen und seien sehr happy über die ganzen neuen Endrücke, die sie sammeln.

Qucikie-Fazit: Die beiden könnten aus einer typischen, unwitzigen britischen Sitcom kommen. 

Greta aus Island:

Bei den Stimmen, die sie höre, handle es sich um Meinungen über die eigene Person in der heutigen Gesellschaft. Man solle sich die positiven anhören und die negativen vergessen, so käme man im Leben weiter. Sie habe das Lied geschrieben und gefühlt, dass nun der richtige Zeitpunkt sei um zurückzukehren. Sie habe außerdem viel auf dem Disney-Schiff gelernt, auf dem sie 1 1/2 Jahre eine eigene Show besessen habe. 

Die Hände, die während ihres Auftritts auf dem Screen zu sehen sind und Greta schnappen wollen, seien die schlechten Kommentare anderer Menschen. Sobald allerdings das Mädchen durch sie durch renne, fühle sie nur noch das Positive. Auf die Plagiatsvorwürfe ihrer Show angesprochen, sagte sie, dass es beim ESC noch nie Neuheiten gab und sie gar eine besser Show haben werde als Schweden im vergangenen Jahr. Für sie sei allerdings kein Sieg notwendig, um mit erhobenen Hauptes aus Stockholm abzureisen. Sollte sie einen Menschen berühren, reiche ihr das völlig aus. Ihre Akustikversion hörte sich auch sensationell an.

Quickie-Fazit: Sehr, sehr professionell ohne den Hauch von Improvisation und die kitschigen Antworten hat sie wohl bei Disney gelernt.

Hovi aus Israel:

Gesprächsthema Nummer 1 war natürlich seine Frisur. Er habe sie sich selber vor rund einem Jahr geschnitten, da er bei einer Castingshow auffallen wollte, er selbst sei sogar Hairstylist. Er würde in Israel das ein oder andere Mal auch schief angeschaut, was natürlich an seinen Klamotten läge, aber beim ESC, im Zentrum der Verrücktheit, fühle er sich wie Zuhause.

Er habe mit der festen Überzeugung des Siegens an der Castingshow teilgenommen, war dann aber dennoch überrascht, als er sie gewann, da er dachte, dass der von ihm vorgetragene Musikstil nichts für die breite Masse in Israel sei. Erneut sagte er, dass er sich die Kritik an der ersten Version zu Herzen genommen habe und dem Publikum das gegeben hätte, was sie wollten: eine neue Version. Stimmlich überzeugte er mit einer Beyoncé-Nummer.

Quickie-Fazit: Diese bitch kann hoch hinaus kommen! 

Francesca aus Italien: 

Sie habe sehr euphorisch auf den zweiten Platz beim Sanremo-Festival reagiert, da sie erst 21 Jahre jung sei und sich dieser Platz hinter der unglaublich bekannten Alt-Herren-Gruppe Stadio fast schon wie ein Sieg anfühle. Als Kind sei einer ihrer größten Träume bereits gewesen, beim ESC teilzunehmen. Im Jahr nach Il Volo sei das zwar nicht so einfach, aber sie werde ihr bestes geben. Sie sei ebenfalls nächste Woche in London dabei.

Damit jeder ihre tolle Botschaft der Liebe und des Friedens (und den anderen Hippie-Quatsch) verstehen könne, habe sie sich entschieden, dass sie auch einen Teil ihres Songs auf Englisch singen werde, obwohl Italienisch eine weltweit sehr beliebte Sprache sei. Marco Mengoni (Italien 2013) sei ein guter Freund von ihr und habe ihr geraten immer ruhig zu bleiben. Sie selbst sehe sich als Vulkan. 

Quickie-Fazit: Der Vulkan macht einen etwas unterkühlten Eindruck und lässt das Feuer etwas vermissen.

Nina aus Kroatien:

Amsterdam sei eine wunderschöne Stadt, obwohl sie noch nicht viel gesehen habe. Nina habe erst Ende Februar erfahren,dass sie Kroatien repräsentieren werde und musste den Song bereits Mitte März fertig haben. In Wien habe sie mit den jungen Songschreibern nur einen Tag im Studio verbracht, um die finale Version aufzunehmen. Sie könne zwar die Vergleiche mit Ellie Goulding verstehen, aber sie (Nina) präsentiere sich ganz anders auf der Bühne, um eine passende Atmosphäre zu entwickeln.

Die Botschaft ihres Songs sei vor allem geprägt durch die Hoffnung, könne aber auf verschiedenste Bereiche gesetzt werden. Für sie geht es darum, dass auch ein kleines Land wie Kroatien, immer versuchen solle alles zu geben, da man alles schaffen kann, wenn man es möchte. Sie sei auch kein Püppchen, die auf den Pressefotos immer sexy aussehen wolle, mit ihr kann man Bücher lesen oder Playstation spielen.

Ihr Lied und den ganzen ESC-Rummel widme sie ihrem verstorbenen Freund, den sie vor kurzem verloren habe. Sie fühle sich jetzt schon als Gewinnerin, da sie Tho Voice gewann, den höchsten kroatischen Musikpreis bekam und nun Kroatien beim ESC vertreten dürfe. Sie wolle sich keinen Druck machen und wolle nur so vielen Menschen wie möglich, ihre Message präsentieren. Stimmlich überzeugte sie natürlich wieder, was auch den Applaus Kaliopis nach sich zog.

Quickie-Fazit: Wer von Kaliopi beklatscht wird, hat alles richtig gemacht.

Ira aus Malta:

Sie lasse sich keinen Druck machen, auch nicht von den Leuten, die meinen, dass sie ja nun erste werden müsse, nachdem sie 2002 den zweiten Rang erreichte. Es wäre 14 Jahre später schon super für sie die Top-10 zu erreichen, die Qualifikation betrachtet sie als selbstverständlich mit dieser Aussage. Auf die Frage, ob sie die Erwartungen der Wettanstalten halten könne, (Platz 6,7) antwortete sie, dass es natürlich möglich sei, da sie immer an sich glaube.

Malta habe sehr voll die Möglichkeiten den ESC auszutragen, vielleicht ja auch auf dem Wasser. (Querverweis zu ihrem Song Walk on water) Außerdem solle man doch nur daran denken, dass Malta im Mai super schön sei und man die Möglichkeit nutzen solle, dann die größte Musikparty eben auf dem kleinen Inselstaat zu feiern. Da der JESC ja dieses Jahr in Malta stattfindet, fände sie es toll, dort aufzutreten oder gar zu moderieren.  Die ihr am häufigsten gestellte Frage sei gewesen, was sich zwischen ihren beiden Teilnahmen ab ESC verändert habe. Außerdem sei sie auch nächste Woche in London mit von der Partie.

Quickie-Fazit: Von den letzten soliden Interviews hat sie sich nun merklich gesteigert und agiert wirklich sympatisch. Wahrscheinlich ist der Druck nun gewichen und sie kann jetzt die Aufmerksamkeit genießen.

Kaliopi aus Mazedonien: 

Zunächst erklärte sie, dass Dona  eine sehr spezielle Bedeutung für sie habe, es aber nicht möge, darüber zu sprechen. Jeder solle sein eigenes Dona finden, dabei sei es egal ob es eine Liebe oder ein Verwandter sei. Nur Donuts seien von dieser Regel ausgeschlossen, da viele ESC-Fans behaupteten, dass sie im Refrain Donut sänge. Es habe auch nichts mit ihrem kürzlich verstorbenen Hund Lona zu tun, der beim Refrain ebenfalls immer gedacht habe, sie sänge Lona. Sie sei auch in London am nächsten Wochenende dabei. 

Sie sei zurückgekommen, da es sich so viele Fans gewünscht hätten und sie diese Unterstützung sehr beeindruckt hätte. Nach drei unglücklichen verpassten Finalabende für Mazedonien, sei es der richtige Zeitpunkt das zu ändern. Ihr Komponist Romeo Grills, der auch gleichzeitig ihr Exmann ist, kenne sie sehr gut und wisse auch, worauf sie bei Liedern wert lege. Dennoch sei es öfters zu Streitigkeiten gekommen, die aber durch das Endergebnis vergessen seien. Es sei außerdem falsch, ihre früheren Beiträge (1996,2012) mit dem diesjährigen zu vergleichen, da alles anders sei, mit Ausnahme ihrer Hingabe. 

Quickie-Fazit: Stimme top, Zähne top, Charakter top. Kaliopi wir lieben dich <3

Lidia aus Moldawien:

Sie wich der Frage aus, ob sie gewusst habe, dass sie den Vorentscheid gewinnen würde, indem sie allen ESC-Fans für ihre Unterstützung dankte, auch international. Da die Bühne deutlich größer sei als die in Moldawien, werde sie an einer neuen Präsentation arbeiten, könne aber keine Einzelheiten erzählen. Nur, dass es auf jeden Fall Backgroundsänger gäbe und auch eventuell Tänzer.

Darüber, dass die Startposition 3 eine unglückliche sei, habe sie noch nicht nachgedacht. Sie spüre keinen Druck, die oftmals im Gedächtnis bleibenden Bühnenshows aus Moldawien zu überbieten, sonder möchte einfach nur den Moment genießen, da er so schnell vorbei gehen würde. Neue Songs dürften wir auch von ihr erwarten. 

Quickie-Fazit: Ist das noch die selbe Lidia, die man in Moskau sah? Unheimlich nett und lustig, so sollte man sich auf diesen Events präsentieren!

Highway aus Montenegro:

Zunächst wurde Bojan gefragt, wie es sei, zum ESC nach 12 Jahren zurück zu kehren. Er antwortete mit toll, der ESC sei immer toll. Sie haben sich noch keine großen Gedanken zur Präsentation gemacht, sondern sich eher auf den Gesang konzentriert, aber es werde mit Sicherheit eine Choreographie geben.

Sie seien sehr zufrieden, dass sie mit der Nummer 15 starten werden und erhoffen sich dadurch, dass sich mehr Menschen an ihren Song erinnern werden. Sie wüssten, dass sie dem durchschnittlichen ESC-Fan gegen den Kopf stoßen würden, aber sie wollen eine neue Farbe zum ESC bringen. Die musikalische Darbietung des Songs war allerdings gewöhnungsbedürftig

Quickie-Fazit: Mitreißend geht anders

Douwe Bob aus den Niederlanden:

Sein auffälliges Hals-Tattoo habe er sich stechen lassen, nachdem er durch einen Rosengarten gegangen sei und sich dachte, dass er das gerne auf seinem Hals hätte (natürlich Ironie). Er habe in den Niederlanden eine eigene Bar, in der er das ein oder andere Mal, mit Unterstützung eines erfrischenden Kaltgetränks, Accoustic-Seasons veranstalte. Da dieses Konzept so gut in Holland funktioniere, nehme er es nach Stockholm mit und leite dort eine Woche eine Bar.

Für ihn sei es sehr schade, dass die Musik beim ESC vom Band komme und nicht live gespielt werde, da er ein Vollblutmusiker sei und er es für ihn daher dazu gehöre. Er fände seinen Startplatz 6 sehr toll und habe sich auch seine unmittelbaren Gegner angehört. Seine kurze Performance war mit die beste heute, da er auch eine Band dabei hatte und so sein Lied vortrug.

Quickie-Fazit: Er versucht lustig und cool rüber zu kommen, doch bei mir kommt er immer noch arrogant an. 

ManuElla aus Slowenien:


Sie sei nur einen Tag in Amsterdam und könne sich daher nicht um die Stadt kümmern, sondern konzentriere sich auf den Auftritt, da sie am nächsten Morgen gleich wieder abreisen müsse, weil sie sich für den ESC vorbereiten werde. 

Zur Präsentation verriet sie, dass sie alleine auf der Bühne stehen werde und sich alles auf sie konzentrieren müsse (Diva-Alarm). Sie spreche gut Englisch und Deutsch, sänge aber am liebsten auf Englisch. Sie besuche noch die Party in Tel Aviv und dann werde sie sich voll und ganz auf Stockholm konzentrieren. Der kurze Ausschnitt den sie sang absolvierte sie auch sehr souverän.

Quickie-Fazit: Nett, souverän und unaufgeregt, genau wie ihr Song. 

Barei aus Spanien:

Dank dem ESC habe sie jetzt bereits einen Plattenvertrag, der sie aber nicht abhängig macht, sondern nur unterstützt. Sie sei von den anderen Künstlern und Fans begeistert, die sie bereits auf ihrer kleinen Europareise (Riga, Moskau, Amsterdam) gesehen habe. Es gäbe nach wie vor spanische Künstler, die sie dafür kritisieren, dass sie auf Englisch beim ESC teilnimmt. Ihr sei das egal, da der Song auf Englisch geboren wurde und es einfach nicht zu ihrem Stil passe.

Sie müsse noch sehr viel ändern bis Stockholm, da sie noch sehr unzufrieden mit sich selbst sei. In Stockholm wolle sie, dass jeder die Message versteht und sie selbst noch eine Schippe gesanglich drauflegen kann. Über ihr Bühnenoutfit wollte sie nichts sagen, sie kritisierte allerdings die Pläne aus Weißrussland, mit Tieren auftreten zu wollen.

Quickie-Fazit: Sie macht eine tolle Figur in Interviews und man kann ihr nur wünschen, dass sie besser abschneidet, als die letzen spanischen Acts.

Zoe aus Österreich:

In ihrem Song gehe es um das Erreichen des Paradieses, aber jeder dürfe das so interpretieren, wie er wolle (sehr nett). Für sie sei der Text allerdings nicht das entscheidende, sondern die ganze Atmosphäre, die durch die Musik verbreitet würde. Sie schließe es nicht aus, dass sie eines Tages eine Englische Version aufnehmen werde, aber wolle dies nicht forcieren.

Sie sei sehr sehr (sehr sehr sehr sehr sehr) glücklich, dass sich Österreich für sie und damit für ein Französisches Lied entschieden habe. In Stockholm werde sie ein sehr großes Laufband auf der Bühne benutzen, da sie beim Vorentscheid Angst hatte umzufallen. Es werde nicht so lila wie im Vorentscheid sein, aber dennoch eine Fantasiewelt als Vorbild haben.

Quickie-Fazit: Sehr nett und gutes Englisch, aber eben auch etwas unscheinbar. 

Jamala aus der Ukraine:

Über ihre Präsentation in Stockholm wollte sie gerne reden, doch sie fand nicht die richtigen Worte. Es sei ganz anders als im nationalen Vorentscheid und sie werde auf der Bühne mit einem 20.000€ teuern Licht stehen. Ich persönlich vermute, dass sie Hologramme gemeint hat und wir damit eventuell mit 3D-Bildern gefüttert werden. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, sollte sich dieses Video aus Norwegen anschauen, in der Laila im Vorentscheid in einer light-Version arbeitete.



Zurück zu Jamala, denn offenbar gab es noch eine zweite Version von 1944, das mehr Gitarren beeinhaltet. Sie werde aber die originale Version in Stockholm performen. Sie habe außerdem einen Wettbewerb für Designer in der Ukraine am laufen, der ihr ein schönes Kleid ermöglichen solle. In Stockholm wünsche sie sich vier Kleider, aus denen sie dann Vorort entscheiden könne, welches am besten geeignet sei.

In der Ukraine würde der Song super ankommen, sogar Covers mit verschiedenen Musikrichtungen würden angefertigt werden. Für sie sei es auf Grund der jüngeren Vergangenheit der Ukraine wichtig, ein Bild in Europa zu vermitteln, dass es in der Ukraine auch positive Dinge gäbe (Mit einem Song über den Genozid...) 

Quickie-Fazit: Kinder geht in die Schule und lernt anständiges Englisch, damit man euch auch versteht!

Ivan aus Weißrussland

Er sei das erste Mal in Amsterdam und fände alles toll und würde gerne trotz des engen Zeitplans, alles in der Stadt sehen. Er habe das Gefühl, dass er seinen Song von Auftritt zu Auftritt besser singen würde und habe auch einige neue Freunde bei seinen Fans kennengelernt.
Er sei nervöser, als man es ihm ansehen würde. Sein Blick war sensationell, als er erfuhr, dass er mit Nummer 5 im Semifinale starten würde. Er versuchte die Situation zu retten, dass es toll sei, aber sein Gesicht hatte die Wahrheit schon preis gegeben.

Cartoons und Tiere würden ihn bei seiner kompositorischen Tätigkeit als Vorbilder dienen.Seine besten Freunde aus den vergangenen Partys sein Hovi aus Israel und Barei aus Spanien. 
Die weißen Striche auf seinem Gesicht während der Performance in Moskau, sollen keines Falls Kriegssymbole darstellen, sondern mystische Zeichen der Natur. Zum Schluss sang er noch einen unbekannten Song, den er aber wirklich sensationell sang.


Quickie-Fazit: Er wirkt sympathisch, aber auch irgendwie so, als habe er eine Schraube locker.

Minus One aus Zypern:

Sie haben sich noch nicht für ein Bühnenkonzept entschieden, das solle erst am Freitag erfolgen. Aber es solle im jedem Fall super und unglaublich werden.

Nach dem sie den ESC 2017 in Nikosia organisiert haben, wird es ein neues Album geben, scherzen die 5. In Wirklichkeit haben sie schon einige Songs für das bald folgende Album aufgenommen. Sie wissen nicht, was mit der Startposition 11 auf sie zukommt, aber mit so einen starken Song, hätten sie keine Probleme, egal von wo sie starten würden. 

Quickie-Fazit: Lustige Truppe, die sehr sympatisch rüber kommt. Insbesondere der Schlagzeuger, mit der zweifelhaften Frisur, ist der positive Pol der Gruppe.


Bewertung der Interviews:

Albanien: - - 

Bosnien: - - - 

Estland: 0

Frankreich: ++

Großbritannien: +

Island: ++

Israel: +++

Italien: -

Kroatien: +

Malta: ++

Mazedonien: +++

Moldawien: +++

Montenegro: -

Niederlande: - -

Österreich: +

Slowenien: 0

Spanien: ++

Ukraine: -

Weißrussland: -

Zypern: +++

Wer zählen kann hat festgestellt, dass es nur 20 Interviews gibt, aber 27 Länder teilnahmen. Neben Armenien musste auch Norwegen absagen, weil Agnete einen zähen Virus plagt. Somit waren leider Polen, Rumänien, Bulgarien, Schweiz, Serbien und Lettland bei den Interviews nicht anwesend.